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Der Kunstmarkt und die Grenzen der Künstlichen Intelligenz

im Mai 2024 | Berlin
Eingabedatum: 03.06.2024

Der Kunstmarkt und die Grenzen der Künstlichen Intelligenz

Objektebilder


Die Analyse des Kunstmarktes unter Berücksichtigung unterschiedlicher institutioneller Kontexte erweist sich als ein vielversprechender Ansatz, um seine Funktionsweise zu ergründen.

Beschreibe die Situation der nationalen Pavillons auf der Venedig Biennale von Deutschland, den USA, China, Italien und Frankreich in der Zeit zwischen 1970 und 2024 anhand der präsentierten Künstler:innen, so die Anfrage, die verschiedenen KI-Systemen gestellt wurde.
Die Grundlage der vorliegenden Untersuchungen bildet die Künstlerliste des Deutschen Pavillons, welche für den Zeitraum von 1972 bis heute vorliegt. Im Rahmen der Untersuchung wurde die Anweisung gegeben, Sätze zu formulieren, die den deutschen Status pro Jahrzehnt entsprechend anderen Pavillons ins Verhältnis setzt.
In der Hoffnung, dass KI-Systeme, quasi spielerisch mit Daten aus komplexen Systemen umgehen können, waren wir gespannt.

Es ist bekannt, dass KI-Systeme halluzinieren, wenn erfragte Daten dem System nicht vorliegen. Aber eine erste offensichtliche Fehlleistung entstand, als die KI Markus Lüpertz neben Georg Baselitz und Anselm Kiefer dem deutschen Beitrag zur Venedig Biennale von 1980 zuordnete. An Lüpertz gab es zwar eine Einladung, mit den beiden anderen Künstlern auszustellen, er lehnte jedoch ab. Der Künstler wollte erst ausstellen, wenn er zu einer Einzelausstellung eingeladen würde. Hier zeigen sich die Schwächen der aktuellen Systeme (und des Künstlers), die aus einer Einladung zur Ausstellung die Teilnahme machte. Weitere Fehler traten auf, als z.B. Ai Wei Wei dem chinesischen Pavillon zugeordnet wurde, wobei er zu dem Zeitpunkt in einer Kirche in Venedig ausstellte. Auch Christian Boltanski wird historisch falsch eingeordnet.

Aber hier einmal das Ergebnis der KI:

1970er Jahre:
Während in Deutschland in den 1970er Jahren die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit im Vordergrund stand (Joseph Beuys, Anselm Kiefer), setzte sich Frankreich mit Themen wie Erinnerung, Vergänglichkeit und Verlust auseinander (Christian Boltanski). In England dominierten kritische Ansichten zur Massenkultur durch die Pop-Art (Richard Hamilton), während in den USA moderne und postmoderne Strömungen den Pavillon prägten (Jasper Johns, Robert Rauschenberg).
1980er Jahre:
Während in Deutschland die expressive, figurative Kunst der "Neuen Wilden" Bewegung im Mittelpunkt stand (Georg Baselitz, Markus Lüpertz), öffneten sich die USA einem breiteren kulturellen und ethnischen Pluralismus (Jean-Michel Basquiat, Cindy Sherman). In Frankreich wurde Minimalismus und geometrische Kunst erkundet (Jean-Pierre Raynaud), während England die Betonung auf Skulptur und Materialität legte (Stephen Cox).
1990er Jahre:
Während Deutschland sich nach der Wiedervereinigung zunehmend global ausrichtete (Gerhard Richter, Rosemarie Trockel), integrierten die USA verstärkt neue Medien und Technologien in die Kunst (Bill Viola). Frankreich kombinierte Alltagsobjekte mit Malerei zur Untersuchung der Kunstwahrnehmung (Bertrand Lavier), während England sich mit der Abwesenheit und Präsenz durch negative Räume beschäftigte (Rachel Whiteread). China nahm erstmals offiziell teil und zeigte eine Mischung aus traditionellen und modernen Ansätzen (Huang Yong Ping, Cai Guo-Qiang).
2000er Jahre:
Während Deutschland soziale, politische und ökologische Themen in den Vordergrund stellte (Isa Genzken, Ai Weiwei), nutzten Künstler in den USA zunehmend digitale Technologien und neue Medien (Bruce Nauman). Frankreich kombinierte Humor und Poesie in interaktiven Installationen (Fabrice Hyber), während England sich intensiv mit Rassenfragen und kultureller Identität auseinandersetzte (Chris Ofili). China verschob sich hin zu avantgardistischen Ansätzen und komplexen sozialen Themen (Xu Bing, Zhang Huan).
2010er Jahre:
Während Deutschland globale Perspektiven und aktuelle Themen thematisierte (Anne Imhof), fokussierten sich die USA auf politische und soziale Reflexionen wie Rassismus und Geschlechtergerechtigkeit (Mark Bradford, Simone Leigh). Frankreich präsentierte tief persönliche und konzeptuelle Werke (Sophie Calle), während England politisch-soziale Themen und die britische Kultur kritisch reflektierte (Jeremy Deller). China gewann internationale Anerkennung und integrierte neue Medien und Technologien, um politische und soziale Fragen zu thematisieren (Ai Weiwei).

Soweit die KI.
Man sieht, dass wenn auch aktuell noch fehlerhaft, schneller komplexere Daten erfasst und verkürzt dargestellt werden können.

