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Made in Balmoral

21. 08 - 7. 11. 2021 | Künstlerhaus Schloss Balmoral, Bad Ems
Eingabedatum: 15.08.2021

Made in Balmoral

Andrea Böning, »Bad Emser Vis à Vis«, 2021 © VG Bild Kunst und Andrea Böningbilder


Gezeigt werden Werke von Andrea Böning und Romana Schmalisch, die die dreimonatigen Stipendien von Juni bis August erhalten haben. Im Anschluss findet ab 20 Uhr auf dem Vorplatz von Schloss Balmoral ein sommerliches Beisammensein statt – jedoch nur bei gutem Wetter. Derzeit dürfen sich maximal 5 Personen im Ausstellungsraum aufhalten. Der Zutritt ist nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung sowie unter Einhaltung der Abstandsregelung gestattet. Es wird um Anmeldung per E-Mail an info@balmoral.de gebeten.

Die Künstlerin Andrea Böning und das Team von Schloss Balmoral werden am Ausstellungsraum anwesend sein. Anschließend geht es gemeinsam von dort zum Künstlerhaus.

Die Lahn fließt mitten durch den Kurort Bad Ems. Für die Ausstellung »Gespiegelte Fenster« wird die Idee einer Teilung von den beiden beteiligten Künstlerinnen Andrea Böning und Romana Schmalisch in den Vordergrund gestellt.

Böning nutzt den Fluss als Spiegelachse. Sie nimmt Elemente aus ihrem aktuellen Lebensumfeld und spiegelt sie als »Bad Emser Vis à Vis« in Installationen auf der gegenüberliegenden Flussseite. Die alten Hotels und Aparthotels entlang der Lahn scheinen aus der Zeit gefallen zu sein und repräsentieren vielmehr vergangene prosperierende Ökonomien mit ihren mondänen Lebensstilen. Dieses phantasmagorische Merkmal ist in Bönings Interventionen präsent. Dazu gehört eine modellartige Reproduktion des Künstlerhauses aus bedrucktem Textil sowie ein antiker Porzellan-Ara. Er verweist auf einen lebenden Papagei, der in einem Wohnzimmerfenster sitzt und als Attraktion Teil des touristischen Stadtbildes geworden ist. Beide Seiten des Flusses gegenüberzustellen ist für Böning Anlass, über spezifische Realitäten der Stadt nachzudenken, insbesondere über die Nutzung von öffentlichem und privatem Raum, über Vorstellungen von Freiheit sowie über die Künstlichkeit touristischer Umgebungen und die Musealisierung von Städten.

Diese Aspekte stehen im Zusammenhang mit der jüngsten Bewerbung von Bad Ems um die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe als eines der »Greatest Spas of Europe«, die auch mit Schmalischs Untersuchung zur Erforschung psychischer Gesundheit und alternativer Ansätze zu Krankheit und Wahnsinn verknüpft ist. In ihrer Arbeit befasst sich die Künstlerin anhand von Archivmaterial sowie der Performance »König Hirsch« der multidisziplinären Dada-Künstlerin Sophie Taeuber-Arp (1889 — 1943) mit Schizophrenie. Dieses Marionettentheater, das Sigmund Freuds psychoanalytische Theorie persifliert, wurde aufgrund der Spanischen Grippe-Pandemie 1918 nur dreimal aufgeführt. Schmalisch nutzt Science-Fiction-Elemente, um sich mit bestimmten Botschaften auseinanderzusetzen, die uns als Mitglieder des globalisierten kapitalistischen Systems ständig mitgeteilt werden sowie um dessen absurden und gewalttätigen Anforderungen an Geist und Körper zu beobachten.

Mit Bezug auf das Jahresthema des Künstlerhauses »KUR– Kunst des Reisens« wird in der Ausstellung die Umgebung eines Kurortes wie durch einen Spiegel untersucht. Es geht darum, zu reflektieren, Perspektiven zu eröffnen und sich selbst sehen zu können. Der Blick durch eine Reihe von Fenstern soll dazu inspirieren, von Freiheit und Flucht zu träumen, sich lange Reisen vorzustellen und frische Luft zu atmen.

Ausstellungsort: »Made in Balmoral«, Römerstraße 27, Bad Ems
Ausstellungsdauer: 21. August – 7. November 2021
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag nach Vereinbarung


Künstlerhaus Schloss Balmoral
www.balmoral.de


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