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100% Recycled XULY.BËT – FUNKIN’ FASHION FACTORY

01.08.2025 - 01.08.2027 | Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
Eingabedatum: 02.08.2025

100% Recycled XULY.BËT – FUNKIN’ FASHION FACTORY
XULY.Bët, Kollektion Herbst/Winter 2024/25, Foto: Marc Baptiste bilder

Große Schriftzeichen, selbstbewusste Statements und recycelte Textilien – das sind die Erkennungsmerkmale des Pariser Modelabels XULY.Bët. Das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) widmet dem innovativen Label des Designers Lamine Kouyaté eine Einzelausstellung in der Modewelle. Gezeigt werden rund 25 ausgewählte Outfits aus den Kollektionen der vergangenen Jahre, die kürzlich für die Sammlung Mode und Textil erworben wurden – darunter ein sportliches Kleid, das die international bekannte Sängerin Rihanna getragen hat. Die Ausstellung thematisiert zentrale Fragen zu den Grenzen der Modeindustrie und Textilproduktion, zur Kreislaufwirtschaft sowie zur Wechselwirkung von Körper und Konsum.

XULY.BËT Das 1989 von Lamine Kouyaté (* 1962) in Paris gegründete Modelabel XULY.Bët produziert tragbare Mode aus Secondhand-Textilien. Der Name des Labels kommt aus dem Wolof – einer in Westafrika, unter anderem im Senegal, gesprochenen Sprache – und bedeutet „die Augen offenhalten“ oder „Sei wachsam!“ In der Kombination von Alltags- und Sportkleidung mit dem eleganten Stil der Pariser Haute Couture bricht XULY.Bët in den 1990er Jahren mit dem Zeitgeist der Modewelt: Außenliegende Nähte, schräg angesetzte Schnitte, rote Fäden und die Zusammensetzung mehrerer Einzelstücke, die großflächig mit aktivistischen Botschaften und Produktinformationen bedruckt werden. Im Vordergrund stehen die sichtbare Weiterverarbeitung und die ganzheitlich nachhaltige Produktion der Kleidungsstücke. Lamine Kouyaté wurde von seiner Mutter und Großmutter inspiriert, die die Kleidungsstücke der Familie immer wieder aufbereiteten. XULY.Bët erlangte auch durch den Film „Prêt-à-Porter“ von Regisseur Robert Altman aus dem Jahr 1994 größere Bekanntheit. Altman war von Kouyatés Arbeit so beeindruckt, dass er ihn als Figur in den Film über die Modewelt integrierte – verkörpert von Schauspieler Forest Whitaker. In der Ausstellung bieten zwei kurze Filme tiefere Einblicke in die Arbeitsweise von Lamine Kouyaté: Die Filmemacherin Susan Chales de Beaulieu besuchte den Modedesigner im Auftrag des NDR im Jahr 1993 für die Sendung „DAS!“, den Hintergrund von Upcycling in der Mode – unter anderem am Beispiel von XULY.Bët – thematisiert die arte TRACKS-Sendung „Upcycling: Modepunks gegen Fast Fashion!“ von 2024.

LAMINE KOUYATÉ Der Designer und Architekt Lamine Badian Kouyaté (* 1962 in Bamako, Mali) studierte an der Dakar School of Fine Arts und Architektur an der École Nationale Supérieure d’ Architecture in Straßburg. 1995 arbeitete Kouyaté mit der Marke Puma zusammen und entwickelte Mode für A.P.C., 3 Suisses und Leclerc. Die erste Boutique unter dem Namen XULY.Bët eröffnete 1996 in den Pariser Les Halles. Seine Entwürfe wurden unter anderem in der Ausstellung „Africa 2005“ im Victoria und Albert Museum in London präsentiert. Lamine Kouyaté lebt und arbeitet in Paris.

Dank der Unterstützung der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen (SHK) konnten im Jahr 2024 rund 60 Arbeiten von XULY.Bët als Ankäufe und Schenkungen in die Sammlung Mode und Textil aufgenommen werden. Die Neuerwerbungen tragen dazu bei, den Sammlungsbereich weiter zu diversifizieren.

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Steintorplatz, 20099 Hamburg

www.mkg-hamburg.de
Presse

Einordnung:
Lamine Kouyatés Arbeit mit XULY.Bët steht im Kontext einer wachsenden Bewegung in der Mode, die sich mit Nachhaltigkeit und Upcycling auseinandersetzt. Seine Praxis, Secondhand-Textilien zu verwenden und mit sichtbaren Nähten und dekonstruierten Elementen zu arbeiten, knüpft an die Tradition des Upcyclings an, die in vielen Kulturen, insbesondere in Afrika, lange praktiziert wurde. Gleichzeitig steht sie im Kontrast zur schnelllebigen Fast-Fashion-Industrie und setzt ein Zeichen gegen deren Umweltbelastung. Die Verwendung von aktivistischen Botschaften auf der Kleidung verweist auf die politische Dimension von Mode und deren Potenzial, gesellschaftliche Debatten anzustoßen. Kouyatés Stil, der Elemente der Haute Couture mit Streetwear und Sportswear verbindet, reflektiert den multikulturellen Einfluss und die dynamische Ästhetik der 1990er Jahre. Seine Arbeit kann als Teil einer breiteren Entwicklung in der Kunst und im Design gesehen werden, die sich mit Fragen der Ressourcenknappheit, der sozialen Verantwortung und der Wiederverwertung von Materialien beschäftigt.




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