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Robert Seidel. Yellowcake

20.9. - 16.12. 2022 | KV Freunde Aktueller Kunst, Zwickau
Eingabedatum: 19.09.2022

Robert Seidel. Yellowcake

Robert Seidel. Pechblende (Studie für eine Videoinstallation: Spekulative Landschaft #1 – #2), 2022bilder


In großen malerischen Bildern und mehreren Experimentalfilmen sind nahezu abstrakte Formen- und Bewegungsabläufe zu sehen, deren suggestive Kraft den Blick auf einzigartige Weise bannt und den Betrachter in einen intensiven Wahrnehmungsrausch involviert.
Robert Seidels poetische Medienkunst ist international bekannt und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr, daß er seine Arbeiten nun auch in Zwickau vorstellt.

Robert Seidel (geb. 1977 in Jena) begann ein Biologie-Studium, wechselte an die Bauhaus-Universität Weimar und schloss 2004 dort mit einem Diplom in Mediengestaltung ab. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Seine Arbeiten sind filmische Destillate von Erinnerungen, die in organisch-abstrakter Form an spezifische Orte anknüpfen. Die mehrteilige Installation in den Räumen des „Freunde Aktueller Kunst e.V“ bezieht sich dabei auf die Gewinnung von Urankonzentrat („Yellowcake“), welches im Zwickauer Stadtteil Crossen in der Aufbereitungsanlage „Objekt 101“ zwischen 1946 und 1990 gewonnen wurde. Die SDAG Wismut stieg in dieser Zeit als in Sachsen und Thüringen gelegenes Bergbauunternehmen zum weltweit drittgrößten Uran-Produzenten auf. Der Abbau hinterließ dabei tiefe Spuren, unzählige Abraumhalden, tausende Arbeitslose und eine noch immer zu rekultivierende Landschaft.

Das vielschichtige Thema der Urangewinnung und der damit einhergehen massiven Transformationsprozesse wird in Hybridformen zwischen bewegter Lichtzeichnung, filmischer Malerei, abstrakter Skulptur zu sehen sein. Die Bilder sind dabei wie die chemischen und gesellschaftlichen Prozesse formwandlerisch– um sich innerhalb von wenigen Takten von zarten, kalligrafischen Einsprengseln zu einem monumentalen Flackern zu transformieren. Die drei raumgreifenden Arbeiten namens „Yellowcake“, „Objekt 101“ und „Pechblende“ spannen ein weites Assoziationsgeflecht über die Auswirkungen des Bergbaus in der Region und des Anthropozäns im Allgemeinen.

In seiner Arbeit löst Seidel kontinuierlich Gattungsgrenzen auf, um die Klarheit der Zeichnung um das Fließen von Malerei, die Räumlichkeit von Skulptur und um zeitliche Aspekte zu einer abstrakt-filmischen Narration zu erweitern. Mit der komplexen Filterung durch digitale Werkzeuge wird unabhängig vom physischen Raum und linearer Zeit eine rhizomatische Erinnerungsstruktur geschaffen, welche die Betrachter*innen immer neu entdecken können. Inhaltliche wie auch reale, visuelle Projektionsflächen sind neben dem White Cube auch dynamisierte skulpturale Formen, die sich in ständiger Veränderung befinden. Neben den drei neuen Arbeiten wird Seidels preisgekrönter Experimentalfilm „Hysteresis“ zu sehen sein, welcher zwischen Zeichnung, Projektion und Performance oszilliert und mittels der Prozessierung durch eine Künstliche Intelligenz eine malerische Form findet.

KV Freunde Aktueller Kunst | Hauptstraße 60/62 | 08056 Zwickau
www.freunde-aktueller-kunst.de

Presse





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