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Das Kunstarchiv Beeskow im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR Eisenhüttenstadt

Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)

28.01. bis 17.04.2017 | Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR Eisenhüttenstadt
Eingabedatum: 28.01.2017

Lutz Friedel (1948 Leipzig, lebt in Berlin und im Havelland)
Stillleben mit Hammelkopf, 1979
Öl/Leinwand, 117 x 100 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017


Das Beeskower Kunstarchiv ist ein Produkt der deutschen Wiedervereinigung. Ohne den Untergang der DDR hätte es diese Ansammlung von Kunstwerken aus dem Besitz von Parteien, staatlichen Einrichtungen und Massenorganisationen nicht gegeben.
Diese zufällig zustande gekommene Sammlung ist nicht mit einem systematisch gewachsenen und profilierten Museumsbestand zu vergleichen. Der Wert liegt erkennbar in der Symbiose von Kulturpolitik und Kunstschaffen, ihrer Entwicklung und wechselseitigen Beeinflussung, in der sowohl ideologischen wie materiellen Grundlage, auf der tausende von Künstlern, Kunsthandwerkern und Laien an einem Bild von der DDR und für die DDR gearbeitet hatten.



Michael Hegewald (1955 in Berlin, lebt in Berlin)
Porträt Beatrice, 1983
Öl/Hartfaser, 114 x 84 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017


Seit seiner Entstehung im Jahr 1995 zeigt sich die kurze Geschichte des Kunstarchivs Beeskow als eine Reihe fortgesetzter Kämpfe, Widersprüche, ehrlicher Auseinandersetzung, aber auch von Behauptungs- und Verklärungsversuchen. Die 20 wechselvollen Jahre seiner Existenz sind geprägt von einem ständigen Auf und Ab an politischer und gesellschaftlicher Duldung, Anerken-nung oder Ablehnung.
Aus dem Bestand von ca. 15.300 Objekten wurden für die Ausstellung „Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)“ 70 Werke ausgewählt, die den Wandel der Auftragsbehandlung verdeutli-chen. Waren die Menschenbilder der 1960er Jahre bei Edgar Klier, Paul Michaelis oder Walter Womacka noch vom erzieherischen Impetus des neuen sozialistischen Menschentypus charakte-risiert, zeigt sich in der Malerei der 1980er Jahre vor allem ein kritisches Verhältnis zur Gesellschaft. Vor dem Hintergrund veränderter Welterfahrung dominieren in den Werken von Hubertus Giebe, Lutz Friedel oder Michael Hegewald Selbstbehauptung und Identitätsbestimmungen als Ausdruck eines realistischen Gesellschaftsverständnisses. Gänzlich eigene Wege sind im Bereich Druckgrafik und Zeichnungen erkennbar, wo neben den Altmeistern Tübke, Mattheuer oder Querner und dem Beherrschen klarer Raum- und Körpervorstellungen die Vielschichtigkeit der zeichnerischen Struktur eines Hanns Schimansky oder Carlfriedrich Claus mit expressiven, spon-tanen Zeichen innerer Erregung vertreten sind. Existenzielle Situationen verkörpern auch die Porträtplastiken der Bildhauer Fritz Cremer, Gustav Seitz und René Graetz, die unter Vermeidung übertriebenen gestischen Ausdrucks auf Verinnerlichung der Darstellung und behutsame Belebung der Oberflächen setzten.



Bernhard Heisig (1925 Breslau - 2011 Strohdehne)
Lenin, 1970
Lithografie, 41,5 x 29,5 cm
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017


__________________________________

Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)
Dreiteilige Ausstellung in Cottbus | Eisenhüttenstadt | Frankfurt Oder
28.01. bis 17.04.2017

Mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Spree-Neiße und der Sparkasse Oder-Spree

dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
Kunstarchiv Beeskow
Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder)

Das Kunstarchiv Beeskow im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR Eisenhüttenstadt
28.01. bis 17.04.2017


Mehr Informationen zum Konzept, zu Ausstellungsführungen und zum Rahmenprogramm unter:
schlaglichter.net

Geöffnet dienstags bis sonntags 11 bis 17 Uhr, Osterfeiertage geöffnet

Eröffnung am Samstag, 28.1.2017, 11 Uhr / Eintritt frei

Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR
Erich-Weinert-Allee 3 | 15890 Eisenhüttenstadt
alltagskultur-ddr.de/

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