Paper Minds
Konkrete Kunst aus Papier
18.09.2026 - 04.04.2027 | Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch Gladbach
Eingabedatum: 19.09.2026

Die Ausstellung Paper Minds widmet sich den vielfältigen Erscheinungsformen konkreter Kunst im Medium Papier. Die konkrete Kunst entwickelte sich seit den 1930er-Jahren als eine Kunstrichtung, die sich bewusst von Naturabbildung und subjektivem Ausdruck absetzt. Ausgangspunkt ist eine autonome Bildsprache, in der Linie, Fläche, Farbe und Rhythmus als eigenständige Gestaltungsmittel wirken. Häufig basieren die Arbeiten auf mathematischen Prinzipien, seriellen Ordnungen und klaren Systemen, die eine präzise und nachvollziehbare Bildstruktur erzeugen. Gerade in dieser Klarheit liegt zugleich ein besonderes Potenzial zur unmittelbaren Erschließung: Wer das zugrunde liegende Prinzip erkennt, kann die Werke eigenständig lesen und nachvollziehen.
Im Medium Papier finden diese Ansätze eine besondere Zuspitzung. Papier fungiert nicht nur als Träger, sondern als eigenständiges Material mit spezifischen Eigenschaften: Es wird gefaltet, geschnitten, geschichtet, gerastert oder perforiert und entfaltet so ein vielschichtiges Spannungsfeld zwischen Fläche und Raum. Gerade die Reduktion auf ein vermeintlich einfaches Material eröffnet neue Möglichkeiten der Differenzierung, Präzision und experimentellen Erprobung.
Die Ausstellung umfasst zahlreiche Werke aus der Sammlung „Kunst aus Papier“, die durch ausgewählte Leihgaben ergänzt werden. Sie versammelt Arbeiten, die die Bandbreite konkreter künstlerischer Strategien im Umgang mit Papier sichtbar machen – von streng systematischen Kompositionen bis hin zu subtilen Variationen serieller Prozesse. Paper Minds zeigt, wie sich aus der Verbindung von Material und formaler Logik eigenständige Bildsysteme entwickeln, in denen Wahrnehmung, Struktur und Rhythmus in ein präzises Gleichgewicht treten.
Folgende Künstler*innen sind in der Ausstellung vertreten:
Frank Badur, Joost Baljeu, Anne Behrens, Isabelle Borges, Hartmut Böhm, Enrico Castellani, herman de vries, Alwin Dorok, Eberhard Fiebig, Friedrich Friedl, Raimund Girke, Tibor Gáyor, Erwin Heerich, Mischa Kuball, František Kyncl, Werner Mally, Fiene Scharp, Nora Schattauer, Hans Schmidt, Jan J. Schoonhoven, Klaus Staudt, Henryk Stażewski, Günther Uecker, Ulrich Wagner, Ryszard Winiarski
English summary:
The exhibition "Paper Minds" at Kunstmuseum Villa Zanders explores the diverse manifestations of Concrete Art through the medium of paper. Developed since the 1930s, Concrete Art relies on autonomous visual systems, mathematical principles, and serial structures rather than figurative representation. In this exhibition, paper acts not merely as a carrier but as an autonomous material that is folded, cut, layered, and perforated to navigate the tension between surface and space. Featuring works from the museum's renowned "Art from Paper" collection alongside selected loans, the show brings together prominent artists including Enrico Castellani, herman de vries, Günther Uecker, and Jan J. Schoonhoven.
Im Medium Papier finden diese Ansätze eine besondere Zuspitzung. Papier fungiert nicht nur als Träger, sondern als eigenständiges Material mit spezifischen Eigenschaften: Es wird gefaltet, geschnitten, geschichtet, gerastert oder perforiert und entfaltet so ein vielschichtiges Spannungsfeld zwischen Fläche und Raum. Gerade die Reduktion auf ein vermeintlich einfaches Material eröffnet neue Möglichkeiten der Differenzierung, Präzision und experimentellen Erprobung.
Die Ausstellung umfasst zahlreiche Werke aus der Sammlung „Kunst aus Papier“, die durch ausgewählte Leihgaben ergänzt werden. Sie versammelt Arbeiten, die die Bandbreite konkreter künstlerischer Strategien im Umgang mit Papier sichtbar machen – von streng systematischen Kompositionen bis hin zu subtilen Variationen serieller Prozesse. Paper Minds zeigt, wie sich aus der Verbindung von Material und formaler Logik eigenständige Bildsysteme entwickeln, in denen Wahrnehmung, Struktur und Rhythmus in ein präzises Gleichgewicht treten.
Folgende Künstler*innen sind in der Ausstellung vertreten:
Frank Badur, Joost Baljeu, Anne Behrens, Isabelle Borges, Hartmut Böhm, Enrico Castellani, herman de vries, Alwin Dorok, Eberhard Fiebig, Friedrich Friedl, Raimund Girke, Tibor Gáyor, Erwin Heerich, Mischa Kuball, František Kyncl, Werner Mally, Fiene Scharp, Nora Schattauer, Hans Schmidt, Jan J. Schoonhoven, Klaus Staudt, Henryk Stażewski, Günther Uecker, Ulrich Wagner, Ryszard Winiarski
English summary:
The exhibition "Paper Minds" at Kunstmuseum Villa Zanders explores the diverse manifestations of Concrete Art through the medium of paper. Developed since the 1930s, Concrete Art relies on autonomous visual systems, mathematical principles, and serial structures rather than figurative representation. In this exhibition, paper acts not merely as a carrier but as an autonomous material that is folded, cut, layered, and perforated to navigate the tension between surface and space. Featuring works from the museum's renowned "Art from Paper" collection alongside selected loans, the show brings together prominent artists including Enrico Castellani, herman de vries, Günther Uecker, and Jan J. Schoonhoven.
18.09.2026 - 04.04.2027
Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch Gladbach
Konrad-Adenauer-Platz 8, 51465 Bergisch Gladbach
Presse
Kontext
Einordnung:Die Ausstellung situiert das Medium Papier an der Schnittstelle von Konkreter Kunst, ZERO und konstruktivistisch-analytischen Tendenzen der Nachkriegsmoderne bis zur Gegenwart. Vertretene Pioniere wie Henryk Stażewski, Enrico Castellani, Jan J. Schoonhoven und Erwin Heerich emanzipieren das Papier vom zweidimensionalen Bildträger zum autonomen, skulpturalen Relief. Mittels strenger serieller Eingriffe – wie Falten, Schichten, Rastern und Perforieren – wird das Material zum Experimentierfeld für mathematische Ordnungen (Ryszard Winiarski), aleatorische Prozesse (herman de vries) sowie kinetisch-lichtdynamische Wahrnehmungseffekte (Klaus Staudt, Günther Uecker). Die Zusammenstellung spannt damit einen Bogen von der radikalen Reduktion der historischen Avantgarden hin zu zeitgenössischen Diskursen über Materialität, Rhythmus und Raumstruktur.







