Seit etwa vierzig Jahren ist der Zürcher Künstler unterwegs auf der Suche nach seinen Motiven: Bräuninger pendelt seit den späten 1970er Jahren regelmässig zwischen Zürich, Genua und Hamburg, hat aber auch immer wieder längere Aufenthalte in den USA und Paris eingelegt. Seit mehr als vierzig Jahren schafft er Aquatinta-Radierungen ganz auf der Höhe der grossen Meister, die in ihrer hyperrealistischen Darstellung an Schwarzweiss-Photographien erinnern. Inspirieren zu seinen nachdenklichen Schattenwelten lässt er sich meistens von der unmittelbaren Umgebung: nächtliche Strassen- und Hafenszenen wechseln mit dunklen Ecken des eigenen Ateliers ab, melancholische Interieurs gesellen sich zu Ansichten aus dem pulsierenden Rotlicht-Milieu. Dass sich Bräuninger dabei als ein begnadeter Erzähler zeigt, beweisen immer wieder seine radierten Meisterwerke, in denen sich die eigentümliche Magie von Orten mit der betörenden Macht der Nacht vereint.
In der aktuellen Ausstellung wird ein Querschnitt aus dem graphischen Werk von Peter Bräuninger präsentiert, dessen Wurzeln im phantastischen Realismus zu suchen sind und dessen Bildentwürfe bisweilen der Ästhetik eines Film noir huldigen. Die retrospektiv angelegte Auswahl aus seinem Schaffen erlaubt auch einen Blick in die Werkstatt des Künstlers: die gezeigte Spannbreite von den ersten Versuchen bis zu den neuesten Arbeiten wird durch Zeichnungen und Skizzenbücher ergänzt. ...
Alexandra Barcal, Kuratorin der Ausstellung
Graphische Sammlung der ETH Zürich
Rämistr. 101
8092 Zürich
Tel. +41 44 632 40 46
ethz.ch
pm
Kataloge/Medien zum Thema:
Peter Bräuninger
Galerie Beyond.Reality.
Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V.
Studio Hanniball
GEDOK-Berlin e.V.
Kunstbrücke am Wildenbruch