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Gardar Eide Einarsson - Frankfurter Kunstverein (27.7.07-16.9.07)



"Südlich des Himmels” ist die erste große Einzelaustellung des norwegischen Künstlers Gardar Eide Einarsson, der heute in New York lebt und arbeitet. Sie wird auf drei Ebenen des Frankfurter Kunstvereins gezeigt und stellt neben einer Vielzahl neuer und alter Arbeiten auch alle bisher entstandenen Video- Arbeiten des Künstlers vor.

Gardar Eide Einarsson bedient sich in seinen Arbeiten verschiedenster Medien: Malerei, Druck, Fotos, wie auch Installationen und Videos. Seine Arbeiten sind paradox und von geringer visueller Dichte. Dies zeigt sich sowohl in seinen Bildern als auch in seinen räumlichen Arrangements, in denen alle Elemente wie Fragmente einer anderen Realität erscheinen, die von der Welt draußen in die Austellung übertragen wurden. Was auf den ersten Blick wie eine bereinigte formalistische Sprache aussieht, nutzt der Künstler, um die Frage aufzuwerfen, was genau der Betrachter vor sich sieht. Indem er Motive der sogenannten Untergrundmusik und der Literaturszene im politischen Zusammenhang zunächst aufnimmt und anschließend isoliert, zwingt er uns über den Unterschied zwischen Betrachtung und Gebrauch eines Bildes zu reflektieren. Alle von ihm verwandten Bilder beziehen sich auf die Folgen von Machtausübung, wie z.B. Liberty 2007, eine rote Flagge mit einem Halbmond oder Untitled (American Flag) 2007, ein Inkjetprint, der die amerikanische Flagge zeigt, die bereit ist, als solche eingesetzt zu werden oder aber durch einen Text individualisiert werden kann.

Die Ausstellung will die Besucher einerseits mit Einarssons ganz speziellem persönlichen Weg, verschiedene Arten von Medien zu verwenden, vertraut machen und andererseits vermitteln, wie Kunst zum Querdenken anregt und ganz verschiedene Materialien verbindet. Im Werk von Gardar Eide Einarsson ist Kunst nicht bloß Abbild der Wirklichkeit; Kunst und Realität stehen in Beziehung wechselseitiger Ergänzung und gegenseitigen Austauschs. Die Arbeiten in dieser Ausstellung wurden nicht nur ausgewählt, um eine Arbeitsmethodologie vorzustellen. Es geht vielmehr auch darum, einen Rahmen zu schaffen, der den Betrachter in die Spannung einbindet, welche sich zwischen der Welt der Bilder und der Welt als Ort der Wechselbeziehungen, an dem Gewalt mehr ist als ein Bild, entwickeln.

In Underworld, einem Roman des US-amerikanischen Autors Don DeLillo, erwähnt eine der Figuren, wie "in letzter Zeit die Geografie auf sich selbst zurück geworfen und kleiner zu werden scheint" ("Lately, geography seems to have gone back on itself and become smaller”). Jeder von uns nimmt nur einen Teil der Welt, die uns umgibt, auf, während wir durch Rückzug versuchen, der immer schnelleren Folge einer steigenden Anzahl von Sinneindrücken zu entkommen. Dabei nehmen wir nur einen Bruchteil von dem auf, was um uns herum passiert und lernen fast automatisch, uns in unserer eigenen subjektiven Realität zu bewegen. Auf diese Weise, minimieren wir unsere Welt, so dass sie eine Form annimmt, die erreich- und überschaubar ist. Einarssons Austellung kann als eine Welt verstanden werden, in der wir uns komplett frei bewegen können, immer im Bewußtsein, dass wir es sind, die die Situation kontrollieren und nicht umgekehrt. Diese Maxime bestimmt die Erwartungen, die wir an unser Umfeld richten. Auch wenn sich die Situation dramatisch verändern kann sobald wir den Raum verlassen... (Presse Frankfurter KV)

Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Centre d’Art Contemporain in Genf enstanden. Ein Katalog zur Ausstellung wird auf deutsch, englisch und französisch erscheinen.

Die Austellung wird anschließend vom 18. Januar - 16. März im Centre d’Art Contemporain in Genf gezeigt.

Abbildung: Copyright: Gardar Eide Einarsson, Conservativ

Öffnungszeiten: Die-So 11-19 Uhr

Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49.69.219314–40

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