Jamel Shabazz. New York Vibes und Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2026
03.09.2026 - 17.01.2027 | The Cube, Eschborn
Eingabedatum: 26.08.2026

Deutsche Börse Photography Foundation präsentiert die Ausstellungen „Jamel Shabazz. New York Vibes“ und „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2026“
▪ „Jamel Shabazz. New York Vibes“ bietet mit über 60 Fotografien erstmals in Deutschland einen umfassenden Einblick in das Werk des amerikanischen Fotografen.
▪ „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2026“ präsentiert Arbeiten der vier Finalist*innen: Jane Evelyn Atwood, Weronika Gęsicka, Amak Mahmoodian und Rene Matić.
▪ Beide Ausstellungen sind bis zum 17. Januar 2027 in The Cube in Eschborn zu sehen und können im Rahmen von regelmäßigen Führungen, sowie an den „Open Saturdays“ am 31. Oktober 2026 und am 16. Januar 2027 besucht werden.
▪ Die Ausstellung „Jamel Shabazz. New York Vibes“ wird von einer Filmreihe in Kooperation mit den Arthouse Kinos Frankfurt begleitet.
„Jamel Shabazz. New York Vibes“
Seit den frühen 1980er Jahren hat der amerikanische Fotograf Jamel Shabazz (*1960) alltägliche Szenen in der überwiegend afroamerikanisch geprägten Nachbarschaft seiner Heimatstadt New York festgehalten. Auf seinen Streifzügen durch Manhattan, die Bronx, und Brooklyn schuf er unzählige Porträts, die heute zu Ikonen ihrer Epoche zählen. Shabazz machte den Bürgersteig zu seinem Fotostudio und hielt das lebensfrohe Bild einer jungen Generation fest, die vor kreativer Energie sprühte. Dass er dabei nicht als distanzierter Beobachter wahrgenommen wurde, sondern als jemand, der Teil derselben sozialen Wirklichkeit war, zeigt sich in der intimen Atmosphäre seiner Einzel- und Gruppenporträts: Selbstbewusst blicken die Schwarzen Frauen, Männer und Kinder in Shabazz Kamera und inszenieren ohne Scheu ihre stilvollen Outfits und lässigen „Moves“.
Schon als Kind kam Shabazz mit der Welt der Fotografie in Berührung, hatte Zugang zu Familienalben, Zeitschriften und Büchern, die ihm die Bedeutung und Vielfalt des Mediums offenbarten. Mit seiner ersten Kamera schuf er als Teenager frühe Porträts seiner Freunde. Nach der Rückkehr von einem dreijährigen Militärdienst in Deutschland begann er ab 1980 systematisch die täglichen Begegnungen auf den Straßen, in Parks oder der Subway festzuhalten. Seine Fotografien dokumentieren die Entstehung der Hip-Hop-Kultur ebenso wie die Bedeutung von Freundschaft, Familie und Nachbarschaft. Entstanden sind sie in einer Zeit, in der das Leben in New York unter anderem von den Folgen des wirtschaftlichen Niedergangs, rassistischer Ungleichheit, der CrackEpidemie und Masseninhaftierungen geprägt war. Dass hiervon die Schwarze Bevölkerung besonders betroffen war, erlebte Shabazz hautnah. Mehr als 20 Jahre arbeitete er als Vollzugsbeamter in Einrichtungen wie der Haftanstalt Rikers Island, deren Insassen überwiegend mittellos waren und von denen mehr als die Hälfte an psychischen Erkrankungen litt.
Während seine Fotografien im öffentlichen Raum von Freiheit, Zugehörigkeit und jugendlicher Energie erzählen, richten seine Aufnahmen aus dem Umfeld des Strafvollzugs den Blick auf Hoffnungslosigkeit, Ausgrenzung und die oft zerstörerischen Folgen sozialer Ungleichheit. Auch hier fotografierte Shabazz mit derselben Zugewandtheit und zeigt Menschen, deren Biografien von Brüchen gezeichnet sind, ohne ihre Würde anzutasten.
Mit über 60 Fotografien gewährt diese Ausstellung zum ersten Mal in Deutschland weitreichende Einblicke in Shabazz vielschichtige Perspektiven auf das Leben der afroamerikanische Communities im New York der 1980er und 1990er Jahre. Sie vereint Aufnahmen ausgelassener Momente urbaner Jugendkultur ebenso wie stille Bilder eines repressiven Institutionengefüges und stellt grundlegende Fragen nach Identität, Gemeinschaft und Gerechtigkeit. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Galerie Bene Taschen und wurde von Anne-Marie Beckmann, Direktorin der Deutsche Börse Photography Foundation, kuratiert.
