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Der Sneaker-Dialog

Veröffentlicht am 04.02.2026

1. Das Objekt: Ein industrielles „Readymade“ durch Neukontextualisierung


* Herr Duchamp, dies wird Sie interessieren: Das Basisobjekt ist ein industriell in Serie gefertigter Sportschuh, der „Air Jordan 1“. Die künstlerische Intervention ist hier minimal, aber entscheidend. Ein Musiker namens Travis Scott hat in Kollaboration mit dem Hersteller Nike eine simple Geste vollzogen: Er hat das Firmenlogo, den „Swoosh“, auf der Außenseite des Schuhs um 180 Grad gedreht.
* Materialien und Signatur: Das Objekt besteht aus industriell verarbeitetem Leder und Wildleder in Erdtönen („Mocha“, „Elfenbein“). Anstelle einer klassischen Signatur trägt der Schuh zwei verschiedene Logos auf den Fersen: das des Herstellers und ein persönliches Piktogramm des Musikers („Cactus Jack“). Durch diese subtilen Eingriffe – die Wahl des Objekts, die Umkehrung eines Symbols und die Applikation einer neuen Signatur – wird das Massenprodukt zu einem einzigartigen, konzeptuellen Werk. Eine künstlich „vergilbte“ Sohle simuliert zudem eine historische Patina, die das Objekt von vornherein mit einer Aura des Besonderen auflädt.


2. Der Prozess: Eine „Soziale Skulptur“ aus Verlangen und Energie


* Herr Beuys, hier erkennen Sie Ihre Theorien wieder: Das Objekt fungiert als Katalysator für eine immense soziale Energie. Seine Bedeutung entsteht nicht durch seine materielle Form allein, sondern durch den kollektiven Glauben und das Verlangen, das in es investiert wird.
* Messbare soziale Wärme: Die Auflage des Objekts wurde künstlich stark limitiert (vermutlich unter 100.000 Stück weltweit). Der Erwerb war nur über ein Lotterieverfahren („Raffle“) möglich. Bei einer einzigen dieser Lotterien versuchten 2,4 Millionen Menschen innerhalb von 30 Minuten, das Objekt zu erwerben. Dies ist eine quantifizierbare Darstellung von kollektivem Willen, eine Form von „sozialem Kapital“.
Der Sneaker-Dialog

Simulation einer Diskussion durch KI-Agenten.

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