Blick in die Ausstellung Jannis Kounellis, Kunstmuseum Magedeburg,
Foto: Hans-Wulf Kunze
Jannis Kounellis zählt zu den wichtigsten Vertretern der Arte Povera und wurde für seine monumentalen Rauminstallationen berühmt, die er seit über 50 Jahren entwirft.
Im Magdeburger Kunstmuseum hat er für die vier Flügel des Kreuzganges des romanischen Gebäudes eine riesige Sinfonie arrangiert, bestehend aus großen Stahlplatten, die mit Leinwand oder zum Zerreißen gespannten schwarzen Mänteln überzogen sind, andere wiederum wurden mit ´aufgenähten` Bleistücken besetzt. Viele der Arbeiten entstanden in Vorbereitung der Ausstellung und werden in Magdeburg zum ersten Mal gezeigt.
Ausgehend von kollektiven Erinnerungsbildern der europäischen Kultur entsteht aus vielen Details und Sequenzen ein Kosmos, eine ganz eigene Komposition der Welt. Die vier jeweils 30 m langen Wände repräsentieren vier Teile eines Ganzen, vier Temperamente, vier Lebensalter.
Neben den bekannten Materialien seines Werkes, Feuer, Kohle, Stahl und Mantel, wird nun ein neues, seit 2010 entstandenes Thema zum Ausgangspunkt der Installation: die Malerei. In Teer getränkte Mäntel nutzt Kounellis als Pinsel für die großformatigen Teerbilder. Zwischen kompakten Flächen und leichten Kompositionen der teergeschwärzten Formen auf den Leinwänden entsteht eine Vielzahl an Variationen eines Themas, das letztlich um die für ihn alles bestimmende Aussage kreist: "Ich bin Maler. Malerei bedeutet Bild des Lebens. Deshalb zählt in der Malerei nicht das handwerkliche, sondern das Leben zählt - der Umgang mit der Architektur, mit dem Raum, mit der Wirklichkeit. Wir leben heute in einer Gesellschaft, die nur aus Bruchstücken besteht. Ein präzises, wie in Öl gemaltes Weltbild gibt es nicht mehr. Das Drama des Zerfalls der Welt in Fragmente, das ist mein Thema." (Kounellis 1996)
Jannis Kounellis gehört zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart in Europa. Untrennbar verbunden mit ihm ist die Arte Povera.
Der zweisprachige Katalog (deutsch-englisch) enthält Texte von Rudi Fuchs und Roland Mönig zur Werkgruppe der Teerbilder. In Vorbereitung ist ein Begleitheft zur Installation in Magdeburg.
Jannis Kounellis, 1936 in Piräus/Griechenland geboren, lebt und arbeitet seit 1956 in Rom. Von 1993 bis 2001 war er Professor an der Kunstakademie Düsseldorf.
Eintritt 4 Euro / ermäßigt: 2 Euro
Di - So 10.00 bis 17.00 Uhr
Kinder und Jugendliche bis 18 J. haben freien Eintritt
Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg
Regierungsstraße 4-6
39104 Magdeburg
Telefon: 0391 / 56 50 20
sekretariat @ kunstmuseum-magdeburg. de
kunstmuseum-magdeburg.de
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