Die Komplexität von Erinnerung, Vermächtnis und Verantwortung
28.01. - 01.03.2026 | Haus für Medienkunst Oldenburg
Eingabedatum: 19.01.2026

Mit einem historisch-künstlerischen Experiment lädt das Haus für Medienkunst die Oldenburger Stadtgesellschaft zu einer gemeinsamen Reflexion über die nationalsozialistische Vergangenheit der ehemaligen namensgebenden Stifterin Edith Ruß ein. Die Debatte um die Umbenennung vom Edith-Russ-Haus für Medienkunst zum Haus für Medienkunst Oldenburg wurde 2024 und 2025 kontrovers und emotional geführt, doch differenzierte Perspektiven fanden selten Raum.
Das diskursive Projekt setzt hier an: Die Geschichte von Edith Ruß soll vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse beleuchtet und die Komplexität von Erinnerung, Vermächtnis und Verantwortung sichtbar gemacht werden. Das Projekt umfasst drei Teile. Ein historischer Ausstellungsteil präsentiert vor allem Dokumente und Schriften von Edith Ruß aus der Zeit des Nationalsozialismus. Gezeigt werden die Zeitungsartikel, die sie zwischen 1939 und 1945 verfasst hat, darunter ihre Kurzgeschichte Die sanfte Gewalt. Von ihr gestiftete Bronzeskulpturen und ein gemaltes Portrait aus ihrem Nachlass werden ergänzt um Arbeiten und Lebensgeschichten der Zeit mit Bezug zu Edith Ruß. Der zweite Teil zeigt zeitgenössische Kunst, die Themen des Nationalsozialismus verhandelt und Kontexte berührt, die auch ihre Lebensentscheidungen prägten. Für den dritten Teil entsteht in der Ausstellungshalle ein Forum für Vorträge und Präsentationen, das ganz im Zeichen des Dialogs stehen soll. Weiterhin stehen an mehreren Tagen pro Woche Teammitglieder im Kuratorischen Büro als Ansprechpersonen bereit, um den Austausch über die gesamte Dauer zu ermöglichen. In Zeiten, in denen viele Diskussionen und Meinungsbildungen anonym im Internet geführt werden und sich dort emotional aufheizen, möchten wir das direkte Gespräch suchen. Dieses Projekt ist eine Einladung zu Reflektion und Diskussion über die Geschichte des 20. Jahrhunderts, ihren Einfluß auf die Gegenwart und Fragen der persönlichen Verantwortung. In diesem Monat intensiver Debatten sollen alle demokratischen Positionen zu Wort kommen.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Edit Molnár und Marcel Schwierin.
Wissenschaftliche Beratung durch Dr. Joachim Tautz. Ausstellungsdesign: Katarina Šević.
Eingeladene Künstler: Dani Gal, Rajkamal Kahlon, Susanne Kriemann, Fynn Ribbeck, Roee Rosen, Anja Salomonowitz, Clemens von Wedemeyer
Das diskursive Projekt setzt hier an: Die Geschichte von Edith Ruß soll vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse beleuchtet und die Komplexität von Erinnerung, Vermächtnis und Verantwortung sichtbar gemacht werden. Das Projekt umfasst drei Teile. Ein historischer Ausstellungsteil präsentiert vor allem Dokumente und Schriften von Edith Ruß aus der Zeit des Nationalsozialismus. Gezeigt werden die Zeitungsartikel, die sie zwischen 1939 und 1945 verfasst hat, darunter ihre Kurzgeschichte Die sanfte Gewalt. Von ihr gestiftete Bronzeskulpturen und ein gemaltes Portrait aus ihrem Nachlass werden ergänzt um Arbeiten und Lebensgeschichten der Zeit mit Bezug zu Edith Ruß. Der zweite Teil zeigt zeitgenössische Kunst, die Themen des Nationalsozialismus verhandelt und Kontexte berührt, die auch ihre Lebensentscheidungen prägten. Für den dritten Teil entsteht in der Ausstellungshalle ein Forum für Vorträge und Präsentationen, das ganz im Zeichen des Dialogs stehen soll. Weiterhin stehen an mehreren Tagen pro Woche Teammitglieder im Kuratorischen Büro als Ansprechpersonen bereit, um den Austausch über die gesamte Dauer zu ermöglichen. In Zeiten, in denen viele Diskussionen und Meinungsbildungen anonym im Internet geführt werden und sich dort emotional aufheizen, möchten wir das direkte Gespräch suchen. Dieses Projekt ist eine Einladung zu Reflektion und Diskussion über die Geschichte des 20. Jahrhunderts, ihren Einfluß auf die Gegenwart und Fragen der persönlichen Verantwortung. In diesem Monat intensiver Debatten sollen alle demokratischen Positionen zu Wort kommen.
Die Ausstellung wurde kuratiert von Edit Molnár und Marcel Schwierin.
Wissenschaftliche Beratung durch Dr. Joachim Tautz. Ausstellungsdesign: Katarina Šević.
Eingeladene Künstler: Dani Gal, Rajkamal Kahlon, Susanne Kriemann, Fynn Ribbeck, Roee Rosen, Anja Salomonowitz, Clemens von Wedemeyer
28.01.2026 - 01.03.2026
Haus für Medienkunst Oldenburg
Katharinenstraße 23, 26121 Oldenburg
Presse
Kontext
Einordnung:Die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit von Edith Ruß markiert eine Zäsur in der Aufarbeitung institutioneller Provenienz und der Dekonstruktion bürgerlicher Stifter-Mythen. Durch die Konfrontation traditioneller Medien wie Porträtmalerei und Bronzeskulptur mit archivalischen Dokumenten und zeitgenössischen Interventionen wird das Haus selbst zum Objekt der *Institutional Critique*. Das Projekt bettet sich in den kunsthistorischen Kontext der „Memory Studies“ ein, wobei der Fokus auf literarischen Zeugnissen wie „Die sanfte Gewalt“ die Ambivalenz ideologischer Ästhetik im Nationalsozialismus offenlegt. Indem der museale Raum zum diskursiven Forum transformiert wird, erfolgt ein Übergang von statischer Erinnerung zu einer performativen Form der Vergangenheitsbewältigung, die Fragen nach individueller Verantwortung im Kontext heutiger Medienkultur neu verhandelt.







