Gemachte Männer
Körper, Gestus, Habitus maskuliner Bildwelten
28.02. - 17.05.2026 | Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst, Cottbus
Eingabedatum: 24.02.2026

Nach der Ausstellung Unbeschreiblich weiblich, in der die Darstellung von Weiblichkeit und Lebensrealitäten von Frauen in der Kunst der DDR im Mittelpunkt standen, widmet sich das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) in diesem Jahr mit Gemachte Männer den wandelbaren Vorstellungen von Männlichkeit und deren Verankerung in den historischen, politischen und gesellschaftlichen Ordnungen ihrer Zeit. Gezeigt werden Malerei, Zeichnung, Grafik und Plakatkunst vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart aus der Sammlung des BLMK.
Vorstellungen davon, was als männlich gilt, sind tief in den jeweiligen Macht- und Deutungssystemen einer Gesellschaft verankert. Zugleich sind sie weder stabil noch eindeutig bestimmt. Männlichkeit entsteht im Spannungsfeld konkurrierender Zuschreibungen, die sich überlagern, verschieben und widersprechen. Gerade politische Umbrüche, gesellschaftliche Krisen und hegemoniale Veränderungen wirken dabei als Brennpunkte, an denen Übergänge zwischen unterschiedlichen Männlichkeitsentwürfen besonders sichtbar werden.
Die Ausstellung verfolgt diese Transformationen und Konfliktlinien über mehrere Jahrzehnte hinweg. Sie zeigt, wie sich Männlichkeit seit dem frühen 20. Jahrhundert behauptete, neu formierte und veränderte.
Die Werke aus den Sammlungsbereichen Malerei, Zeichnung, Grafik und Plakatkunst des BLMK zeichnen dabei unterschiedliche Diskurse nach: den Mann als Bürger, Soldaten, Arbeiter, sozialistische Ikone oder urbanen Szenegänger. Die Spannweite der Darstellungen reicht von idealtypischen Bildern ihrer Zeit bis hin zu Positionen, die Männlichkeit mit feiner ironischer Distanz oder offener Verunsicherung betrachten.
Einen theoretischen Bezugspunkt bildet Pierre Bourdieus Analyse symbolischer Ordnungen, in denen die Welt über metaphorische Gegensätze strukturiert ist – mit dem Mann als zentraler Repräsentationsfigur. Vor diesem Hintergrund lässt sich Gemachte Männer als eine Abfolge offener Bildkosmen lesen: Männlichkeit erscheint nicht als festgeschriebene Allegorie, sondern entfaltet sich über Beziehungen zwischen Körpern, Gesten, Raum und Bildmotiven. Besonders deutlich wird dies in Werken der 1950er Jahre aus der jungen DDR. Ikonische Bilder inszenieren den männlichen Körper als kämpferische, produktive und nach außen gerichtete Kraft – etwa in heroischen Arbeiterbildern oder politischen Leitfiguren. Ab den 1970er Jahren verschieben sich diese Bildordnungen deutlich: Künstlerische Positionen begegnen hegemonialen Männlichkeitsbildern mit Ironie, Brüchigkeit oder ambivalenter Körperlichkeit.
In Arbeiten von Joseph W. Huber, Max Uhlig oder Norbert Bisky wird Männlichkeit zu einem Feld zwischen Begehren, Gewalt, Verletzlichkeit und Unsicherheit.
Mit Werken von Ines Arnemann, Norbert Bisky, Fritz Cremer, Helmut Diehl, Andreas Dress, Albert Ebert, Günther Friedrich, Jakob Ganslmeier & Ana Zibelnk, Jochen Fiedler, Jutta Damm-Fiedler, Jost Giese, René Graetz, Erich Gerlach, Peter Graf, Otto Griebel, Erhard Großmann, Gerhard Goßmann, Lea Grundig, Ulrich Hachulla, Manfred Hausmann, Bert Heller, Joseph W. Huber, Joachim Jansong, Jürgen Jentzsch, Gerhard Kettner, Klaus Killisch, Rolf Kiy, Gregor T. Kozik, Wilhelm Lachnit, Gerhart Lampa, Helge Leiberg, Harald Metzkes, Jürgen Mücke, Curt Querner, Günter Richter, Elke Riemer, Willi Sitte, Jürgen Schieferdecker, Harald K. Schulze, Katja-Regina Staps, Volker Stelzmann, Max Uhlig, Andreas Wallat, Kurt Zimmermann.
