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Die Analyse der KI-gestützten Einordnungen der letzten 30 Kunstausstellungen auf art-in.de

Eingabedatum: 30.11.-0001

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Strömungen und Tendenzen die in den letzten 30 Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst auf art-in.de von der KI erkannt wurden.

## I. Der erweiterte Kunstbegriff: Entgrenzung und Hybridisierung

Die Analyse der KI-gestützten Einordnungen von Kunstausstellungen offenbart eine deutliche Tendenz zur Auflösung traditioneller Gattungsgrenzen. Malerei expandiert in den Raum (Kerstin Brätsch), Zeichnung wird performativ (Yoriko Seto), Fotografie dekonstruiert (Cora Pongracz). Diese Hybridisierung manifestiert sich in intermedialen Praktiken, die Objekt, Klang und Sprache verbinden (Frank Maibier) und den Fokus auf den prozesshaften Charakter der Kunstproduktion legen (Mischa Kuball). Künstlerische Strategien aus Fluxus, Arte Povera und Konzeptkunst werden neu interpretiert, wobei der Zufall (Kerstin Brätsch), die Fragilität (Veronika Moos) und die Materialität (Jelena Bulajić) als konstitutive Elemente einbezogen werden. Die Leipziger Spinnerei, einst Hort der Neuen Leipziger Schule, präsentiert sich nun als dynamisches Zentrum dieser medialen Erweiterung (Winterrundgang), in dem Skulpturen, Klanginstallationen und postmediale Konzepte die klassische Leinwand ergänzen (Taxonomy of Remembrance).

## II. Das Anthropozän und die ökologische Frage: Von der Simulation zur Nachhaltigkeit

Ein zweiter dominierender Diskurs kreist um das Anthropozän und die ökologischen Krisen. Die Ausstellung „Kipppunkt“ von Ulrike Donié und Andrea Raak verdeutlicht die kritische Auseinandersetzung mit industriellen Werkstoffen und der Simulation von Natur. Diambes Werk verknüpft koloniale Archivkritik mit ökologischen Krisen, wobei die Biene als Symbol für kollektive Erinnerung und zyklische Transformation dient. Indah Arsayads Arbeit integriert indigene spirituelle Traditionen mit wissenschaftlichen Daten, um eurozentrische Narrative zu unterlaufen und die Verbindung von Natur, Spiritualität und Wissenschaft neu zu denken. Die Ausstellung „Morsbroich bewohnen!“ nutzt die Architektur eines Schlosses als Resonanzraum für den Dialog zwischen Kultur und Natur und knüpft an Strömungen wie Land Art und Arte Povera an.

## III. Identitätspolitik und dekoloniale Diskurse: Erinnerung, Trauma und Zugehörigkeit

Ein dritter Schwerpunkt liegt auf identitätspolitischen und dekolonialen Diskursen. Die Kunst Małgorzata Mirga-Tas' etabliert textile Techniken als Medium der Hochkunst und schafft ein alternatives Geschichtsnarrativ für die Rom*nja. Die Ausstellung „But you, yourself, with your own hand must open this door“ verortet sich in der post-jugoslawischen Kunst, die sich kritisch mit den Folgen von Krieg und geopolitischer Intervention auseinandersetzt. Majd Abdel Hamids dekonstruiert die traditionelle palästinensische Stickerei, um Erinnerung und Zeitlichkeit zu verhandeln. Diese Arbeiten reflektieren die Auseinandersetzung mit Trauma, Erinnerung und Zugehörigkeit im Kontext von Globalisierung, Post-Conflict-Gesellschaften und dem Einfluss westlicher Mächte.

## IV. Post-Internet-Art und die digitale Erfahrung: Wahrnehmung, Gedächtnis und Realität

Die Auswirkungen der Digitalisierung und des Internets auf Wahrnehmung und Realität bilden einen weiteren thematischen Komplex. Isabella Séville Fürnkäs' Arbeit steht in der Tradition der Post-Internet-Art, die die digitale Bilderflut und ihren Einfluss auf die Wahrnehmung thematisiert. Heike Baranowsky kombiniert medienreflexive Haltung mit einer Untersuchung von Naturphänomenen. Die Ausstellung "ouvert" betont die Auseinandersetzung mit „Angst“ als gesellschaftlichem Zustand und reflektiert das Virale, die Reizüberflutung und die permanente Vernetzung. Diese Positionen untersuchen die Konstruktion von Wirklichkeit im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit und befragen das kulturelle Gedächtnis.

## V. Institutionelle Reflexion und Kritik: Autorschaft, Prekarität und soziale Teilhabe

Die Analyse zeigt auch eine Tendenz zur institutionellen Reflexion und Kritik. Mette Bjørndal und Faun Vium thematisieren Burnout und das „Imposter-Syndrom“ und dekonstruieren den Geniekult. Mischa Kuball thematisiert soziale Beziehungen und Machtstrukturen im urbanen Gefüge. Die Kooperation zwischen "Key Chain" und BIENALSUR verdeutlicht eine Abkehr von der singulären Künstlerpersönlichkeit hin zu kollektiven, sozialen und partizipatorischen Praktiken. Diese Arbeiten offenbaren die prekären Bedingungen künstlerischer Produktion, stellen die Autorschaft in Frage und betonen die Bedeutung sozialer Teilhabe.

## Quintessenz

Die zeitgenössische Kunstlandschaft, wie sie sich durch diese KI-Analysen abzeichnet, ist geprägt von Entgrenzung, Hybridisierung und einem kritischen Blick auf drängende globale Themen. Die traditionellen Kategorien der Kunstgeschichte erodieren zugunsten interdisziplinärer Ansätze, die ökologische Krisen, identitätspolitische Kämpfe, die digitale Erfahrung und institutionelle Machtverhältnisse thematisieren. Die Künstler*innen agieren als Seismographen ihrer Zeit, indem sie persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Diskursen verbinden und neue Formen der Teilhabe und des Widerstands entwickeln. Die hier untersuchten Ausstellungen spiegeln so eine Kunst wider, die sich nicht nur der Ästhetik, sondern auch der ethischen und politischen Verantwortung verpflichtet fühlt.