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Julian Charrière. Midnight Zone

14.03. - 12.07.2026 | Kunstmuseum Wolfsburg

Eingabedatum: 09.03.2026

Werkabbildung
Julian Charrière, Midnight Zone (Videostill), 2024, 4K-Video (16:10), Farbe, 3D-Ambisonic-Soundscape, 56 min, © der Künstler / VG Bild-Kunst, Bonn 2026
Inmitten der pazifischen Tiefsee strahlt gleißendes Licht durch eine rotierende Fresnellinse, gigantische submarine Gletscher türmen sich über den Betrachtenden auf und Taucher*innen schweben scheinbar schwerelos in den mexikanischen Cenoten. Die Ausstellung Midnight Zone des französisch-schweizerischen Künstlers Julian Charrière (*1987) präsentiert in der großen Halle des Kunstmuseum Wolfsburg eine faszinierende Auseinandersetzung mit der geheimnisvollen Welt des Wassers.

Die multimedialen Werke von Julian Charrière verbinden Kunst, Umwelt und Wissenschaft. Im Zentrum der Ausstellung steht das bedeutendste Element irdischen Lebens: Wasser. Es ist Grundlage der Biosphäre unseres Planeten, Lebensraum unzähliger Organismen und zugleich hart umkämpfte Ressource. Daher beleuchtet die Schau neben den sinnlichen und metaphorischen Ebenen, die mit dem Element Wasser einhergehen, auch eine Vielzahl politischer Bezüge, wie etwa die weltweite Wasserverschmutzung und Versauerung der Ozeane, das durch die menschengemachte Klimakatastrophe bedingte Abschmelzen von Gletschern und Polkappen oder die Bedrohung der Meeresgründe durch Tiefseebergbau.

Die „Midnight Zone“ – womit in der Wissenschaft der absolut lichtfreie Bereich von Meeren in einer Tiefe zwischen 1.000 und 4.000 Metern bezeichnet wird – steht im Fokus von Charrières aktuellem Kunstschaffen. So zeigt das titelgebende Video der Schau Lichtstrahlen, welche von einer sich drehenden Fresnellinse – die ursprünglich für Leuchttürme entwickelt wurde – in die nachtschwarze Tiefe des Pazifischen Ozeans geleitet werden.

14.03.2026 - 12.07.2026

Kunstmuseum Wolfsburg

Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg

https://www.kunstmuseum.de

Presse

Kontext

Einordnung:
Julian Charrières Schaffen verortet sich an der Schnittstelle von zeitgenössischer Medienkunst, Ökologie und Wissenschaft. Durch den Einsatz multimedialer Videoinstallationen und industrieller Optik wie der Fresnellinse transformiert er ökologische Krisenphänomene des Anthropozäns in hochästhetisierte Erfahrungsräume. In der Tradition der Environmental Art verknüpft Charrière die sinnliche Wahrnehmung des Elements Wasser mit politisch-ethischen Diskursen über Tiefseebergbau und Klimawandel. Damit erweitert er den klassischen Naturbegriff um eine technogene Perspektive, die das Unzugängliche der „Midnight Zone“ als fragiles, durch menschliches Handeln bedrohtes Ökosystem visuell erschließt und kunsthistorisch in den aktuellen Diskurs der „Blue Humanities“ stellt.
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