Elke Haarer. Le Rouge et le Noir
25.09.2026 - 28.02.2027 | Neues Museum Nürnberg
Eingabedatum: 24.09.2026

Das Neue Museum Nürnberg präsentiert ab 25. September 2026 mit „Le Rouge et le Noir“ eine neue Fassadenausstellung. Weithin sichtbar über den Klarissenplatz wird die Künstlerin Elke Haarer die Räume hinter der Glasfassade mit Farbe bespielen. Der Titel der Ausstellung ist eine Anlehnung an den gleichnamigen Roman von Stendhal, dessen Konstruktion die Künstlerin inspiriert hat. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, 24. September 2026 um 19 Uhr statt. Die 1969 geborene Künstlerin Elke Haarer beweist in der Fassadenzone des Neuen Museums, was Farbe kann. Auf Architektur und Räume zu antworten, gehört zu den Stärken der Künstlerin. Ihre diagonal geteilten Farbfelder in Schwarz und Rot, in den Ecken gespiegelt, vermessen die Räume. So entsteht in der Gesamtansicht vom Platz ein rautenförmiges Muster, das nur einmal farblich gebrochen wird. Die winklige Struktur der Fassadenräume wird gleichzeitig offengelegt und überspielt. Elke Haarers Intervention lädt dazu ein, Volker Staabs Architektur neu zu entdecken.
Der Titel der Ausstellung ist einem berühmten französischen Roman des 19. Jahrhunderts entlehnt, Stendhals Rot und Schwarz (1830), verweist jedoch nicht nur auf dessen Handlung: Elke Haarers Drama beruht auf dem Kontrast starker Farben und einer radikalen Komposition und knüpft damit an die nahezu geometrische Konstruktion des Romans an. Die Künstlerin hat an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg zunächst bei Hanns Herpich und Georg Karl Pfahler, dann bei Rolf-Gunter Dienst studiert, dessen Meisterschülerin sie 1994 wurde.
Außerdem verfügt die Künstlerin über einen Master of Arts in Kunstgeschichte und hat sich in psychoanalytischer Sozial- und Kulturtheorie bei der Deutschen Psychoanlytischen Vereinigung weitergebildet. Elke Haarer lebt und arbeitet in Nürnberg.
English summary:
Starting in September 2026, the Neues Museum Nürnberg presents “Le Rouge et le Noir,” a striking facade installation by German artist Elke Haarer. Visibly engaging the public space of Klarissenplatz, Haarer activates the glazed architecture designed by Volker Staab using bold fields of black and red. Drawing its title and geometric clarity from Stendhal's classic novel, the intervention plays with diagonally divided, mirrored color fields that form a prominent diamond pattern across the facade. Through this radical chromatic composition, the Nuremberg-based artist emphasizes and transforms the underlying architectural structure, inviting viewers to experience the museum's exterior anew.
Der Titel der Ausstellung ist einem berühmten französischen Roman des 19. Jahrhunderts entlehnt, Stendhals Rot und Schwarz (1830), verweist jedoch nicht nur auf dessen Handlung: Elke Haarers Drama beruht auf dem Kontrast starker Farben und einer radikalen Komposition und knüpft damit an die nahezu geometrische Konstruktion des Romans an. Die Künstlerin hat an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg zunächst bei Hanns Herpich und Georg Karl Pfahler, dann bei Rolf-Gunter Dienst studiert, dessen Meisterschülerin sie 1994 wurde.
Außerdem verfügt die Künstlerin über einen Master of Arts in Kunstgeschichte und hat sich in psychoanalytischer Sozial- und Kulturtheorie bei der Deutschen Psychoanlytischen Vereinigung weitergebildet. Elke Haarer lebt und arbeitet in Nürnberg.
English summary:
Starting in September 2026, the Neues Museum Nürnberg presents “Le Rouge et le Noir,” a striking facade installation by German artist Elke Haarer. Visibly engaging the public space of Klarissenplatz, Haarer activates the glazed architecture designed by Volker Staab using bold fields of black and red. Drawing its title and geometric clarity from Stendhal's classic novel, the intervention plays with diagonally divided, mirrored color fields that form a prominent diamond pattern across the facade. Through this radical chromatic composition, the Nuremberg-based artist emphasizes and transforms the underlying architectural structure, inviting viewers to experience the museum's exterior anew.
25.09.2026 - 28.02.2027
Neues Museum Nürnberg
Klarissenplatz, 90402 Nürnberg
Presse
Kontext
Einordnung:Elke Haarers ortsspezifische Fassadenintervention „Le Rouge et le Noir“ steht in der Tradition der Geometrischen Abstraktion und einer ortsbezogenen Farbraumkunst. Ausgebildet bei prägenden Vertretern des deutschen Hard Edge und der Konkreten Kunst – darunter Georg Karl Pfahler, Hanns Herpich und Rolf-Gunter Dienst –, begreift die Künstlerin Farbe nicht als bloße Oberfläche, sondern als autonomes, raumkonstituierendes Element. Die rigorose Reduktion auf diagonale Schwarz-Rot-Felder tritt in einen dialektischen Dialog mit Volker Staabs transparenter Museumsarchitektur, indem sie deren Raster zugleich akzentuiert und visuell dekonstruiert. Der Rekurs auf Stendhal fungiert hierbei nicht als narrative Illustration, sondern als strukturelle Übersetzung tektonischer Prinzipien der Literatur in das Medium der Malerei. Durch die gezielte Störung des geometrischen Musters aktualisiert Haarer klassische Strategien der Farbfeldmalerei im Spannungsfeld von öffentlichem Raum, Licht und architektonischem Rahmen.






