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Silke Schönfeld. Über alles vernünftige Maß hinaus

bis 18. 07. 2021 | KIT, Düsseldorf
Eingabedatum: 11.06.2021

Silke Schönfeld. Über alles vernünftige Maß hinaus

Ausstellungsansicht Silke Schönfeldbilder


Die Künstlerin (*1988) macht in ihrer Einzelausstellung Geschichten sichtbar, die von der leeren Propaganda der Neuen Rechten bis hin zu den seelischen und körperlichen Kämpfen der 16- jährigen Thaiboxerin Aleyna Asya Akgün reichen. Dabei bearbeitet Schönfeld höchst politische Themen wie Identität und Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Ausschluss, Tradition und Rituale. In ihren Filmen nimmt sie sich und ihre eigene Lebenswelt bewusst zurück, lässt präzise geplante Kameraschnitte und -einstellungen auf die Betrachter*innen wirken und fordert auf diese Weise ein tiefergehendes, die Oberfläche durchdringendes Schauen ein.

Der Titel der Ausstellung entstammt einer Eröffnungsrede von Hildebrand Gurlitt, damals Direktor des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, die unter anderem 2017 als Grundlage für eine gleichnamige Arbeit diente. In ihr sagt Gurlitt: „Große Kunst will immer das Unerreichbare, das Unmögliche, sie muss deshalb jedem nur praktisch Denkendem sinnlos, fast anstößig erscheinen; aber gerade dieses ‚Über alles vernünftige Maß hinaus‘ gibt der Kunst erst die Würde.”1

Bei der Titelfindung zu ihrer Einzelausstellung im KIT dachte Schönfeld an diesen Titel zurück: Er klingt offen und assoziativ, lässt aber gleichzeitig Behördensprachliche Untertöne mitklingen. Direkt entsteht die Frage nach der Person, die da über das vernünftige Maß hinaus geht oder gehen will: Die Künstlerin selbst mit ihrem Eindringen in das Geschehen? Die Protagonist*innen vor der Kamera? Oder gar die Kamera selbst?

Beim Betreten des Ausstellungsraums, kommen die Besucher*innen in einen Ort der Kontemplation, der Reflexion. Direkt zu Anfang der Ausstellung kommt es in der Verjüngung von KIT zur Konfrontation mit den Erlebnissen des vergangenen Jahres. Der Blick richtet sich auf die Leinwand: Die Arbeit „Rhetorics of the Unknown“ beschwört die Atmosphäre der Selbstisolation herauf: Die eigenen Sinne werden durch die unsichtbare Bedrohung der Pandemie geschärft, ebenso wie die Bedeutung der eigenen Wohnung, die vor dem Hintergrund der Covid-19 Pandemie eine ganz neue Sicherheit entwickelt.

KIT – Kunst im Tunnel
Mannesmannufer 1b
40213 Düsseldorf
www.kunst-im-tunnel.de

Presse




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