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„Deutsche Börse Photography Foundation Prize 20
Zeitgleich präsentiert die Photography Foundation die Ausstellung des „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2026“. Er wird jährlich von der Deutsche Börse Photography Foundation gemeinsam mit der Photographers’ Gallery in London vergeben und zählt zu den renommiertesten internationalen Auszeichnungen für zeitgenössische Fotografie. Die vier Finalist*innen in diesem Jahr sind Jane Evelyn Atwood, Weronika Gęsicka, Amak Mahmoodian und Gewinner*in Rene Matić. Jane Evelyn Atwood dokumentierte über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren einfühlsam die Lebensrealitäten inhaftierter Frauen in Europa und den USA und setzte sich gleichzeitig für eine Verbesserung der schwierigen Haftbedingungen vor Ort ein. Rene Matić verbindet in einer installativen Präsentation alltägliche Beobachtungen mit intimen Einblicken in die eigene Community und stellt aus einer queeren, nichtweißen Perspektive Fragen nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Subkultur und Klasse. Die im britischen Exil lebende iranische Künstlerin Amak Mahmoodian setzt sich mit den Träumen anderer, im Exil lebender Menschen auseinander und verbindet Fotografie, Zeichnung und Poesie zu vielschichtigen Erzählungen über Verlust, Hoffnung und Identität. Weronika Gęsicka wiederum nutzt Stockfotografie und KI-generierte Bilder, um historische Falschinformationen sichtbar zu machen und die Verlässlichkeit von Wissens- und Informationssystemen zu hinterfragen.
Die vier Projekte eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf gesellschaftliche Themen wie Migration, Geschlechterungleichheit, Identität und den Anspruch auf Wahrheit. Die Ausstellung zeigt die ganze Vielfalt fotografischer Ausdrucksformen, deren sich die präsentierten Künstler*innen bedienen. Sie reicht von klassischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, kollaborativen Projekten und installativen Collagen bis hin zu KI-basierten Werken. Die Ausstellung wurde von Julia Bunnemann von der Photographers’ Gallery kuratiert.
▪ „Jamel Shabazz. New York Vibes“ bietet mit über 60 Fotografien erstmals in Deutschland einen umfassenden Einblick in das Werk des amerikanischen Fotografen.
▪ „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2026“ präsentiert Arbeiten der vier Finalist*innen: Jane Evelyn Atwood, Weronika Gęsicka, Amak Mahmoodian und Rene Matić.
▪ Beide Ausstellungen sind bis zum 17. Januar 2027 in The Cube in Eschborn zu sehen und können im Rahmen von regelmäßigen Führungen, sowie an den „Open Saturdays“ am 31. Oktober 2026 und am 16. Januar 2027 besucht werden.
▪ Die Ausstellung „Jamel Shabazz. New York Vibes“ wird von einer Filmreihe in Kooperation mit den Arthouse Kinos Frankfurt begleitet.
„Jamel Shabazz. New York Vibes“
Seit den frühen 1980er Jahren hat der amerikanische Fotograf Jamel Shabazz (*1960) alltägliche Szenen in der überwiegend afroamerikanisch geprägten Nachbarschaft seiner Heimatstadt New York festgehalten. Auf seinen Streifzügen durch Manhattan, die Bronx, und Brooklyn schuf er unzählige Porträts, die heute zu Ikonen ihrer Epoche zählen. Shabazz machte den Bürgersteig zu seinem Fotostudio und hielt das lebensfrohe Bild einer jungen Generation fest, die vor kreativer Energie sprühte. Dass er dabei nicht als distanzierter Beobachter wahrgenommen wurde, sondern als jemand, der Teil derselben sozialen Wirklichkeit war, zeigt sich in der intimen Atmosphäre seiner Einzel- und Gruppenporträts: Selbstbewusst blicken die Schwarzen Frauen, Männer und Kinder in Shabazz Kamera und inszenieren ohne Scheu ihre stilvollen Outfits und lässigen „Moves“.
Schon als Kind kam Shabazz mit der Welt der Fotografie in Berührung, hatte Zugang zu Familienalben, Zeitschriften und Büchern, die ihm die Bedeutung und Vielfalt des Mediums offenbarten. Mit seiner ersten Kamera schuf er als Teenager frühe Porträts seiner Freunde. Nach der Rückkehr von einem dreijährigen Militärdienst in Deutschland begann er ab 1980 systematisch die täglichen Begegnungen auf den Straßen, in Parks oder der Subway festzuhalten. Seine Fotografien dokumentieren die Entstehung der Hip-Hop-Kultur ebenso wie die Bedeutung von Freundschaft, Familie und Nachbarschaft. Entstanden sind sie in einer Zeit, in der das Leben in New York unter anderem von den Folgen des wirtschaftlichen Niedergangs, rassistischer Ungleichheit, der CrackEpidemie und Masseninhaftierungen geprägt war. Dass hiervon die Schwarze Bevölkerung besonders betroffen war, erlebte Shabazz hautnah. Mehr als 20 Jahre arbeitete er als Vollzugsbeamter in Einrichtungen wie der Haftanstalt Rikers Island, deren Insassen überwiegend mittellos waren und von denen mehr als die Hälfte an psychischen Erkrankungen litt.
