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HELLO Lübeck!

11. 04. - 28. 07. 2024 | Kunsthalle St. Annen
Eingabedatum: 11.04.2024

HELLO Lübeck!

STEPHANIE LÜNING, MONTAGE DER SCHAUM KUNST AKTION AM HOLSTENTOR LÜBECK RENDERING: KARLA GROSSER © STEPHANIE LÜNINGbilder


Schon mal das Holstentor in einem Meer aus Schaum gesehen? Verschwörungstheorie als Parfüm gerochen oder im Museum Klavier gespielt und dabei Glückskekse gegessen? Ab dem 11. April bietet der zweite Teil der Ausstellung Hello Lübeck ungewohnte Kunsterlebnisse in und außerhalb der Kunsthalle St. Annen. Die Ausstellung wird um künstlerische Positionen erweitert und unterstreicht mit partizipativen und interaktiven Kunstwerken noch stärker die Neuausrichtung der Lübecker Kunsthalle St. Annen als Ort des lebendigen Austauschs und des offenen gesellschaftlichen Dialogs.

Ein besonderes Highlight präsentiert die Künstlerin Stephanie Lüning: Sie wird am 14. April am Lübecker Holstentor eine Schaum-Kunst-Aktion durchführen, wie sie in ähnlicher Form schon am Centre Pompidou in Paris und im öffentlichen Raum in London zu sehen war. Mit ihren künstlerischen Aktionen greift Lüning in urbane Infrastrukturen ein und schafft traumähnliche Szenarien: Mit einer Schaummaschine stellt sie riesige farbige Schaumberge aus biologisch abbaubarem Spülmittel und Lebensmittelfarbe her, die ganze Plätze, Brücken und Häuser überfluten. Die bunten Schaumformationen verwandeln die Stadt für einen kurzen Moment in eine andere Welt, bevor sie wieder rückstandslos verschwinden. Was bleibt, ist die Erinnerung an das Kunstereignis, dessen subversives Potential sich gerade durch die Vergänglichkeit und Unkontrollierbarkeit der Schaumlandschaften auszeichnet.


Eröffnung
Erstmals in Deutschland zu sehen ist die performative Arbeit Smell Maneuver von Christian Jankowski. Die Arbeit entstand für die 16. Biennale Cuenca in Zusammenarbeit mit der Bürgerwehr von Cuenca/Ecuador. Der Künstler forderte deren Mitglieder auf, 18 verschiedene Gerüche zu erkennen, die von den Parfümeuren Gustavo Moscoso und Xavier Zamora H. komponiert wurden. Die Titel der unterschiedlichen Düfte, wie zum Beispiel „Demokratie“, basieren auf Begriffen aus dem Konzept der Biennale. Der Kurator Ferran Barenblit verweist damit auf die multiplen und geopolitischen Krisen unserer Zeit und die Rolle der Kunst in diesem Kontext. Auch die Besucher:innen der Kunsthalle St. Annen werden eingeladen, beispielsweise „Gerechtigkeit“ oder „Verschwörungstheorie“ zu riechen.

Mit seiner zweiten gezeigten Arbeit Geknetete Stadt gibt Christian Jankowski jungen Menschen Raum, Themen und Ideen, die ihnen wichtig sind, zum Ausdruck zu bringen. Ausgehend von der intensiven Auseinandersetzung mit der Lübecker Altstadt als UNESCO-Weltkulturerbe, fragt der Künstler nach den Gestaltungsmöglichkeiten und der Umsetzbarkeit von Zukunftsvisionen junger Menschen im engen Rahmen einer solchen Auszeichnung. Kann eine „Museumsstadt“ nur besichtigt oder auch umgestaltet werden? Die 6- bis 12-Jährigen entwickelten aus ihren Ideen für die Stadt von morgen Figuren aus Knetmasse, die Jankowski in überlebensgroße Messingskulpturen gießt und die in der Stadt und im Museum aufgestellt werden.

Die Arbeit des Leipziger Künstlerduos FAMED lässt sich ebenfalls sinnlich erfahren. Die aus tausenden Glückskeksen bestehende Installation, in deren Innerem jeweils die Losung »The Way to Success is Open« zu lesen ist, kann von den Besucher:innen mitgenommen und verzehrt werden und vermag es womöglich, sie auf erfolgreiche Wege zu führen.

