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Bauhaus-Universität Weimar bei der Ars Electronica 2026

Sep 26 | Bauhaus-Universität Weimar

Eingabedatum: 20.08.2026

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Radu Paul Simon Reinhardt, »Pipes in Progress« , Foto: Radu Paul Simon Reinhardt
Was Fledermäuse, Olivenbäume und KI verbindet:

Die Bauhaus-Universität Weimar bleibt ihrer Tradition treu: Vom 9. bis 13. September 2026 präsentieren Studierende und Lehrende der Medienkunst/Mediengestaltung ihre Arbeiten auf der Ars Electronica, einem der renommiertesten Kunstfestivals. Unter dem Titel »Relational Interactions« zeigen die Professuren »Gestaltung Medialer Umgebungen« und »Akustische Ökologien« fünf Projekte, die untersuchen, wie Menschen, Lebewesen, Materialien und Technologien miteinander interagieren und sich gegenseitig beeinflussen.

Ein umgestürzter Olivenbaum wird zum Archiv für Wetter, Berührungen und Lebewesen. Ein Livestream überträgt Fledermauslaute aus einer Wochenstube, während Kontaktmikrofone die Bewegung von Luftblasen in Rohrleitungen in Klang verwandeln. Solche Beobachtungen und Übersetzungen stehen im Mittelpunkt von »Relational Interactions«.

Die Arbeiten setzen sich mit den Folgen menschlicher Eingriffe in ökologische Systeme auseinander. Sie beleuchten Beziehungen, die sich ständig wandeln: zwischen Organismen und ihrer Umwelt, zwischen biologischen und technischen Prozessen, zwischen Wahrnehmung und Technologie. Leben erscheint hier nicht als starres, berechenbares System, sondern als Geflecht wechselseitiger Einflüsse. Künstlerische Experimente, ökologische Fragen und theoretische Reflexionen greifen ineinander.

In »38.5346°N, 23.4932°E« untersuchen Tim Auzinger, Atso Airola und Jan Munske einen umgestürzten Olivenbaum. Rote Markierungen am Stamm verbinden das Holz mit Notizen, Fragen und Beobachtungen. Die Künstler*innen folgen den Spuren, die Zeit, Wetter und Lebewesen im Holz hinterlassen haben, und machen den Baum zum Ausgangspunkt ihrer Forschung.

Mit »Listening to Life and Change« lenken Prof. Kerstin Ergenzinger, Udo Noll und Diana Karle den Blick auf die Klangwelt von Fledermäusen. Von April bis November 2026 übertragen sie live Geräusche aus der Wochenstube des Großen Mausohrs im Turm der Stadtkirche St. Margarethen in Kahla. Der Audiostream und Archivaufnahmen laden dazu ein, den Tieren über Monate hinweg zuzuhören. Neugierige können bereits hier in die Wochenstube horchen:radio.earth

In »Pipes in Progress« erforscht Radu Paul Simon Reinhardt technische Infrastrukturen durch ihre Klänge. Luftblasen in Rohrsystemen weisen auf Lecks hin. Kontaktmikrofone nehmen die Bewegungen der Blasen auf und übersetzen die physikalischen Prozesse in Klang.

»Fried or Fossil? » von Anna-Maria Galani und Sabah Abouelhadid untersucht, wie digitale Systeme natürliche Fundstücke einordnen. Schwammfragmente vom Ufer des Kolovrechtis-Feuchtgebiets in Griechenland werden von der Google-Bildersuche als Meeresschwämme, Fossilien oder frittiertes Hähnchen klassifiziert. Diese Ergebnisse fließen in KI-Systeme ein, die daraus neue visuelle Formen generieren. Die Arbeit zeigt, wie unsicher scheinbar eindeutige Klassifikationen sein können.

Das Projekt »PostCompost – Forest Reset« widmet sich den Folgen von Monokulturen und Trockenheit in europäischen Wäldern. Geschwächte Bäume bieten Borkenkäfern ideale Bedingungen. Eine freistehende Plakatwand, auf der regelmäßig neue Plakate übereinander angebracht werden, dokumentiert den fortlaufenden Forschungsprozess und macht Veränderungen sichtbar.

Die Ausstellung steht im Kontext des Festivalthemas »Future Begins – Negotiating Humanity«. »Relational Interactions« fragt, welche Verantwortung Menschen in komplexen ökologischen und technologischen Zusammenhängen tragen und wie sich unser Verhältnis zu Lebewesen, Materialien und Technologien neu denken lässt.

Ars Electronica Festival 2026 »Future Begins – Negotiating Humanity«
Ausstellungsdauer: Mittwoch, 9. bis Sonntag, 13. September 2026

Teilnehmende Künstler*innen: Sabah Abouelhadid, Atso Airola, Mujahid Ali, Tim Auzinger, Fritzi Mathilda Buhtz, Christian Doeller, Prof. Kerstin Ergenzinger, Klaus Fritze, Anna-Maria Galani, Dania González Sanabria, Johann Joesten, Diana Karle, Nina Kegel, Zakhar Komarov-Zelinskii, Katharina Langenhan, Krittaporn Mahaweerarat, Jan Munske, Udo Noll, Tan Oktik, Radu Paul Simon Reinhardt, Adam Schmidt, Leandra Schieder, Ayca Tugran

Kurator*innen: Prof. Ursula Damm, Prof. Kerstin Ergenzinger, Mindaugas Gapševičius

Ort:
Kunstuniversität Linz
Hauptplatz 8, Westgebäude
4020 Linz
Ars Electronica:ars.electronica.art
www.uni-weimar.de

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