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Offener Brief zur Einstellung des „blauorange“ Kunstpreises

Eingabedatum: 11.06.2011

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Die Redaktion erreichte folgender "Offener Brief zur Einstellung des „blauorange“ Kunstpreises" von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine an den Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR), Herrn Fröhlich:

"mit großem Bedauern haben wir zur Kenntnis genommen, dass die Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken den in der zeitgenössischen Kunstszene inzwischen renommierten „blauorange“ Kunstpreis und ihr wirklich vorbildhaftes Engagement für zeitgenössische Nachwuchskünstler einstellen. In nur vier Jahren war es gelungen, den Preis zu einer echten Marke aufzubauen, die internationale Anerkennung fand. Umso mehr erstaunt es, dass Sie dieses erfolgreiche Modell der Corporate Responsibility aufgeben.

Unter der Projektleitung von Veit Loers ist dabei eine wertvolle Kooperation zwischen den Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken und Kunstvereinen entstanden. Gemeinsam wurde das Ziel verfolgt, junge vielversprechende Künstlerinnen und Künstler genau in der Phase zu fördern, in der sie die größte Unterstützung benötigen, nämlich zu Beginn ihrer Laufbahn. Zu diesem Zweck wurden ihre Arbeiten, ihre Themen und Positionen einem breiten Publikum zugänglich gemacht und vermittelt. Als Partner empfehlen sich die Kunstvereine dabei nicht nur aufgrund ihrer Expertise, sondern auch wegen ihrer flächendeckenden Präsenz, ihrer Verbundenheit mit den Bürgern der Stadt und des Landes und ihrer demokratischen Strukturen.

Vorgeschlagen von Akademieprofessoren und Kunstkritikern, ausgewählt durch eine Jury aus Kunstvereinsleitern wurden in jedem Jahr Preisträger gefunden, die binnen Kürze zu international gefragten Künstlern avancierten. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Förderung des BVR, die mit der Auszeichnung verbunden war: ein Preisgeld für den Künstler, die Herausgabe einer Edition und/oder einer Publikation sowie eine Einzelausstellung in einem Kunstverein. Mit vergleichsweise geringen monetären Mitteln wurde für alle Beteiligten eine maximale Wirkung erzeugt.

Gerade in der aktuellen kulturpolitischen Situation, in der sich Kommunen immer stärker aus der Kulturförderung zurückziehen und insbesondere kleinere Kulturinitiativen und innovative künstlerische Projekte dem Sparkurs zum Opfer fallen, trifft uns Ihre Entscheidung hart. Die zeitgenössische Kunst, die sich selbst und die Gesellschaft stetig hinterfragt und wagemutig neudefiniert, braucht eine nachhaltige Kulturförderung und verlässliche Partner. Mit Ihrem Rückzug aus diesem Bereich verlieren die „Künstler von morgen“ und die Kunstvereine einen wertvollen Mitstreiter.

Wir bitten den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken daher nachdrücklich, die Förderung der jungen zeitgenössischen Bildenden Kunst wiederaufzunehmen und sich hier langfristig zu engagieren." (Der Vorstand der ADKV)

kunstvereine.de

Medienmitteilung


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