Tree and Soil. Robert Knoth & Antoinette de Jong

27.3. bis 24.5.2021 (unter Vorbehalt) | Museum im Kulturspeicher, Würzburg
Eingabedatum: 09.03.2021

Tree and Soil. Robert Knoth & Antoinette de Jong

Itate Mura, Bezirk Soma, Präfektur Fukushima, Foto und © Robert Knoth & Antoinette de Jongbilder

Aus Anlass des 10. Jahrestages der Nuklearkatastrophe von Fukushima zeigt das Museum im Kulturspeicher die Ausstellung „Tree and Soil“ des niederländischen Künstlerpaares Robert Knoth und Antoinette de Jong erstmals in Deutschland. In einer eindringlichen Videoinstallation und fotografischen Bildern, die in den Jahren nach dem Unglück im verseuchten Sperrgebiet entstanden, thematisieren die Künstler*innen das vielschichtige Verhältnis von Mensch und Natur. Das Reaktorunglück von Fukushima im März 2011 wirkte weltweit wie ein Schock: In dem vermeintlich sicheren Atomkraftwerk fielen durch ein Erdbeben und einen folgenden Tsunami die Notstromaggregate aus, was in mehreren Reaktorblöcken eine Kernschmelze zur Folge hatte. Hoch radioaktive Substanzen traten in die Atmosphäre aus und verseuchten die gesamte Region im Nordosten Japans. Mehr als 120.000 Menschen mussten evakuiert werden und verloren ihre Heimat. Das Unglück in Japan zog ein neues Bewusstsein für die vom Menschen nicht beherrschbaren Risiken der Atomkraft nach sich. In Deutschland verkündete Angela Merkel einen Monat nach der Katastrophe den deutschen Atomausstieg.
In den Jahren nach der nuklearen Katastrophe reisten die Künstler*innen Robert Knoth und Antoinette de Jong mehrfach in das Sperrgebiet. In Interviews mit den ehemaligen Bewohner*innen, in Foto- und Videoaufnahmen dokumentierten sie über Jahre hinweg die menschenleeren Orte und die einst gepflegten japanischen Kulturlandschaften, die von der Natur zurückerobert werden.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine Videoinstallation mit Aufnahmen der scheinbar unberührten Natur in der verseuchten Region. Die Filme mit ihren langen Einstellungen – fallender Schnee, vom Wind bewegte Blätter, Sonnenlicht, das durch das Laub bricht – sind von einer stillen, poetischen Kraft. Die radioaktive Bedrohung aber bleibt – wenngleich unsichtbar – anwesend.
Die Vielschichtigkeit des Verhältnisses von Mensch und Natur findet einen weiteren Ausdruck in der Kombination eigener Fotografien aus der Sperrzone mit Naturalien und künstlerischen Darstellungen aus der im frühen 19. Jahrhundert zusammengetragenen Sammlung des Würzburger Arztes Philipp Franz von Siebold. Diese zeigt, wie tief die japanische Kultur in der Natur verwurzelt und von ihr inspiriert ist. Siebold steht aber auch für ein Zeitalter, in dem Forscher die Welt bereisten, um sie zu erkunden, zu ordnen und ihre Ressourcen für die Menschheit nutzbar zu machen – ein Vorspiel zum Anthropozän, in dem unser Planet durch menschliches Tun massiv gefährdet ist. Dies zeigt sich eindrücklich in Fukushima.

Museum im Kulturspeicher
Oskar-Laredo-Platz 1
97080 Würzburg
www.kulturspeicher.de


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