Logo art-in.de

Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.

17.09.2026 - 17.01.2027 | Städel Museum, Frankfurt

Eingabedatum: 15.09.2026

Werkabbildung
Nieves González, La sfida (Die Herausforderung), 2025
Zwischen Heiliger, Sünderin und enger Gefährtin Christi: Als eine der facettenreichsten Frauenfiguren der biblischen Überlieferung und der Kunstgeschichte fasziniert Maria Magdalena seit Jahrhunderten. Ihre Geschichte ist eine Geschichte der Wandlungen: von der Apostelin und treuen Anhängerin Jesu zur Sünderin und asketischen Büßerin, von der ekstatischen Heiligen zur modernen, selbstbestimmten Frau und Identifikationsfigur. Mit „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“ präsentieren das Städel Museum und die Liebieghaus Skulpturensammlung vom 17. September 2026 bis 17. Januar 2027 die erste umfassende Ausstellung im deutschsprachigen Raum, die der außergewöhnlichen Gestalt Maria Magdalenas gewidmet ist. Dabei erscheint diese nicht nur als Projektionsfläche kultureller und religiöser Vorstellungen, sondern auch als eigenständige, vielstimmige Figur, an der sich unterschiedliche Vorstellungen von Körper, Glaube und gesellschaftlichen Rollen zeigen.

Ausgehend von zentralen Werken der Sammlungen des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung vereint die Ausstellung insgesamt über 100 hochkarätige Gemälde, Skulpturen und Grafiken vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Dazu gehören bedeutende Leihgaben aus internationalen Sammlungen, darunter fünf exzellente Werke aus der National Gallery in London sowie weitere aus der Berliner Gemäldegalerie, dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Louvre in Paris, den Vatikanischen Museen und der National Gallery of Art in Washington. Gemeinsam eröffnen die Werke einen umfassenden Blick auf die künstlerische und emotionale Bandbreite der Darstellungen Maria Magdalenas und verdeutlichen, wie jede Epoche ihre eigenen Fragen, Vorstellungen und Sehnsüchte in die Figur eingeschrieben hat. Eine besondere Facette der Ausstellung bilden Arbeiten von Künstlerinnen wie Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani, Luisa Roldán, Lotte Laserstein, Kiki Smith, Marlene Dumas und Nieves González; daneben werden Hauptwerke bedeutender Künstler wie Albrecht Dürer, Pedro de Mena, Guercino, Georges de la Tour, Claude Lorrain, Arnold Böcklin, Max Beckmann und David LaChapelle präsentiert.

Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung: „Maria Magdalena fasziniert, weil sich an ihr die wechselnden Vorstellungen von Frauen, Glauben und Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg besonders eindrücklich ablesen lassen. Ihre Geschichte ist deshalb immer auch eine Geschichte der Blicke auf sie. Für uns als Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung eröffnet die Ausstellung die besondere Möglichkeit, diese Entwicklung anhand unterschiedlichster künstlerischer Medien, über Epochen und geografische Grenzen hinweg zu verfolgen. Die eigenen Sammlungen beider Häuser bilden dafür den Ausgangspunkt. Im Dialog mit bedeutenden Leihgaben entsteht ein Panorama, das zeigt, wie sich eine Figur verändert, wenn sich die Welt um sie herum verändert.“

Die Kuratoren der Ausstellung Bastian Eclercy, Sammlungsleiter italienische, französische und spanische Malerei vor 1800 am Städel Museum, und Stefan Roller, Sammlungsleiter Mittelalter der Liebieghaus Skulpturensammlung, erläutern: „Über fast ein Jahrtausend hinweg wurde Maria Magdalena in den unterschiedlichsten Medien und Epochen immer wieder neu dargestellt. Diese außergewöhnliche Vielfalt macht ihre Bildgeschichte zu einem besonders aufschlussreichen Spiegel der jeweiligen Zeit. Die Ausstellung führt Gemälde, Skulpturen und Grafiken aus unterschiedlichen Regionen und Jahrhunderten zusammen. Im direkten Gegenüber der Werke werden überraschende Verbindungen sichtbar, aber auch die tiefgreifenden Veränderungen, die das Bild Maria Magdalenas im Laufe der Zeit erfahren hat.“

English summary:
As one of the most multifaceted figures in biblical tradition and art history, Mary Magdalene has fascinated audiences for centuries. With “Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.”, the Städel Museum and the Liebieghaus Skulpturensammlung present the first comprehensive exhibition in the German-speaking world dedicated to her depiction across nearly a millennium. Featuring over 100 paintings, sculptures, and prints from the Middle Ages to the contemporary era, the show combines works from the museum's own holdings with major international loans from institutions such as the Louvre, the National Gallery in London, and the Met. The exhibition highlights works by prominent artists including Albrecht Dürer, Lavinia Fontana, Artemisia Gentileschi, Max Beckmann, Kiki Smith, Marlene Dumas, and David LaChapelle.

17.09.2026 - 17.01.2027
Städel Museum, Frankfurt

Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main

https://www.staedelmuseum.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Die Figur der Maria Magdalena fungiert in der europäischen Kunstgeschichte als paradigmatische Projektionsfläche für theologische, anthropologische und genderspezifische Diskurse. Ihre Ikonographie durchläuft eine tiefgreifende Transformation: vom mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Typus der reuigen Sünderin und asketischen Büßerin – meisterhaft visualisiert in Gemälden, Skulpturen und Druckgrafiken von Albrecht Dürer, Georges de La Tour oder Pedro de Mena – über symbolistische und modernistische Deutungen (Arnold Böcklin, Max Beckmann) bis hin zur popkulturellen Rezeption bei David LaChapelle. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Einbindung weiblicher Perspektiven von Barockkünstlerinnen wie Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani und Luisa Roldán bis hin zu Positionen der Gegenwartskunst um Kiki Smith und Marlene Dumas. Sie brechen tradierte, oft patriarchale Blickregime auf und überführen die biblische Heilige in eine vielschichtige Chiffre für weibliche Subjektwerdung, Körperlichkeit und existenzielle Selbstbestimmung.
Supported by AI

Kataloge/Medien zum Thema: Gruppenausstellung


Gruppenausstellung:

- sind Gruppenausstellungen