Alles auf Abstand

Juni | FH Münster
Eingabedatum: 28.06.2020

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Architekturstudierende entwickelten kreative Ideen für den Corona-Alltag und erhalten dafür ein Erstsemesterstipendium

Gilt die Maskenpflicht schon auf dem Bahnsteig oder erst im Zug? Mit wie vielen Freunden ist ein Treffen im privaten Garten möglich? Ist der öffentliche Platz für den Sparziergang schon zu voll? „Kann ich?“ heißt die App, bei der die Nutzer diese Informationen erhalten könnten. Ausgedacht hat sich die Idee Ben Meiners beim Wettbewerb „Alles auf Abstand“– ganz typisch für diese Zeit per Videokonferenz – und landete damit auf dem 1. Platz.

Der 22-Jährige ist einer von 23 Zweitsemestern, die ihre Eignungsprüfung für die Zulassung zum Studium am Fachbereich Architektur der FH Münster, der Münster School of Architecture (MSA), mit 1,5 oder besser abgeschlossen hatten und der Einladung für die Stehgreifaufgabe gefolgt sind: in wenigen Stunden ein Konzept zu entwickeln, dass trotz der Abstandsregeln im Corona-Alltag ein Miteinander ermöglicht. Die drei besten Konzepte kürte eine Jury mit dem Erstsemester-Stipendium und Anerkennungen.

„Dass die Aufgabe so offen und auch eine digitale Lösung möglich war, hat mir sehr gut gefallen“, sagt Meiners. „Immer wieder waren wir in meinem Freundeskreis unsicher, was zurzeit erlaubt ist und was nicht.“ Nach der Vorrunde am Vormittag präsentierte er eine Skizze auf Papier, in der Finalrunde am Nachmittag bereits die App-Oberfläche auf dem Handy – und überzeugte damit die Jury. „In wenigen Stunden hatte er seine Idee umfassend durchdacht und grafisch super dargestellt“, so Maximilian Wombacher, Lehrbeauftragter an der MSA. Meiners weiß auch schon, wie er sein einmaliges Stipendium von 500 Euro anlegt. „Ich werde mich digital weiter ausrüsten, das Geld in Programme oder ein Grafikboard stecken.“

Über 300 Euro und den 2. Platz freute sich Lara Simons. Die Bachelorstudentin sieht für ihr Modell „Pop-up Cube“ Würfel im Format von zwei mal zwei Metern vor, mit Gestänge, durchsichtigen Vorhängen, oben offen, zusammensetzbar. „Mein Anliegen war, vor allem Veranstaltungen trotz der Corona-Einschränkungen möglich zu machen“, sagt die 26-Jährige. „Wichtig war mir, dass meine Idee einfach umzusetzen und für jeden nutzbar ist. Auch sollte der Cube in seiner zusammengepackten Form gut transportierbar sein, sodass er überall mit hingenommen werden kann – auch noch nach der Corona-Pandemie.“

Vertikale Kreise mit dem Durchmesser von zwei Metern bilden die Grundlage für das Konzept „Connecting Circles“ von Anneke Gerdes, die dafür mit 200 Euro belohnt wurde. Die Module aus Beton oder Stahl sind durch Bolzen und Muttern verbunden und flexibel kombinierbar. „Der Abstand ist automatisch gewährleistet, wenn sich Menschen hier treffen“, sagt die 24-Jährige.

Zum Thema: Drei Ideen wurden mit Anerkennungen gewürdigt. Johanna Schäpers hat „PADwork“ kreiert: zusammenfaltbare farbige Sitzkissen, die den Mindestabstand beispielsweise bei einem Picknick ermöglichen. Kugeln aus Mineralwerkstoffplatten in einem Durchmesser von drei bis vier Metern stellt sich Ilias Hoffmann für seine Idee „Space in Dialog“ vor. „See me smile“ nennt Friederike Brückner ihr Gadget: ein Schlüsselanhänger, in dem sich die Maske aus transparentem Material – damit man das Lächeln sehen kann – unterbringen lässt. Bei „Alles auf Abstand“ haben 23 Studierende von den insgesamt 42, die die Eignungsprüfung zur Zulassung mit der Note 1,5 oder besser bestanden hatten, teilgenommen. Mitglieder der Jury waren die Lehrbeauftragten Max Wombacher und Jörn Hadzik, die Tutorinnen Jule Wolfers und Hannah Becker von der MSA sowie Marcel Lohmann von der Hagemeister GmbH & Co. KG, die gemeinsam mit der Xella International GmbH die Geldpreise gestiftet hat. Die Anerkennungen kamen von der Buchhandlung Extrabuch.

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