Während seine Fotografien im öffentlichen Raum von Freiheit, Zugehörigkeit und jugendlicher Energie erzählen, richten seine Aufnahmen aus dem Umfeld des Strafvollzugs den Blick auf Hoffnungslosigkeit, Ausgrenzung und die oft zerstörerischen Folgen sozialer Ungleichheit. Auch hier fotografierte Shabazz mit derselben Zugewandtheit und zeigt Menschen, deren Biografien von Brüchen gezeichnet sind, ohne ihre Würde anzutasten.
Mit über 60 Fotografien gewährt diese Ausstellung zum ersten Mal in Deutschland weitreichende Einblicke in Shabazz vielschichtige Perspektiven auf das Leben der afroamerikanische Communities im New York der 1980er und 1990er Jahre. Sie vereint Aufnahmen ausgelassener Momente urbaner Jugendkultur ebenso wie stille Bilder eines repressiven Institutionengefüges und stellt grundlegende Fragen nach Identität, Gemeinschaft und Gerechtigkeit. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Galerie Bene Taschen und wurde von Anne-Marie Beckmann, Direktorin der Deutsche Börse Photography Foundation, kuratiert.
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„Deutsche Börse Photography Foundation Prize 20
Zeitgleich präsentiert die Photography Foundation die Ausstellung des „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2026“. Er wird jährlich von der Deutsche Börse Photography Foundation gemeinsam mit der Photographers’ Gallery in London vergeben und zählt zu den renommiertesten internationalen Auszeichnungen für zeitgenössische Fotografie. Die vier Finalist*innen in diesem Jahr sind Jane Evelyn Atwood, Weronika Gęsicka, Amak Mahmoodian und Gewinner*in Rene Matić. Jane Evelyn Atwood dokumentierte über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren einfühlsam die Lebensrealitäten inhaftierter Frauen in Europa und den USA und setzte sich gleichzeitig für eine Verbesserung der schwierigen Haftbedingungen vor Ort ein. Rene Matić verbindet in einer installativen Präsentation alltägliche Beobachtungen mit intimen Einblicken in die eigene Community und stellt aus einer queeren, nichtweißen Perspektive Fragen nach Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Subkultur und Klasse. Die im britischen Exil lebende iranische Künstlerin Amak Mahmoodian setzt sich mit den Träumen anderer, im Exil lebender Menschen auseinander und verbindet Fotografie, Zeichnung und Poesie zu vielschichtigen Erzählungen über Verlust, Hoffnung und Identität. Weronika Gęsicka wiederum nutzt Stockfotografie und KI-generierte Bilder, um historische Falschinformationen sichtbar zu machen und die Verlässlichkeit von Wissens- und Informationssystemen zu hinterfragen.
Die vier Projekte eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf gesellschaftliche Themen wie Migration, Geschlechterungleichheit, Identität und den Anspruch auf Wahrheit. Die Ausstellung zeigt die ganze Vielfalt fotografischer Ausdrucksformen, deren sich die präsentierten Künstler*innen bedienen. Sie reicht von klassischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, kollaborativen Projekten und installativen Collagen bis hin zu KI-basierten Werken. Die Ausstellung wurde von Julia Bunnemann von der Photographers’ Gallery kuratiert.
03.09.2026 - 17.01.2027
The Cube
Mergenthalerallee 61, 65760 Eschborn
Presse
Kontext
Einordnung:Die präsentierten Positionen veranschaulichen eindrucksvoll den Paradigmenwechsel der sozialdokumentarischen Fotografie von der teilnehmenden *Street Photography* der 1980er Jahre bis zur zeitgenössischen, post-fotografischen Medienkritik. Jamel Shabazz durchbricht mit seinen würdevollen Porträts afroamerikanischer Communities den distanzierten Blick der klassischen Reportage und etabliert eine emanzipatorische Repräsentation urbaner Subkulturen sowie marginalisierter Räume wie dem Strafvollzug. Diesen aktivistisch-dokumentarischen Impetus teilt Jane Evelyn Atwood in ihren Langzeitstudien, während Rene Matić und Amak Mahmoodian das Medium durch installative Praktiken, Poesie und Zeichnung erweitern, um intersektionale, queere und diasporische Identitäten zu verhandeln. Den radikalsten medienontologischen Bruch markiert Weronika Gęsicka: Durch die Aneignung von Stockfotografie und den Einsatz Künstlicher Intelligenz dekonstruiert sie den historischen Wahrheitsanspruch des Mediums. Kunsthistorisch spannt sich somit ein Bogen von der intimen, humanistischen Sichtbarmachung sozialer Realitäten hin zur kritischen Hinterfragung von Bilderzeugung und Repräsentation im digitalen Informationszeitalter.







