Unter dem Titel "Sonne statt Regen" stellt der dänische Künstler Eliasson ( geb. 1967) eine neue, explizit für den Kunstbau konzipierte, Lichtinstallation aus.
Presseerklärung / Auszug: "(Der Künstler) beschäftigt sich in seinem Werk mit der Rekonstruktion von optischen und physikalischen Phänomenen wie man sie aus der Natur und den Naturwissenschaften kennt. Mit technisch sehr aufwändigen Apparaten, oft aber auch mit bestechend einfachen Mitteln wie Spiegel, Licht und Wasser lässt er künstliche Landschaften, klimatische Abläufe und sinnliche Wahrnehmungsmomente entstehen, die natürliche Ereignisse sichtbar oder (wieder-) erlebbar machen.
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Durch die künstliche Inszenierung dieser und vieler anderer physikalischer und biologischer Ereignisse in Museen oder öffentlichen Räumen, die durch andere als "natürliche" oder naturwissenschaftliche Funktionszusammenhänge geprägt sind, stellt Olafur Eliasson eine dialektische Beziehung zwischen den Vorstellungswelten "Natur" und "Kultur" her. Die Apparate und Konstruktionen, durch die er die der Natur entlehnten Prozesse im White Cube der Institution möglich macht, sind meist ein deutlich sichtbarer Teil der Installation, so dass das Künstliche gleichberechtigt neben dem "Natürlichen" steht. Die Immaterialität der Sehnsüchte, Gefühle und Erinnerungen, die Eliassons Reproduktionen von Naturereignissen in uns auslösen, wird in der nüchternen Materialität der Installation eingefangen. So bildet sich ein Spannungsfeld zwischen Transzendenz und Immanenz, das an die romantische Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts erinnert. In einer Zeit, in der das Verhältnis zur Umwelt sowohl durch die Medialisierung unserer Wahrnehmung, als auch durch das Bewusstsein fundamentaler ökologischer Verluste geprägt ist, stellt das Nebeneinander von Natürlichkeit und Künstlichkeit in Eliassons Werken unsere Vorstellung von authentischer Naturerfahrung in Frage.
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Für den Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus hat Olafur Eliasson eine neue Lichtinstallation konzipiert, die auf seine Auseinandersetzung mit Lichtphänomenen in der Natur zurückgeht und eine neue Erfahrung des Raumes ermöglicht. Der Kunstbau wird mit einer farbigen Lichtwand ausgestattet, die sich hinter einer Membran befindet und an einen computergesteuerten Dimmer angeschlossen ist. Mittels eines speziell für diese Arbeit entwickelten Programms entsteht auf der Membran eine sich permanent verändernde Dramaturgie von Lichtbewegungen und intensiven Farbschattierungen, die den gesamten Raum einnehmen und den Besucher in ein Kaleidoskop von Farbe, Licht und Bewegung eintauchen. Den Titel der Ausstellung "Sonne statt Regen" hat Eliasson in Anspielung auf das Lied "Sonne statt Reagan" von Beuys gewählt, mit dem sich dieser 1982 für die Grünen engagierte und sich gegen die Aufrüstungspolitik der USA wandte. Er lässt sich durchaus als Kommentar zur aktuellen Außenpolitik der Vereinigten Staaten verstehen."
Ausstellungsdauer: 8.3. - 15.6.2003
Öffnungszeiten: Di - So 10 - 18 Uhr
Lenbachhaus | Kunstbau
Luisenstraße 33 | 80333 München
Tel.: 089/23 33 20 00
lenbachhaus.de
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Kataloge/Medien zum Thema:
Olafur Eliasson
neue Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK)
station urbaner kulturen/nGbK Hellersdorf
Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank
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