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Gewinner des Nachwuchsförderpreises für Medienkunst

Chris Alton, Marta Popivoda

Juni 2015 | Edith-Russ-Haus, Oldenburg
Eingabedatum: 19.06.2015

Das Edith-Russ-Haus gibt die Gewinner des Nachwuchsförderpreises für Medienkunst der Sparda-Bank 2015 bekannt: Chris Alton mit dem Werk „English Disco Lovers“ (EDL) und Marta Popivoda mit „Mass Ornaments“. Sie erhalten jeweils ein Preisgeld von 3.000 Euro und die Möglichkeit, ihre Werke im Edith-Russ-Haus auszustellen. Die gemeinsame Ausstellung der beiden Preisträger wird den Titel „Outdancing Formations“ tragen und vom 18. September bis 4. Oktober 2015 zu sehen sein. Mit komplexen Mixed-Media-Installationen werden Alton und Popivoda die gesamte Ausstellungsfläche des Edith-Russ-Hauses bespielen.

Die Jury des Nachwuchsförderpreises setzt sich zusammen aus der künstlerischen Leiterin des Hartware MedienKunstVereins (HMKV) aus Dortmund Inke Arns, der Kuratorin und Autorin Nataša Ilic sowie den Leitern des Edith-Russ-Hauses Edit Molnár und Marcel Schwierin. In den Jurybegründungen über die beiden Preis-träger und ihre eingereichten Werke heißt es:

Chris Alton: English Disco Lovers (EDL)
Jury: „Subversion vom Feinsten: Die ´English Disco Lovers` (EDL) sind eine facettenreiche Protestbewegung, die darauf abzielt, das EDL-Akronym der English Defence League, einer extremistischen Organisation, die gemeinhin mit Rassismus, Islamophobie und Gewalt in Verbindung gebracht wird, zurückzuerobern. Chris Alton gründete die Gruppe mit der Absicht, der wachsenden Präsenz von Rechtsextremismus im Vereinigten Königreich zu begegnen.
Die English Disco Lovers (EDL) existieren in vielfältigen unterschiedlichen Formen, unter anderem in online-Besetzungen, Straßenprotesten, Vorträgen, Photographien, Videos, Einträgen in Social-Media-Netzwerken, Nachrichtenartikeln und als gemeinsame Idee.“

Marta Popivoda: Mass Ornaments
Jury: „‚Mass Ornaments´ ist ein künstlerisch ergreifendes und überzeugendes Projekt über das Wesen des Zuschauens und die Rolle der Öffentlichkeit. Die Arbeit beginnt bei den Massenaufführungen im späten Jugoslawien zu den Feierlichkeiten des ´Tags der Jugend` im Jahr 1987 und fährt fort, die ´Unaufmerksamkeitsblindheit` und Probleme der Öffentlichkeit heutzutage zu erläutern.
Durch den Blick auf Archivmaterial dieses sozialistischen Spektakels, welches nur wenige Jahre vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Jugoslawien aufgeführt wurde, enthüllt die Mixed-Media-Installation ´übersehene` Zeichen des sich anbahnenden Zusammenbruchs und bildet eine Meditation über das Sehen, Nicht-sehen und die Weigerung zu sehen und was dieses für das Betrachten von medialen Bildern und von Kunst bedeutet.“

Die Arbeiten von Chris Alton (*1991) basieren auf zahlreichen, scheinbar nicht miteinander verbundenen kulturellen Phänomenen. Ob Discomusik gegen Fremdenfeindlichkeit oder Tischtennisspiele gegen aggressive Architektur – Alton hebt unwahrscheinliche Parallelen hervor und produziert bizarre Situationen. Durch diese versucht er alternative Wege des Seins in der Welt ausdrücken – wie beispielsweise Widerstand, Subversion und Verweigerung. Chris Alton lebt und arbeitet in London.

Die Arbeiten von Marta Popivoda (*1982) untersuchen Fragen der diskursiven Machtstruktur der zeitgenös-sischen Kunstwelt ebenso wie die kulturelle und politische Sphäre Jugoslawiens. Sie arbeitet mit den Medien Film, Videoinstallation, Fotografie und Performance. Ihre Arbeit ist eng mit der theoretische-künstlerischen Plattform TkH (Walking Theory) verbunde. Sie ist weiterhin Mitglied des Herausgeberkollektivs des dazugehörigen Journals (tkh-generator.net). Marta Popivoda lebt und arbeitet in Berlin und Belgrad.

Edith-Russ-Haus für Medienkunst
Stadt Oldenburg. D-26105 Oldenburg
edith-russ-haus.de

Presse





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