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Amna Elhassan. Deconstructed Bodies – In Search of Home

4.11.2022 – 12.2.2023 | Schirn Kunsthalle, Frankfurt
Eingabedatum: 05.11.2022

Amna Elhassan. Deconstructed Bodies – In Search of Home

Amna Elhassan, Untitled III, 2021, Acryl auf Leinwand, 50 x 500 cm, © Amna Elhassanbilder


Mit ihren Gemälden und Drucken porträtiert die Künstlerin Amna Elhassan (*1988) die sozio-politischen Veränderungen und den kulturellen Widerstand im Sudan mit besonderem Augenmerk auf den Frauen. Unter dem Ausstellungstitel „Amna Elhassan. Deconstructed Bodies – In Search of Home“ präsentiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt vom 4. November 2022 bis zum 12. Februar 2023 in ihrer öffentlich zugänglichen Rotunde die erste großformatige Wandmalerei December (2022) der Künstlerin, die sie spezifisch für den Raum konzipiert und realisiert hat. Zudem zeigt Elhassan im inneren Rotunden-Umgang im ersten Obergeschoss 21 Gemälde und Drucke, die seit 2019 entstanden sind, einige davon eigens für die Ausstellung. Die Arbeit der Künstlerin hat mit der sudanesischen Revolution 2018/2019 eine nachhaltige Wendung erfahren. Das zentrale Thema ihrer Werkauswahl für die Schirn ist der Status der Frauen im Sudan sowie die Wahrnehmung ihrer Körper durch die Gesellschaft.

In dem großformatigen Panoramagemälde December (2022) in der Schirn Rotunde verarbeitet Elhassan die Zerschlagung der Demokratiebewegung im Sudan und nimmt Bezug auf das Massaker von Khartum am 3. Juni 2019. Mit diesem beendeten Regierungstruppen gewaltsam die friedliche Dezember-Revolution, die mit landesweiten Protesten und einer dreimonatigen Besetzung des Platzes vor dem Militärhauptquartier in Khartum zum Sturz der 30-jährigen Diktatur des ehemaligen Präsidenten Omar al-Bashir geführt hatte. Während des Massakers wurden Frauen geschändet, viele Leichen der Opfer von den Angreifenden in das Wasser des Nils geworfen. Elhassans Gemälde thematisiert den Nil als Fluss des Lebens und des Todes und widersetzt sich der Annahme, dass der Tod das Ende von Träumen und Ambitionen eines Menschen bedeutet. Die drei dargestellten Frauen repräsentieren die Opfer der sudanesischen Revolution. Zudem bindet Elhassan arabische Schriftzüge ein. Diese nehmen Bezug auf Graffitis im öffentlichen Raum, die in der Widerstandsbewegung nicht nur verwendet werden, um politische Forderungen zu kommunizieren oder über Termine und Orte von Demonstrationen zu informieren, sondern auch, um der Opfer ehrend zu gedenken. Elhassan integriert hier zudem eine Kommentarebene ihres Mentors, des sudanesischen Künstlers Hatim Koko, der ihre Arbeit u. a. als „Feier der Frauen“ beschreibt.
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Amna Elhassan (*1988, Khartum, Sudan) studierte Architektur an der Universität Khartum und an der Sapienza-Universität Rom, bevor sie sich für ein Atelierprogramm am Khartoum Arts Training Center (2017–2019) einschrieb. In den letzten Jahren hat Elhassan international ausgestellt, u. a. in der HFBK Hamburg (2022); auf der Egypt Int'l Art Fair in Kairo, Ägypten (2021), auf der FNB Joburg Art Fair, die online aus Johannesburg, Südafrika, übertragen wird (2020), sowie in der Afriart Gallery in Kampala, Uganda (2020), im Journées d'Art Contemporain de Carthage JACC, Tunis, Tunesien (2019), im Khartoum Art Center, Khartum, Sudan (2018), im Rashid Diab Arts Center, Khartum, Sudan (2017), im National Museum of Sudan, Khartum, Sudan (2016) und im Yalla Khartoum, Khartum, Sudan (2015). Im Sommersemester 2022 war sie Gastdozentin an die HFBK in Hamburg und unterrichtete zum Thema „Art During Times Of Crisis". Sie lebt und arbeitet in Khartum.

Schirn Kunsthalle Frankfurt
D-60311 FRANKFURT
WWW.SCHIRN.DE

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