Hannah Witte erhält den Meisterschüler*innen-Preis
Sep 26 | G2 Kunsthalle Leipzig
Eingabedatum: 25.09.2026

"Queering Dis/ability Design"
Hannah Witte erhält den Meisterschüler*innen-Preis der G2 Kunsthalle 2026
Im Rahmen der Eröffnung der M26 - Ausstellung der Meisterschüler*innen der HGB am Freitag, den 25.09.2026, haben Steffen Hildebrand (Sammler und Geschäftsführer der G2 Kunsthalle) und Leo Wedepohl (Direktor der G2 Kunsthalle) den Meisterschüler*innen-Preis 2026 verliehen.
Die diesjährige Preisträgerin ist Hannah Witte. Für ihre Abschlussarbeit Queering Dis/ability Design erhält sie das Preisgeld in Höhe von 10.000 € und einen Arbeitsraum für den Zeitraum von 12 Monaten. Der Preis wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal ausgelobt.
Hannah Witte ist Grafikdesignerin und lebt in Leipzig. Sie studierte Kommunikationsdesign an der Folkwang Universität der Künste in Essen und schloss ihr Studium 2020 ab. 2024 schloss sie ihr Diplom an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig ab und 2026 ebenfalls dort ihr Meisterschüler*innen-Studium in der Klasse für Typografie bei Prof. Anna Lena von Helldorff.
In ihrer gestalterischen Praxis liegt der Schwerpunkt auf Printmedien, experimenteller Typografie und visuellen Identitäten – überwiegend im Kunst- und Kulturbereich. Dabei erforscht sie queerfeministische Strategien, um diskriminierende Strukturen und Leerstellen in Designprozessen sichtbar zu machen und zu dekonstruieren. Ihr Buch Typohacks – Handbuch für Typografie und gendersensible Sprache erschien 2021 im form Verlag. Seit 2022 ist sie außerdem Mitgründerin von FLINType, einer Online-Plattform und einem lebendigen Archiv, das Schriften von FLINTA-Personen aus aller Welt sichtbar macht.
In der Jurybegründung heißt es: „Die 1993 in Herdecke geborene Hannah Witte entwickelt mit Queering Dis/ability Design ein praxisorientiertes Handbuch für Gestalter*innen, das sich mit Barrierefreiheit, Zugänglichkeit und Inklusion im Grafikdesign auseinandersetzt. Die Arbeit vereint queere, feministische und be_hinderte Perspektiven und überführt diese in eine konkrete gestalterische Praxis. Dabei setzt sie nicht erst bei der nachträglichen Anpassung von Gestaltung an, sondern versteht inklusives Denken als grundlegenden Bestandteil des Entwurfsprozesses. Witte verbindet Designpraxis mit künstlerischer Forschung und Theorie. Dabei geht es nicht allein darum, bestehende Barrieren zu beseitigen, sondern auch darum, sie sichtbar zu machen, zu hinterfragen und neue Perspektiven auf Gestaltung zu eröffnen. Ergänzt wird die Publikation durch eine inklusive Workshopreihe, die gemeinsam mit Anna Breit und Pia Heer konzipiert und durchgeführt wurde und Raum für die Entwicklung und Erprobung experimenteller und partizipativer Strategien schafft. Die Publikation versteht Barrierefreiheit nicht als ergänzende Maßnahme, sondern als zentrale Gestaltungsaufgabe und eröffnet damit Impulse für eine zugänglichere und inklusivere Zukunft. Ihre Relevanz reicht dabei über die Designpraxis hinaus und versteht sich als Einladung für die gesellschaftliche Öffentlichkeit sich mit Themen des Barriereabbaus zu beschäftigen.“
Die Mitglieder der Fachjury 2026 waren:
Dr. Barbara Cueto (Kuratorin, Autorin und Forscherin), Steffen Hildebrand (Sammler und Geschäftsführer G2 Kunsthalle), Stephan Koal (Leiter Kunstverein Ost Berlin) und Leo Wedepohl (Direktor G2 Kunsthalle) und Agnes Wegner (Rektorin HGB).
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