Deutscher Pavillon auf der Biennale di Venezia 2026
Apr 26
Eingabedatum: 14.04.2026

Deutscher Pavillon auf der Biennale Arte 2026 zeigt Arbeiten von Henrike Naumann und Sung Tieu unter dem Titel Ruin
Am 9. Mai 2026 eröffnet der Deutsche Pavillon auf der 61. Internationalen Kunstausstellung der Biennale di Venezia unter dem Titel Ruin. Kuratiert von Kathleen Reinhardt, präsentiert der Pavillon Arbeiten der Künstlerinnen Henrike Naumann und Sung Tieu. Das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen ist als Kommissar für den deutschen Beitrag verantwortlich.
Mit Ruin wird der Deutsche Pavillon zu einem Raum, in dem sich physische und soziale Strukturen, deutsche Ideologien und gelebte Biografien materiell überlagern und Architektur, Geschichte und Psychologie in ein produktives Spannungsverhältnis treten. Der Titel spielt mit den Assoziationen, die er weckt. Während das englische Wort „ruin” auch architektonische und materielle Überreste bezeichnet, verweist das deutsche Wort „Ruin“ auf einen Zustand des Zusammenbruchs – ob ökonomisch, gesellschaftlich oder moralisch.
Henrike Naumann und Sung Tieu greifen in ihren neu entstehenden Arbeiten auf Recherchen zur DDR und zur Transformationszeit nach der Wiedervereinigung 1990 zurück und zeigen, wie historische Brüche und Leerstellen in politischen, sozialen und architektonischen Strukturen fortwirken, die in unserer globalisierten Gegenwart präsenter denn je sind. Sie reflektieren die faschistische Architektur des Deutschen Pavillons und die deutsche Geschichte, indem sie den Ort künstlerisch neu besetzen. Mit einem Formenvokabular, das zwischen minimalistischer Klarheit und maximalistischer Opulenz changiert, nutzen beide Künstlerinnen das Gebäude als ambivalenten Spiegel gesellschaftlicher Dynamiken der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart.
Von ihrer Nominierung im Mai 2025 bis zu ihrem plötzlichen Tod vor wenigen Wochen hat Henrike Naumann intensiv an ihrem Beitrag für den Deutschen Pavillon gearbeitet und konnte diesen noch fertigstellen. Das Team des Deutschen Pavillons arbeitet jetzt gemeinsam mit dem Studioteam von Henrike Naumann daran, ihre künstlerische Vision umzusetzen.
Das grafische Konzept des Deutschen Pavillons hat Dan Solbach entwickelt. Solbach folgt dem Interesse von Sung Tieu und Henrike Naumann und schafft eine Gestaltung zwischen Sprache und Worten, Repräsentation und Wirkungsmacht. Die Typografie des Titels „Ruin“ ist einem Graffito entnommen, das den letzten Pavillon der DDR auf der 44. Internationalen Kunstausstellung der La Biennale di Venezia gekennzeichnet hat – ein schwarz-rot-goldenes „D.D.R.“ aus dem Jahr 1990. Auf die Epigraphik, das Studium altertümlicher Inschriften, und Scriptio Continua, eine Schreibweise ohne Worttrennung, referierend, überführt Dan Solbach die Einschreibungen der Vergangenheit in das Jetzt.
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Eine begleitende Publikation mit Texten von Sabeth Buchmann, Kathleen Reinhardt und Kerstin Stakemeier sowie künstlerischen Beiträgen von Henrike Naumann und Sung Tieu erscheint zur Eröffnung im DISTANZ Verlag.
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deutscher-pavillon.org
Am 9. Mai 2026 eröffnet der Deutsche Pavillon auf der 61. Internationalen Kunstausstellung der Biennale di Venezia unter dem Titel Ruin. Kuratiert von Kathleen Reinhardt, präsentiert der Pavillon Arbeiten der Künstlerinnen Henrike Naumann und Sung Tieu. Das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen ist als Kommissar für den deutschen Beitrag verantwortlich.
Mit Ruin wird der Deutsche Pavillon zu einem Raum, in dem sich physische und soziale Strukturen, deutsche Ideologien und gelebte Biografien materiell überlagern und Architektur, Geschichte und Psychologie in ein produktives Spannungsverhältnis treten. Der Titel spielt mit den Assoziationen, die er weckt. Während das englische Wort „ruin” auch architektonische und materielle Überreste bezeichnet, verweist das deutsche Wort „Ruin“ auf einen Zustand des Zusammenbruchs – ob ökonomisch, gesellschaftlich oder moralisch.
Henrike Naumann und Sung Tieu greifen in ihren neu entstehenden Arbeiten auf Recherchen zur DDR und zur Transformationszeit nach der Wiedervereinigung 1990 zurück und zeigen, wie historische Brüche und Leerstellen in politischen, sozialen und architektonischen Strukturen fortwirken, die in unserer globalisierten Gegenwart präsenter denn je sind. Sie reflektieren die faschistische Architektur des Deutschen Pavillons und die deutsche Geschichte, indem sie den Ort künstlerisch neu besetzen. Mit einem Formenvokabular, das zwischen minimalistischer Klarheit und maximalistischer Opulenz changiert, nutzen beide Künstlerinnen das Gebäude als ambivalenten Spiegel gesellschaftlicher Dynamiken der jüngsten Vergangenheit und der Gegenwart.
Von ihrer Nominierung im Mai 2025 bis zu ihrem plötzlichen Tod vor wenigen Wochen hat Henrike Naumann intensiv an ihrem Beitrag für den Deutschen Pavillon gearbeitet und konnte diesen noch fertigstellen. Das Team des Deutschen Pavillons arbeitet jetzt gemeinsam mit dem Studioteam von Henrike Naumann daran, ihre künstlerische Vision umzusetzen.
Das grafische Konzept des Deutschen Pavillons hat Dan Solbach entwickelt. Solbach folgt dem Interesse von Sung Tieu und Henrike Naumann und schafft eine Gestaltung zwischen Sprache und Worten, Repräsentation und Wirkungsmacht. Die Typografie des Titels „Ruin“ ist einem Graffito entnommen, das den letzten Pavillon der DDR auf der 44. Internationalen Kunstausstellung der La Biennale di Venezia gekennzeichnet hat – ein schwarz-rot-goldenes „D.D.R.“ aus dem Jahr 1990. Auf die Epigraphik, das Studium altertümlicher Inschriften, und Scriptio Continua, eine Schreibweise ohne Worttrennung, referierend, überführt Dan Solbach die Einschreibungen der Vergangenheit in das Jetzt.
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Eine begleitende Publikation mit Texten von Sabeth Buchmann, Kathleen Reinhardt und Kerstin Stakemeier sowie künstlerischen Beiträgen von Henrike Naumann und Sung Tieu erscheint zur Eröffnung im DISTANZ Verlag.
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