Die Gruppenausstellung Reproductive Matters [dt. Reproduktionsfragen] nimmt den Begriff der Reproduktion zum Ausgangspunkt, um anhand von fünf künstlerischen Positionen über seine vielfältigen Bedeutungen und deren Überschneidungen zu reflektieren.
Ana Navas thematisiert in ihren Skulpturen die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte von Design- und Kunstobjekten anhand von Ideen der Zugänglichkeit, Kommodifizierung, Imitation und Aneignung. In den Wandteppichen von Zuzanna Czebatul reproduziert die Künstlerin Auszüge historischer Wandteppiche nach Bildern aus Büchern oder dem Internet. Die Ausschnitte verweisen auf die verborgenen machtpolitischen Bedeutungen kultureller Symbole. Daniel Poller reflektiert in seiner fotografischen Praxis Momente der Geschichtsschreibung im öffentlichen Raum mit besonderem Fokus auf die Rekonstruktion historischer Gebäude. Julia Lübbecke setzt sich in ihrer Installation Kleber und Falten (2023) mit den physischen Qualitäten politischer Archive auseinander. Reproduzieren die Archive die Verhältnisse, die sie repräsentieren? Lucy Beechs Film Reproductive Exile (2018) erforscht die Erfahrungen von Anwender:innen biomedizinischer Pharmazeutika in der kommerziellen Leihmutterschaftsindustrie und adressiert Themen wie Intimität, artenübergreifende pharmazeutische Präparate und die Umverteilung reproduktiver Arbeit.
Die ausgewählten Arbeiten der fünf Künstler:innen beleuchten Vorstellungen von Original und Kopie und die damit verknüpften Wertigkeiten sowie Fragen der biologischen und sozialen Reproduktion.
Kuratiert von Nadja Quante
Die Ausstellung wurde in Dialog mit Anna Voswinckel entwickelt.
KH Künstler:innenhaus Bremen
Am Deich 68/69
Bremen
www.kh-bremen.de
Presse
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Zuzanna Czebatul
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Galerie Johannisthal
Verein Berliner Künstler
GG3 - Galerie für nachhaltige Kunst
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