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Theoretisch geht´s mir gut

noch bis 22.08.2021 | Kunsthalle Mainz
Eingabedatum: 17.08.2021

Die Gruppenausstellung Theoretisch geht´s mir gut zeigt fünf internationale Gegenwartskünstler*innen an zwei Orten, dem Mainzer Taubertsbergbad und der Kunsthalle Mainz in einer einzigartigen Kollaboration. Die Befragung des eigenen Wohlbefinden, die in einer auf Leistung ausgelegten Gesellschaft häufig durch äußere Normierungsprozesse bestimmt ist, ist Gegenstand der künstlerischen Befragungen an beiden Orten, die sich durch die sinnliche Erfahrung des Körpers auszeichnen. Der Körper wird so zum Material, zum Ausgangspunkt von Empfindungen, die ebenso von innen wie von außen beeinflusst werden. Die Ausstellung lädt dazu ein, Kunst auch abseits des White Cubes zu erleben, eine Brücke zwischen den beiden sozialen Orten schlagen und die Wahrnehmung auf das eigene Sein zu richten.
„Wie geht es Dir?“ Mit der Frage nach dem eigenen Wohlbefinden werden wir tagtäglich konfrontiert. Eine Floskel, ein Opener für jede analoge, wie auch digitale Konversation. Und auf der anderen Seite die vielleicht intimste Frage, die man einer Person stellen kann, ohne distanzlos zu erscheinen.

Eine Frage, die den*die Adressat*in direkt anspricht, die ihn*sie bei sich selbst abholt, die Interesse an der Person bekundet. Wie sieht eigentlich ein Optimalzustand aus? Wann befinden sich Körper und Geist in Einklang? Wer legt fest, wann das „gut” erreicht ist? Bezeugt das im Ausstellungstitel dem „geht’s mir gut“ vorangestellte „theoretisch“ einen Mangel? Geht es um das tatsächliche Wohlbefinden oder gerade um die Infragestellung dessen, was wir als gut erachten? Und wann ist nicht mehr der*die Einzelne gemeint, wann verlagert sich dieses „gut” auf gesellschaftliche oder wirtschaftliche Ebenen?
Die Beschäftigung mit dem eigenen Wohlbefinden legt die fragilen inneren und äußeren Zustände offen. Arbeitsleistung, Performance und Erwartungshaltungen sind dabei Parameter, die als Maßstäbe für das eigene Wohlbefinden und damit verbunden die eigene Rollen innerhalb verschiedener soziale Systeme angelegt werden.
Die fünf künstlerischen Positionen befragen multimedial die sich im Wandel befindenden Arbeitsbedingungen, soziale Konstrukte wie Paarbeziehungen und Familie, die als Norm angesehene werden und die Rolle von Kunst bzw. künstlerischer Arbeit in der Gesellschaft. Teilweise sind für die Ausstellung neue Arbeiten entstanden, die auf die derzeitigen geänderten Arbeitsbedingungen ebenso eingehen, wie auf die fortschreitende Digitalisierung und dabei ein Umbruch in vielen Lebensbereichen.

Die eingeladenen Künstler*innen beziehen dabei den menschlichen Körper in sinnliche Verhandlungen ein. Die Gruppenausstellung Theoretisch geht's mir gut lädt dazu ein, den Körper als Material zu erkunden, durch das die Welt und Grenzen spürbar werden und ihn als Projektionsfläche eigener und fremder Erwartungen zu begreifen
Die Ausstellung und ihr Begleitprogramm werden gefördert durch das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz und wird in Kooperation mit dem Mainzer Taubertsbergbad realisiert. Ein besonderer Dank gilt allen Workshopteilnehmer*innen der Kunsthochschule Mainz.
Hinweis für Besucher der Ausstellung in der Kunsthalle Mainz und im Mainzer Taubertsbergbad: Theoretisch geht’s mir gut ist vom 05/07—22/08/21 im Taubertsbergbad und im Turm der Kunsthalle Mainz zu den regulären Besuchszeiten geöffnet. Sie kann nach vorheriger Terminbuchung über die Kunsthalle Mainz mail@kunsthalle-mainz.de oder das Taubertsbergbad www.mainzer-taubertsbergbad.de besucht werden und das Ticket beinhaltet die Nutzung des Schwimmbades.