Vorstellungen davon, was als männlich gilt, sind tief in den jeweiligen Macht- und Deutungssystemen einer Gesellschaft verankert. Zugleich sind sie weder stabil noch eindeutig bestimmt. Männlichkeit entsteht im Spannungsfeld konkurrierender Zuschreibungen, die sich überlagern, verschieben und widersprechen. Gerade politische Umbrüche, gesellschaftliche Krisen und hegemoniale Veränderungen wirken dabei als Brennpunkte, an denen Übergänge zwischen unterschiedlichen Männlichkeitsentwürfen besonders sichtbar werden.
Die Ausstellung verfolgt diese Transformationen und Konfliktlinien über mehrere Jahrzehnte hinweg. Sie zeigt, wie sich Männlichkeit seit dem frühen 20. Jahrhundert behauptete, neu formierte und veränderte.
Die Werke aus den Sammlungsbereichen Malerei, Zeichnung, Grafik und Plakatkunst des BLMK zeichnen dabei unterschiedliche Diskurse nach: den Mann als Bürger, Soldaten, Arbeiter, sozialistische Ikone oder urbanen Szenegänger. Die Spannweite der Darstellungen reicht von idealtypischen Bildern ihrer Zeit bis hin zu Positionen, die Männlichkeit mit feiner ironischer Distanz oder offener Verunsicherung betrachten.
Einen theoretischen Bezugspunkt bildet Pierre Bourdieus Analyse symbolischer Ordnungen, in denen die Welt über metaphorische Gegensätze strukturiert ist – mit dem Mann als zentraler Repräsentationsfigur. Vor diesem Hintergrund lässt sich Gemachte Männer als eine Abfolge offener Bildkosmen lesen: Männlichkeit erscheint nicht als festgeschriebene Allegorie, sondern entfaltet sich über Beziehungen zwischen Körpern, Gesten, Raum und Bildmotiven. Besonders deutlich wird dies in Werken der 1950er Jahre aus der jungen DDR. Ikonische Bilder inszenieren den männlichen Körper als kämpferische, produktive und nach außen gerichtete Kraft – etwa in heroischen Arbeiterbildern oder politischen Leitfiguren. Ab den 1970er Jahren verschieben sich diese Bildordnungen deutlich: Künstlerische Positionen begegnen hegemonialen Männlichkeitsbildern mit Ironie, Brüchigkeit oder ambivalenter Körperlichkeit.
In Arbeiten von Joseph W. Huber, Max Uhlig oder Norbert Bisky wird Männlichkeit zu einem Feld zwischen Begehren, Gewalt, Verletzlichkeit und Unsicherheit.
Mit Werken von Ines Arnemann, Norbert Bisky, Fritz Cremer, Helmut Diehl, Andreas Dress, Albert Ebert, Günther Friedrich, Jakob Ganslmeier & Ana Zibelnk, Jochen Fiedler, Jutta Damm-Fiedler, Jost Giese, René Graetz, Erich Gerlach, Peter Graf, Otto Griebel, Erhard Großmann, Gerhard Goßmann, Lea Grundig, Ulrich Hachulla, Manfred Hausmann, Bert Heller, Joseph W. Huber, Joachim Jansong, Jürgen Jentzsch, Gerhard Kettner, Klaus Killisch, Rolf Kiy, Gregor T. Kozik, Wilhelm Lachnit, Gerhart Lampa, Helge Leiberg, Harald Metzkes, Jürgen Mücke, Curt Querner, Günter Richter, Elke Riemer, Willi Sitte, Jürgen Schieferdecker, Harald K. Schulze, Katja-Regina Staps, Volker Stelzmann, Max Uhlig, Andreas Wallat, Kurt Zimmermann.
28.02. - 17.05.2026
Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK), Cottbus
Uferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus
Presse
Kontext
Einordnung:Die Ausstellung „Gemachte Männer“ untersucht die Evolution männlicher Repräsentation in der Malerei, Grafik und Plakatkunst seit dem frühen 20. Jahrhundert und verortet sie im Kontext gesellschaftspolitischer Umbrüche. Ausgehend von Pierre Bourdieus Theorie symbolischer Ordnungen wird Männlichkeit als narratives Konstrukt begriffen, das sich zwischen heroischer Idealisierung und psychologischer Dekonstruktion bewegt. Während Werke der frühen DDR, etwa von Willi Sitte, den männlichen Körper als produktive, sozialistische Ikone inszenieren, markieren Positionen ab den 1970er-Jahren eine Abkehr hin zur Ironie und körperlichen Brüchigkeit. In zeitgenössischen Arbeiten von Künstlern wie Norbert Bisky oder Max Uhlig transformiert sich dieses Bild schließlich in ein ambivalentes Spannungsfeld aus Begehren, Gewalt und Verletzlichkeit. Damit reflektiert die Schau den kunsthistorischen Wandel vom staatstragenden Pathos zur kritischen Reflexion hegemonialer Identitätsmuster.







