Dierk Berthel. unfinished spaces, volume II
14.03. - 26.04.2026 | Kunstraum Kesselhaus, Bamberg
Eingabedatum: 12.03.2026

Der Kunstverein Bamberg e. V. zeigt im Kunstraum Kesselhaus die Einzelausstellung „unfinished spaces, volume II“ des Bildhauers Dierk Berthel. Die Ausstellung setzt eine künstlerische Erkundung fort, die Berthel 2020 im Kloster Wechterswinkel begann, und rückt Skulptur als offenen, raumverändernden Prozess in den Mittelpunkt.
Dierk Berthel lebt und arbeitet im Landkreis Bad Kissingen und realisiert seit vielen Jahren Projekte im Bereich Kunst im öffentlichen Raum und Kunst am Bau. Neben seiner freien künstlerischen Praxis war er Dozent für Steinskulptur an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Dresden und hat seit fünf Jahren einen Lehrauftrag an der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim i. d. Rhön.
Berthels bildhauerische Arbeit basiert auf einem breiten Materialspektrum, insbesondere Metall, Stein und Holz. Während sein früheres Werk von einer massiven, blockhaften Formensprache geprägt war, zeigen die aktuellen Arbeiten eine zunehmende Auflösung der Skulptur in den Raum. Architektonische Elemente wie Stützen, Träger oder Durchgänge werden zu zentralen Bestandteilen seiner Werke. Die Skulpturen stehen nicht isoliert auf einem Sockel, sondern greifen aktiv in den Ausstellungsraum ein und erzeugen neue räumliche Situationen.
Der Leitgedanke, dass Skulptur nicht Objekt, sondern Eingriff in den Raum ist, bestimmt die Präsentation im Kunstraum Kesselhaus maßgeblich. Unterschiedliche Materialien treten in einen spannungsreichen Dialog: Stein begegnet Metall, weiches Holz trifft auf glatten Stein, hitzeverformter Stahl auf behauenes oder abgeflammtes Holz. Diese Kontraste erzeugen eine fragile Balance zwischen Stabilität und Offenheit, Schwere und Leichtigkeit.
Die Ausstellung erlaubt eine Nachverfolgung der künstlerischen Entwicklung der letzten Jahre: von monumentalen Setzungen hin zu leichten, spielerischen Konstruktionen, die den Raum nicht dominieren, sondern strukturieren und erweitern. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die Arbeiten aus wechselnden Perspektiven zu erfahren und die Veränderung des Raumes durch Skulptur unmittelbar nachzuvollziehen.
Ein besonderer Akzent liegt auf dem Begegnungscharakter der Ausstellung. Neben Führungen und einem Künstlergespräch bildet die Finissage am 26. April 2026 einen interdisziplinären Höhepunkt. In der Klangperformance „Geräuschdieb trifft den Master of Glass“ erschaffen Dierk Berthel und Johannes Schreiber (alias Jan Polacek) eine vielschichtige akustische Skulptur. Mit Stage-Piano, Synthesizer, Rhodes, E-Bass, induktionsgesteuerter Gitarre, Trompete, Live-Sampling und experimentellem Spielzeug-Equipment entsteht ein vibrierendes Klanguniversum zwischen leisem Flirren und eruptiver Verdichtung – eine symphonische Klanglandschaft, geformt mit dem feinen Gespür zweier „Bildhauer des Tons“.
Dierk Berthel lebt und arbeitet im Landkreis Bad Kissingen und realisiert seit vielen Jahren Projekte im Bereich Kunst im öffentlichen Raum und Kunst am Bau. Neben seiner freien künstlerischen Praxis war er Dozent für Steinskulptur an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Dresden und hat seit fünf Jahren einen Lehrauftrag an der Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim i. d. Rhön.
Berthels bildhauerische Arbeit basiert auf einem breiten Materialspektrum, insbesondere Metall, Stein und Holz. Während sein früheres Werk von einer massiven, blockhaften Formensprache geprägt war, zeigen die aktuellen Arbeiten eine zunehmende Auflösung der Skulptur in den Raum. Architektonische Elemente wie Stützen, Träger oder Durchgänge werden zu zentralen Bestandteilen seiner Werke. Die Skulpturen stehen nicht isoliert auf einem Sockel, sondern greifen aktiv in den Ausstellungsraum ein und erzeugen neue räumliche Situationen.
Der Leitgedanke, dass Skulptur nicht Objekt, sondern Eingriff in den Raum ist, bestimmt die Präsentation im Kunstraum Kesselhaus maßgeblich. Unterschiedliche Materialien treten in einen spannungsreichen Dialog: Stein begegnet Metall, weiches Holz trifft auf glatten Stein, hitzeverformter Stahl auf behauenes oder abgeflammtes Holz. Diese Kontraste erzeugen eine fragile Balance zwischen Stabilität und Offenheit, Schwere und Leichtigkeit.
Die Ausstellung erlaubt eine Nachverfolgung der künstlerischen Entwicklung der letzten Jahre: von monumentalen Setzungen hin zu leichten, spielerischen Konstruktionen, die den Raum nicht dominieren, sondern strukturieren und erweitern. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die Arbeiten aus wechselnden Perspektiven zu erfahren und die Veränderung des Raumes durch Skulptur unmittelbar nachzuvollziehen.
Ein besonderer Akzent liegt auf dem Begegnungscharakter der Ausstellung. Neben Führungen und einem Künstlergespräch bildet die Finissage am 26. April 2026 einen interdisziplinären Höhepunkt. In der Klangperformance „Geräuschdieb trifft den Master of Glass“ erschaffen Dierk Berthel und Johannes Schreiber (alias Jan Polacek) eine vielschichtige akustische Skulptur. Mit Stage-Piano, Synthesizer, Rhodes, E-Bass, induktionsgesteuerter Gitarre, Trompete, Live-Sampling und experimentellem Spielzeug-Equipment entsteht ein vibrierendes Klanguniversum zwischen leisem Flirren und eruptiver Verdichtung – eine symphonische Klanglandschaft, geformt mit dem feinen Gespür zweier „Bildhauer des Tons“.
14.03. - 26.04.2026
Kunstraum Kesselhaus
Untere Sandstraße 42, 96049 Bamberg
Presse
Kontext
Einordnung:Dierk Berthels Werk vollzieht exemplarisch den kunsthistorischen Paradigmenwechsel der modernen Plastik: die Abkehr von der monolithischen, sockelgebundenen Masse hin zur raumgreifenden, offenen Installation. Mit der Integration architektonischer Elemente knüpft er an konstruktivistische Raumkonzepte und den Minimalismus an, welche das Kunstwerk nicht als isoliertes Objekt, sondern als aktiven räumlichen Eingriff begreifen. Die dialogische Gegenüberstellung von harten, weichen, abgeflammten oder hitzeverformten Werkstoffen (Holz, Stein, Metall) verweist zudem auf die Materialästhetik der Process Art und der Arte Povera, bei denen der Bearbeitungsprozess und die Materialspannung selbst Bedeutungsträger sind. Indem die Ausstellung das Statische zugunsten einer fluiden Betrachterperspektive auflöst und am Ende in einer interdisziplinären Performance gipfelt, erweitert Berthel den traditionellen Skulpturenbegriff konsequent in den Bereich der immateriellen, zeitbasierten Klangkunst und des performativen Gesamtkunstwerks.






