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Aleksandra Waliszewska

Die absurden, obszönen Steingötzen der Tschanvölker

16.9.-15.10. 2017 | Neuer Kunstverein Wien
Eingabedatum: 23.09.2017

Aleksandra Waliszewska's künstlerische Welt ist geprägt von Ihrer Faszination für dunkle, traumhafte Szenen, in denen Makabres auf Groteskes und Schönheit auf Horror treffen. In ihren frühen Arbeiten untersuchte sie die italienische Kunst des Quattrocento. Farbauftrag und Farben interessierten die Künstlerin insbesondere in der Malerei von Piero della Francesca, Massacio oder Giotto. Ihre Arbeiten lassen aber auch an die Werke von Vermeer, Balthus der mittelalterlichen Malerei Hans Memling's denken. „(...)Fabelwesen wie eine Spinnenfrau, ein Drache oder die alttestamentarische Eva, die Adam verführt, treten in diesen Szenarien auf, die - in der Tradition des spanischen Malers des ausgehenden 18. Jahrhunderts - an Bilder Francesco Goya's erinnern (...)“

In ihren Gouachen im Format 25 x 35 cm zeigt Waliszewska oft junge, bedrohte Mädchen, meist Ihre eigenen Portraits, aber auch hybride Wesen undefinierbaren Geschlechts. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen von Gewalt, Grausamkeit, Folter und sexueller Unterdrückung, sadistische Männer und menschenähnliche bösartige Tierwesen. Waliszewska's monumentale, sich kaleidoskopartig aus Bildern und Geschichten formende, phantasmagorische Welt, in der uralte Fabeln auf eine beängstigende Gegenwart treffen, lassen sie als Chronistin der "conditio humanae", einer Welt zwischen Hoffnung, Glück und Apokalypse erscheinen.

„(...) Es sind Bilder, welche die Ungeheuerlichkeit menschlicher Phantasie offenbaren, die von Ängsten, Gewalt und sexuellen Begehren getrieben wird. Das sexuelle Begehren, das zwischen Unschuld und Verführung, Sehnsucht und Gewalt, Leben und Tod oszilliert, ist in den Bildern von Waliszewska fast immer gegenwärtig. Das macht diese Bilder gleichzeitig tragisch und komisch, hinterhältig und naiv, tiefgründig und banal. Das macht sie real wie das Leben selbst (...)“.

In einem Gespräch mit Maurizio Cattelan bezeichnete sie ironisch ihre Arbeit als "eine Warnung vor dem Bösen, bevor die Zeit der Freude und Liebenswürdigkeit anbricht.“

Die Arbeiten von Aleksandra Waliszewska beeinflussten unterschiedliche Künstler, darunter den Schriftsteller Szczepan Twardoch und seinen Animationsfilm Piwnica". 2012 produzierte die Regisseurin Athena Rachel Tsangari inspiriert durch Waliszewska's Arbeit den Film "The Capsule" (2010), in welchem Waliszewska nicht nur als Koautorin, sondern auch als eine der Hauptdarstellerinnen fungierte. Der Film wurde auf der Dokumenta 13 im Jahr 2012 gezeigt. Beide Filme " Piwnica " und "The Capsule" werden die Werkschau von Aleksandra Waliszewska im Neuen Kunstverein Wien ergänzen.

Neuer Kunstverein Wien
Herrengasse 6-8, Stock 2,
neuer-kunstverein-wien.at

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