Tobias Kaspar – Unconditional
18.09.2026 - 29.11.2026 | Museum Abteiberg, Mönchengladbach
Eingabedatum: 14.09.2026

„Unconditional“ ist eine Ausstellung des in Lettland und der Schweiz lebenden Künstlers Tobias Kaspar (*1984 Basel) im Museum Abteiberg, die in Kooperation mit dem Stiftischen Humanistischen Gymnasium Mönchengladbach (HUMA) realisiert wird. Entstanden ist das Projekt im Rahmen des Internationalen Atelierstipendiums Mönchengladbach, dessen Stipendiat Tobias Kaspar 2025/26 war.
Im Zentrum steht die gleichnamige Arbeit Unconditional (dt. Bedingungslos) die Tobias Kaspar für eine Transportkiste mit eigens entwickelten Displayelementen kreiert hat: Vier Fotografien, die mit grauer Rubbellosfarbe überzogen sind und nunmehr an Care-Institutionen wie Schulen, Pflege- und Betreuungseinrichtungen ausgeliehen, um dort ausgestellt zu werden. Berührung, Transport, unterschiedliche Installationen und wechselnde institutionelle Kontexte werden dabei Spuren hinterlassen und Teil der Geschichte der Arbeit werden. Erster Leihnehmer ist das Gymnasium HUMA direkt neben dem Museum Abteiberg. Der Umgang mit der Arbeit wird dort von Lehrenden und Schüler:innen im Unterricht diskutiert, die Ergebnisse der Gespräche werden in einem vom Künstler mitgegebenen Logbuch festgehalten.
Ausgangspunkt von „Unconditional“ ist eine Anekdote über ein Ereignis aus den frühen 2010er-Jahren, deren Wahrheitsgehalt sich nicht mehr überprüfen lässt. Das Phänomen der Erinnerung wird hier nicht rekonstruiert oder verifiziert, sondern als etwas verstanden, das durch Erzählen, Betrachten, Berühren und Weitergeben seine Form verändert. Aus dem bestimmenden Titel „Unconditional“ entsteht eine Arbeit, deren Bilder, Oberflächen und Geschichten bewusst veränderlich bleiben. Das Geschehen in den Institutionen, die Leihnehmer:innen sind, bleibt dabei intern, im Klassenraum des HUMA ist kein öffentliches Publikum zugelassen.
Im Museum Abteiberg zeigt Tobias Kaspar öffentlichem Publikum ein zweites Exemplar der Arbeit. Sie ist im Unterrichtsraum zu sehen, den Hans Hollein für die Vermittlungsarbeit des Museums entwarf.
English summary:
"Unconditional" is a solo exhibition by Swiss-Latvian artist Tobias Kaspar (*1984, Basel) presented at Museum Abteiberg in Mönchengladbach. Realized during Kaspar's residency as part of the International Studio Grant Mönchengladbach (2025/26), the project centers on a mobile artwork designed inside a custom transport crate. Featuring four scratch-off coated photographs, the piece circulates through care and educational institutions, beginning with the neighboring HUMA grammar school, where interaction and classroom dialogue become integral parts of the evolving work. Concurrently, Museum Abteiberg presents a second version of the installation to the public inside the museum's historic educational space designed by Hans Hollein.
Im Zentrum steht die gleichnamige Arbeit Unconditional (dt. Bedingungslos) die Tobias Kaspar für eine Transportkiste mit eigens entwickelten Displayelementen kreiert hat: Vier Fotografien, die mit grauer Rubbellosfarbe überzogen sind und nunmehr an Care-Institutionen wie Schulen, Pflege- und Betreuungseinrichtungen ausgeliehen, um dort ausgestellt zu werden. Berührung, Transport, unterschiedliche Installationen und wechselnde institutionelle Kontexte werden dabei Spuren hinterlassen und Teil der Geschichte der Arbeit werden. Erster Leihnehmer ist das Gymnasium HUMA direkt neben dem Museum Abteiberg. Der Umgang mit der Arbeit wird dort von Lehrenden und Schüler:innen im Unterricht diskutiert, die Ergebnisse der Gespräche werden in einem vom Künstler mitgegebenen Logbuch festgehalten.
Ausgangspunkt von „Unconditional“ ist eine Anekdote über ein Ereignis aus den frühen 2010er-Jahren, deren Wahrheitsgehalt sich nicht mehr überprüfen lässt. Das Phänomen der Erinnerung wird hier nicht rekonstruiert oder verifiziert, sondern als etwas verstanden, das durch Erzählen, Betrachten, Berühren und Weitergeben seine Form verändert. Aus dem bestimmenden Titel „Unconditional“ entsteht eine Arbeit, deren Bilder, Oberflächen und Geschichten bewusst veränderlich bleiben. Das Geschehen in den Institutionen, die Leihnehmer:innen sind, bleibt dabei intern, im Klassenraum des HUMA ist kein öffentliches Publikum zugelassen.
Im Museum Abteiberg zeigt Tobias Kaspar öffentlichem Publikum ein zweites Exemplar der Arbeit. Sie ist im Unterrichtsraum zu sehen, den Hans Hollein für die Vermittlungsarbeit des Museums entwarf.
English summary:
"Unconditional" is a solo exhibition by Swiss-Latvian artist Tobias Kaspar (*1984, Basel) presented at Museum Abteiberg in Mönchengladbach. Realized during Kaspar's residency as part of the International Studio Grant Mönchengladbach (2025/26), the project centers on a mobile artwork designed inside a custom transport crate. Featuring four scratch-off coated photographs, the piece circulates through care and educational institutions, beginning with the neighboring HUMA grammar school, where interaction and classroom dialogue become integral parts of the evolving work. Concurrently, Museum Abteiberg presents a second version of the installation to the public inside the museum's historic educational space designed by Hans Hollein.
18.09.2026 - 29.11.2026
Museum Abteiberg, Mönchengladbach
Abteistraße 27, 41061 Mönchengladbach
Presse
Kontext
Einordnung:Tobias Kaspars Arbeit *Unconditional* verortet sich an der Schnittstelle von Konzeptkunst, Prozessästhetik und Relationaler Ästhetik. Mit der mobilen Displaykiste und den mit Rubbellosfarbe überzogenen Fotografien greift Kaspar Strategien auf, die an Marcel Duchamps *Boîte-en-valise* erinnern, transferiert diese jedoch in ein partizipatorisches Handlungsfeld: Das Werk vollendet sich erst über die physische Alteration, Berührung und Zirkulation innerhalb von Care- und Bildungsinstitutionen. Erinnerung wird hierbei nicht als statisches Dokument, sondern als fluid-ephemerer Prozess verhandelt. Durch die Verschränkung der internen Praxis an Schulen mit der Ausstellung im von Hans Hollein entworfenen Vermittlungsraum des Museums Abteiberg reflektiert das Projekt zudem den *Educational Turn* der Gegenwartskunst und hinterfragt die Trennungslinien zwischen institutioneller Öffentlichkeit, Bildungsarbeit und relationaler Fürsorgepraxis.