Inspiriert von der US-amerikanische Nachkriegskunst entwickelt die Künstlerin Betty Rieckmann raumgreifende und partizipative Lichtinstallationen. Mit ihrer Arbeit enlightment machine spricht Betty Rieckmann gleich mehrere Sinne an. Klaviertöne, die von den Besucher:innen gespielt werden dürfen, werden live in eine beeindruckende Lichtchoreographie übersetzt. Die Auswahl der Kunstwerke wurde im Vorfeld mit dem Kinder-Kuratorium der Kunsthalle St. Annen diskutiert.

Hello Lübeck ist Teil der ersten Ausstellung, die Noura Dirani als Direktorin der Kunsthalle St. Annen konzipiert hat. Ein umfangreiches und vielfältiges Begleitprogramm mit Kunstaktionen, Art-Dinner-Veranstaltungen, Workshops und Führungen lädt parallel zur Ausstellung ein und das Museum öffnet auch nachts seine Türen für Partys. Die Kunsthalle möchte auf diese Weise einen Ort in Lübeck schaffen, an dem sich Menschen treffen und über die kreativen Angebote miteinander in Kontakt treten können.


Im Jahr 2025 plant die Kunsthalle St. Annen eine Ausstellung zum Thema Freiheit und der Rolle von Kunst und Kultur. Die gesellschaftspolitischen Auswirkungen aktueller Ereignisse wie des Krieges im Nahen Osten reichen bis zu uns. Dabei werden Kulturinstitutionen verstärkt zum Austragungsort gesellschaftspolitischer Debatten, in denen zunehmend unversöhnliche Fronten aufeinandertreffen. Ausgehend von der hauseigenen Sammlung thematisiert die Ausstellung Uns gehört die Freiheit die politische Dimension der Kunst von der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute. Wichtige Protagonisten sind u.a. die Künstler:innen der Gruppen SPUR und CoBrA, deren Schaffen auf das Engste mit der gesellschaftlichen Vision von Freiheit und politischem Protest verbunden ist. Die Künstler:innen verarbeiteten in ihren Werken die Erfahrungen des Krieges und der Unterdrückung durch den Nationalsozialismus.

Ausblick
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Romans „Der Zauberberg“ von Thomas Mann verwandelt Heather Phillipson die Kunsthalle St. Annen ab dem 13. September 2024 in ein begehbares Kunstwerk. Die Künstlerin bespielt die gesamte Fläche und lässt sich dabei maßgeblich von dem im Zauberberg so bedeutenden Motiv der Zeit inspirieren. Der Roman stellt einerseits das individuelle Erleben von Zeit in Zeiten des Umbruchs vor, bietet andererseits einen Einblick in die Gesellschaft vor dem 1. Weltkrieg und den Wettstreit zwischen der demokratischen Ordnung und ihren Gegnern. In Extra Time wird die ehemalige Kirche zum Portal in verschiedene Imaginationen und Visionen über die Gegenwart und die Zukunft. Dabei wird die Kunsthalle von krähenähnlichen Charakteren bevölkert, die in verschiedenen Massenversammlungen zusammenkommen und die Besuchenden einladen, in ihre Gedankenwelten einzutauchen. Die Künstlerin wählt die Krähe als Hauptakteur, da sie als eine der intelligentesten Vogelspezies gilt, was ihr einen Platz einräumt in Legenden, Mythologien und der Kunstgeschichte – als Vorbote von Umbrüchen. In Extra Time versammeln sich die Krähen, um sich über die Gegenwart zu beraten und fungieren als Lotsen durch das eigene Selbst und Bewusstsein sowie durch mögliche Welten.

Zeitgleich eröffnet die KiKu. Die junge Kunsthalle mit einer Kreativwerkstatt, die von dem Design- und Künstlerkollektiv Constructlab gemeinsam mit einem Jugendkuratorium konzipiert wird. Der gemeinsame Prozess beginnt bereits während der Ausstellung Hello Lübeck. Die junge Kunsthalle wird fester Bestandteil der Kunsthalle St.Annen und bietet Raum für eigene Kreativität.

Kulturstiftung Hansestadt Lübeck
die LÜBECKER MUSEEN
www.kunsthalle-st-annen.de


Presse





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