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Marlen Seu­bert Einzelausstellung

Projektionsfläche Haut

23.8. - 11.10.2015 | Frauenmuseum, Bonn
Eingabedatum: 12.08.2015

Marlen Seubert gilt in der Kunstszene als eine außerordentlich originelle und einzigartige Künst­lerin. Allein das verwendete Material löst beim Publikum Irritationen aus: Goldschlägerhäut­chen, Euter und Därme von Tieren werden von ihr seit mehr als zwei Jahr­zehnten zu feinen und filigranen Objekten transformiert. „Die Idee der Verwendung von Wegwerfmaterial“, so sagt Seubert, „entstand in meiner Studienzeit aus der Not heraus. Auf die Därme kam ich durch eine Zufallsgeschichte – eine alte Lampenschirmfabrik wurde auf­gelöst und dort kam ich erstmalig mit Tierhäuten in Berührung. Früher wurden aus den Där­men der Lämmer Papiere gemacht. Ich verwende die Grundlagen dieser alten Techni­ken bei der Materialvorbereitung noch heute.“ So entstehen ihre Arbeiten: Hauchdünn, leicht zerreißbar und fein.

Marlen Seubert ist eine Kämpfernatur, eine politische Künstlerin. Sie setzt sich in ihren Installati­onen, Objekten und Zeichnungen immer wieder mit den Themen Gewalt, Miss­brauch und Frauen im Exil auseinander. Bereits als 14jährige hatte sie unter der Obhut der Eng­lischen Fräulein im Nymphenburger Mädcheninternat ihre erste Ausstellung. Gegen den Willen der Eltern studierte sie später an der Werkkunstschule Würzburg und an der FH-Gestaltung. Heute lebt und arbeitet sie im Westerwald und in Spanien. Ihre Arbeiten sind in verschiedenen deutschen und spanischen Museen zu sehen.

Das Bonner Frauenmuseum richtet Marlen Seubert nun eine Einzelausstellung aus. Im Rah­men der großen Themenausstellung „Frauen in Krieg und Frieden 1915 – 1945 – 2015“ ist dies die zweite Parallelausstellung, die vom 23.8. bis 11.10.2015 zu sehen ist.

Die Werkschau beginnt bereits im Treppenaufgang: „Im goldenen Käfig“ zeigt einen menschli­chen Kopf in einem Käfig – doch der Käfig ist nicht verschlossen. Der Mensch könnte also noch herauskommen. Und damit wird bereits hier eine Grundüberzeugung der Künstlerin deutlich: Der Mensch und sein Leben sind wandelbar. Die Türen sind geöffnet, man muss nur hindurchgehen wollen.

Die Ausstellung wird in vier Themenräumen präsentiert:

Im ersten Raum „Tanz und Tod“ empfängt den Besucher das Relief „Tanzender Christus“ (1989) und eine Installation mit zehn bewegten Objekten: mit Goldschlä­gerhäutchen und Lammdarm auf Drähte gespannte Kleider tanzen wie weiße Figurin­nen durch den Raum.

Im zweiten Raum „Gib uns unser täglich Brot“ zeigt Seubert die Wandinstallation „Wandlun­gen“ – eine Euterarbeit in Form von kleinen Broten auf Stahlrahmen. In einer Bodeninstalla­tion auf schwarzem Teppich werden 2000 Oblaten dargeboten.

Der dritte Raum „Straßenstrich Spanien“ führt das Publikum in die Gegenwart. Seubert bearbei­tet in dieser Installation ein politisch hochbrisantes Thema: Seit der Wirtschaftskrise in Spanien prostituieren sich viele junge Mädchen - auch hochqualifizierte Studentinnen -, um ihre Familien zu ernähren. 30 Fotos dokumentieren diese Situation. Den Raum domi­niert jedoch ein schwarzes Holzbett und die davor am Boden liegenden Körper aus Hautfet­zen. Diese wirken papierartig – auch hier wieder Goldschlägerhäutchen und gemahlener Darm. Entsetzen lösen aber vor allem die Stahlobjekte mit Hautköpfen aus, die lüstern auf das Bett blicken.

Im vierten Raum „Religionen“ befindet sich ein riesiger Stahlkäfig, in dem eine Burka gefan­gen ist, wiederum geknüpft aus Därmen und ein kleines, hauchdünnes Kreuz mit einer klei­nen Mitra. Hier finden sich auch Seuberts neueste Arbeiten: 12 Wandobjekte „Seelen“ wir­ken wie ein Fries. Davor, am Boden, zwei bewegliche Objekte „Himmel und Hölle – Gut und Böse“. Die Raum ist eine Art Widerspiegelung der vorausgegangenen Stationen. Hier fin­den sich komprimiert die Kernaussagen von Seuberts Werk: „Bewegung ist Wandlung, Befrei­ung aus der (selbst-)verschuldeten Unmündigkeit unserer Existenz“.


Frauenmuseum
Im Krausfeld 10
53111 Bonn

frauenmuseum.de
gabrielemuenterpreis.de




Presse





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