Nachfrage:

Überprüfe bitte, ob alle genannten Künstler auch in den jeweiligen Pavillons wirklich ausgestellt haben.

Bestätigung der Künstler und ihrer Teilnahme an der Biennale in Venedig
Die Recherche bestätigt die Teilnahme der meisten genannten Künstler in den jeweiligen Pavillons auf der Biennale in Venedig. Hier sind einige der bedeutendsten Künstler und ihre bestätigte Präsenz:

Deutschland:
Joseph Beuys: Repräsentierte Deutschland bei der Biennale in 1976 und 1980.
Anselm Kiefer: Nahm 1980 teil.
Isa Genzken: Vertrat Deutschland 2007.
Anne Imhof: Repräsentierte Deutschland 2017 und gewann den Goldenen Löwen.
USA:
Jasper Johns: Repräsentierte die USA 1988.
Robert Rauschenberg: Gewann 1964 den Goldenen Löwen.
Bill Viola: Repräsentierte die USA 1995.
Mark Bradford: Vertrat die USA 2017.
Simone Leigh: Repräsentierte die USA 2022.
Frankreich:
Christian Boltanski: Nahm 2011 teil.
Jean-Pierre Raynaud: Repräsentierte Frankreich 1980.
Fabrice Hyber: Repräsentierte Frankreich 1997.
Sophie Calle: Repräsentierte Frankreich 2007.
Anri Sala: Repräsentierte Frankreich 2013.
England:
Richard Hamilton: Nahm 1993 teil.
Rachel Whiteread: Repräsentierte England 1997.
Chris Ofili: Repräsentierte England 2003.
Jeremy Deller: Repräsentierte England 2013.
China:
Huang Yong Ping: Repräsentierte China 1999.
Cai Guo-Qiang: Repräsentierte China 1999.
Ai Weiwei: Nahm mehrfach teil, u.a. 2013.


Gewisse Unzuverlässigkeiten bleiben auch beim Nachfragen.

Trotzdem erscheint die Künstler:innenliste recht sympathisch. Angefangen mit Beuys, Kiefer, Boltanski, Jean-Michel Basquiat, Cindy Sherman, Anish Kapoor. Danach Gerhard Richter, Rosemarie Trockel, Hanne Darboven, Bill Viola, Rachel Whiteread. Isa Genzken, Ai Weiwei, Bruce Nauman, Zhang Huan, Anne Imhof, Sophie Calle, Jeremy Deller, Maria Eichhorn.

Zum Vergleich hier eine Liste von Preisträger:innen des Kunstpreises der Roswitha Haftmann Stiftung:
Lawrence Weiner - 62; Rosemarie Trockel - 54; Peter Fischli & David Weiss - 51; Pierre Huyghe - 48; Sigmar Polke - 48; Carl Andre - 46; Douglas Gordon - 41; Heimo Zobernig - 41; Michelangelo Pistoletto - 39; Cindy Sherman - 38; Harun Farocki - 37; Jeff Wall - 37; Mona Hatoum - 37; Richard Artschwager - 34; Hans Haacke - 27; Robert Ryman - 27; Maria Lassnig - 19; Valie Export - 18; Vija Celmins - 14; Walter De Maria - 13; Gülsün Karamustafa - 12; Jonas Mekas - 10; Trisha Brown - 9;

Die KI entdeckt folgende Differenzen:
Die Preisträger der Roswitha Haftmann Stiftung zeigen eine größere Medienvielfalt als die Teilnehmer der Venedig Biennale. Neben Malerei und Skulptur sind Installationen, Fotografie, Video und Performance stark vertreten.
Die Roswitha Haftmann Stiftung fördert stark konzeptuelle Kunst, die sich mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzt. Dies ist bei der Biennale weniger ausgeprägt.
Die Roswitha Haftmann Stiftung vergibt den Preis auch an junge, aufstrebende Künstler, während die Biennale eher etablierte Künstler zeigt.
Gemeinsamkeiten:
Sowohl die Preisträger der Roswitha Haftmann Stiftung als auch die Teilnehmer der Venedig Biennale gehören zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart.
Beide Ausstellungen zeigen Werke von Künstlern aus aller Welt.

Fazit:


Die Roswitha Haftmann Stiftung und die Venedig Biennale spiegeln unterschiedliche Aspekte der zeitgenössischen Kunst wider. Die Stiftung fördert eine breitere Palette von Medien und Künstlern, während die Biennale sich auf etablierte Größen und eine eher traditionelle Präsentation der Kunst konzentriert.

Diese Erkenntnis ist im Ganzen gesehen sicher richtig, allerdings muss berücksichtigt werden, dass die Venedig Biennale die älteste Biennale ist und daher nicht das moderne Verständnis von Biennale verkörpert.
Beim Vergleich der Preisträger:innen auf einer breiten Kunstpreis-Basis entsteht der Eindruck, Malerei sei ein bevorzugt ausgezeichnetes Medium. Doch da rät die KI zur Vorsicht und verweist auf z.B. die lange Tradition der Malerei, die ein gehäuftes Auftreten des Mediums der Malerei begründen. Insofern kann man die KI immer und gerne als Korrektiv der eigenen Position einsetzen, wobei die Künstliche Intelligenz bei der Recherche sicherlich einen Gewinn darstellt, bei der die notwendige Überprüfung allerdings mit einem höheren Zeitbudget einhergeht.


ct





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