Die dänische Künstlerin Benedikte Bjerre, die an der Städelschule Frankfurt und The Royal Danish Academy of Arts in Kopenhagen studierte, befragt in ihren skulpturalen Arbeiten häufig den Stellenwert von Readymades, dem alltäglichen Objekt als Kunstwerk. Die Wahl des Readymade-Objekts und der Umgang damit, dass das Objekt von jemand anderem entworfen und gefertigt wurde, von dem sie als Künstlerin profitiert, sowie die semiotische Lesart des Objektes und dem möglichen Bedeutungswandel sind dabei Fragestellungen, die sie auf gesellschaftliche Themen überträgt. Im Mainzer Taubertsbergbad entwickelt sie gemeinsam mit Studierenden der Kunsthochschule Mainz eine neue skulpturale Arbeit, die sich an der berühmten Bar sous le troit der Designerin Charlotte Perriand orientiert und während der Ausstellungszeit für verschiedene Veranstaltungen aktiviert wird.
Die britische Künstlerin, Aktivistin und Autorin Hannah Black studierte am Goldsmiths College in London und lebt in New York. Ihre künstlerischen Arbeiten umfassen Performance, Sound und Videoarbeiten, die sich häufig mit Themen wie Rassismus, Unterdrückung von Minderheiten und Feminismus befassen. Ihre Bildsprache orientiert sich an popkulturellen Phänomenen, häufig verwendet sie found footage Material und orientiert sich an der Bildsprache der Sozialen Medien.

Johannes Büttner studierte an der UdK Berlin und lebt und arbeitet nach einem zweijährigen Aufenthalt bei De Ateliers in Amsterdam in Berlin. Seine multimedialen Arbeiten gehen häufig von möglichen Zukunftserzählungen aus, die sich mit der Arbeitswelt befassen und situativ auf historische Wendepunkte eingehen. Kollaborativ mit arbeitenden Menschen und anderen Entitäten wirft er einen Blick auf die sich durch die Digitalisierung verändernde Arbeitswelt und lässt gleichzeitig aber auch einen Blick von außen auf seine Kunstproduktion zu. Für die Ausstellung Theoretisch geht´s mir gut hat Johannes mehrere neue Arbeiten u.a. mit Coaches und Entrepreneuren entwickelt, die sich auf Business Coachings fokussiert haben.
Die Berliner Künstlerin Samantha Bohatsch studierte in Wien, Berlin und Karlsruhe, wo sie ihr Studium als Meisterschülerin von Silvia Bächli abschloss. Samantha Bohatsch erarbeitet auf Grundlage von Texten und Textfragmenten Klanginstallationen und Leseperformances. Transformationsprozesse in der Gesellschaft, zwischenmenschliche Beziehungen, persönliche Erfahrungen, ebenso wie Beobachtungen aus dem Internet, Einflüsse von Popkultur, queerer und femininster Literatur verbinden sich bei ihr zu losen Erzählungen.
In ihren Performances, Installationen und Büchern befasst sich die finnische Künstlerin Pilvi Takala mit der Konstitution und Normierung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen. Pilvi Takala nutzt künstlerische Interventionen im (halb-)öffentlichen Raum, um das Verhalten innerhalb bestimmter kultureller Kontexte zu hinterfragen. Störung wird dabei zu einem Mittel, um den Status Quo zu benennen und Normen und Traditionen kritisch zu hinterfragen.


Kunsthalle Mainz
Am Zollhafen 3-5
55118 Mainz

www.kunsthalle-mainz.de


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