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Orte des Exils

25.07. - 22.11. 2020 | Museum der Moderne Salzburg
Eingabedatum: 31.07.2020

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Lotte Laserstein, Selbstbildnis an der Staffelei, 1938, Öl auf Sperrholz, Erworben mit Unterstützung der Ernst von Siemens-Kunststiftung und des Vereins der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Berlin © Bildrecht, Wien 2020, Foto: Michael Setzpfandtbilder

Das Museum der Moderne Salzburg präsentiert mit Orte des Exils die dritte und vorerst abschließende Ausstellung der Reihe über Künstler_innen mit Exilhintergrund. Am Beispiel von sechs Persönlichkeiten werden die mit der Exilierung verbundenen Zäsuren, daraus folgende berufliche Krisen und das Wieder-Fuß-Fassen in angestammten oder neu erkämpften Berufsfeldern thematisiert.
2017 startete das Museum der Moderne Salzburg eine Ausstellungsreihe, die sich die Aufgabe stellte, Künstler_innen in den österreichischen und europäischen Kunstdiskurs zurückzuholen, die aufgrund ihrer Emigration in Vergessenheit geraten waren oder deren Exilhintergründe noch nicht ausreichend kunsthistorisch bearbeitet worden waren. Während in Auf/Bruch (2017) biografische und künstlerische Neuanfänge und Brüche im Mittelpunkt standen, fragte die zweite Ausstellung Resonanz von Exil (2018) danach, wie Künstler_innen die Entwicklung in ihrem Exilland beeinflusst haben und wie die eigenen Exilerfahrungen einen Nachhall in ihrem Werk fanden. Die dritte und vorerst letzte Ausstellung der Reihe befasst sich nun mit den über die ganze Welt verteilten Exilorten. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Fragen, die sich alle Exilant_innen stellen mussten: In welches Land konnte man auswandern, wie waren dort die Einreise- und Arbeitsbedingungen, wie lange würde man bleiben, würde man in der Fremde akzeptiert werden? Nicht nur die Schrecken des im Heimatland und auf der Reise Erlebten erschwerten das Ankommen am Exilort, sondern auch die Konfrontation mit einer fremden Sprache, die teilweise ungewohnten klimatischen Bedingungen und die Abgetrenntheit von der früheren Lebenswelt. Die Ausstellung widmet sich den Orten Zürich, Jerusalem, London, New York, Collingwood in Kanada, Stockholm und Shanghai und stellt das grafische Werk der Schriftstellerin Else Lasker-Schüler, die fotografischen und filmischen Arbeiten von Wolf Suschitzky, die Zeichnungen und Karikaturen von Walter Trier, Möbelentwürfe von Victor Papanek, die Selbstbildnisse der Malerin Lotte Laserstein und die Filme der Regisseurin Louise Kolm-Fleck vor. Ein besonderer Fokus der Ausstellung liegt darüber hinaus auf der Stadt und dem Land Salzburg, die bis zum „Anschluss“ 1938 zahlreichen deutschen Exilant_innen Zuflucht boten.
„Exil gilt als die zentrale Erfahrung der Moderne und der Postmoderne. Die Beschäftigung mit dem Exil, mit den Bedingungen und Erfahrungen an den Ankunftsorten ist damit geradezu ein Pflichtprogramm für ein Museum, das die ‚Moderne‘ im Namen trägt. Das Museum der Moderne Salzburg ist auch die einzige Institution in Österreich, die aus der Perspektive eines Kunst-museums das Thema Exil kontinuierlich bearbeitet und erforscht. Die Frage, wie ein Kunstmuseum mit der nationalsozialistischen Vergangenheit umgeht, ist dabei zentral und wird auch zukünftig einen programmatischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt des Hauses bilden“, so Thorsten Sadowsky, Direktor des Museum der Moderne Salzburg. Anhand der in der Ausstellung vorgestellten sechs Persönlichkeiten wird deutlich, welches Wirkungsspektrum die im Exil vorgefundenen Bedingungen haben konnten:
Presseinformation


Für Trier und Suschitzky beispielsweise eröffneten sich neue Lebenschancen.
Für andere – wie für Laserstein – ermöglichte das Exil zwar das Überleben, brachte aber auch Einbußen in der künstlerischen Innovationskraft mit sich. „Was bedeutet Exil? Was heißt es, seine Wurzeln zu verlieren, und wie kann das weite Feld aus Gewalt- und Verlusterfahrung, erzwungenen Ortswechseln, beruflichen Kontinuitäten und Brüchen visualisiert werden? Das sind die zentralen Fragen der ganzen Ausstellungsreihe, die wir nicht allgemeingültig, sondern immer ganz konkret im Hinblick auf die für die einzelnen Ausstellungen ausgewählten Künstler_innen untersucht haben. Im Rahmen der Recherchen ist meiner Kollegin Barbara Herzog und mir deutlich geworden, dass immer wieder neue Aspekte zutage treten und die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vertreibung noch lange nicht abgeschlossen werden kann“, erklärt die Kuratorin Christiane Kuhlmann.

In einem umfassenden Katalog werden alle drei Ausstellungen und der aktuelle Forschungsstand zusammengefasst.

Mit Werken von Lotte Laserstein (1898 Preußisch Holland, heute Pasłęk, PL – 1993 Kalmar, SE), Else Lasker-Schüler (1869 Elberfeld, DE – 1945 Jerusalem, IL), Louise Kolm-Fleck (1873–1950 Wien, AT), Victor Papanek (1923 Wien, AT – 1998 Lawrence, KS, US), Wolf Suschitzky (1912 Wien, AT – 2016 London, UK), Walter Trier (1890 Prag, CZ – 1951 Collingwood, Ontario, CA)


Museum der Moderne Salzburg
www.museumdermoderne.at

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