Jimmy Robert & Franz Erhard Walther. The Intensity of Softness
29.03. - 06.09.2026 | VILLA, Fulda
Eingabedatum: 31.03.2026

Eine Ausstellung zu konzipieren, die die Werke Franz Erhard Walthers und Jimmy Roberts miteinander verknüpft, ist keineswegs selbstverständlich. Ja, würde man die Unterschiede zwischen ihren Absichten, ihrer Identität, den von ihnen geschaffenen Formen und den von ihnen verwendeten Werkstoffen aufzählen, ergäbe sich eine sehr lange Liste. Und doch besitzt die Idee, das Œuvre Walthers, der 1939 geboren wurde und seit sechs Jahrzehnten in Fulda, Düsseldorf, New York und Hamburg seine bahnbrechenden und kolossalen Werke schafft, mit dem Zimmy Roberts zu verbinden, einen besonderen Reiz. Jimmy Robert wurde 1975 auf der Insel Guadeloupe geboren und lebte und arbeitete nacheinander in Paris, London, Amsterdam, Brüssel, Bukarest, Berlin und dann wieder in Paris. Diese Ausstellung bietet eine Möglichkeit, ihre jeweiligen Werke auf unerwartete Weise zu deuten und dabei zu beobachten, wie zwei Künstler einander ansprechen — nicht im Sinne von Abstammung oder Beeinflussung, sondern eher in Sinne einer wechselseitigen Korrespondenz.
Die kuratorische Absicht ist hier eher poetischer als analytischer und demonstrativer Natur. Sie besteht darin, die Übereinstimmungen zu finden, die es ermöglichen, zwei Werke zueinander zu bringen, indem man die Gemeinsamkeiten ihrer Interessen und die einander ergänzenden Arbeitsweisen herausarbeitet. Hier gibt es keine Objektivität, sondern im Gegenteil die Freude daran, Verbindungen zwischen künstlerischen Praktiken zu entdecken, ohne sie symmetrisch zu gestalten. Der von Jimmy Robert für die Ausstellung gewählte Titel, The Intensity of Softness, verweist auf eine gemeinsame Materialität ihrer Praktiken: die Entscheidung beider Künstler, vorrangig mit weichen Materialien wie Stoff und Papier zu arbeiten: poröse, instabile und sich wandelnde Materialien, die sich der Form des Körpers anpassen und Bewegung ermöglichen, die Fülle suggerieren, aber aus einem Gewebe bestehen, textilen Materialien, die mit dem Textuellen verbunden sind.
Diese Entscheidung Franz Erhard Walthers in den 1960er Jahren erschien seinem künstlerischen Umfeld damals als Provokation.
Doch er hat sich damit als Pionier einer Kunst erwiesen, die Präsenz, Beziehung und Vergänglichkeit der Formen in den Vordergrund stellt. Diese Begriffe lassen sich ebenso auf das Werk Jimmy Roberts anwenden, dessen Arbeiten seit Beginn der 2000er Jahre die Gegenwärtigkeit des Körpers des Künstlers in Performances, Fotografien und Videos zeigen, die durch Zitate und Anspielungen, welche ebenso sehr Gesten der Beziehung zu geliebten Figuren sind, ein Netz poetischer — literarischer, choreografischer und künstlerischer — Referenzen weben.
Die Intensität der Sanftheit verweist somit auf eine beiden Künstlern gemeinsame Strategie, die Entschlossenheit erfordert: den Mut, sich auf das Risiko der Ungewissheit einzulassen und Offenheit gegenüber Veränderung und dem Unbekannten zu zeigen.
Das ist die Absicht des Austauschs, der im Rahmen der Ausstellung stattfindet: Franz Erhard Walther entwarf ein Mantel-Element für Jimmy Robert, das diesen zu einer neuen Performance inspiriert hat, die am Eröffnungstag öffentlich aufgeführt werden und auch Gegenstand eines in der Ausstellung gezeigten Films sein wird.
Die kuratorische Absicht ist hier eher poetischer als analytischer und demonstrativer Natur. Sie besteht darin, die Übereinstimmungen zu finden, die es ermöglichen, zwei Werke zueinander zu bringen, indem man die Gemeinsamkeiten ihrer Interessen und die einander ergänzenden Arbeitsweisen herausarbeitet. Hier gibt es keine Objektivität, sondern im Gegenteil die Freude daran, Verbindungen zwischen künstlerischen Praktiken zu entdecken, ohne sie symmetrisch zu gestalten. Der von Jimmy Robert für die Ausstellung gewählte Titel, The Intensity of Softness, verweist auf eine gemeinsame Materialität ihrer Praktiken: die Entscheidung beider Künstler, vorrangig mit weichen Materialien wie Stoff und Papier zu arbeiten: poröse, instabile und sich wandelnde Materialien, die sich der Form des Körpers anpassen und Bewegung ermöglichen, die Fülle suggerieren, aber aus einem Gewebe bestehen, textilen Materialien, die mit dem Textuellen verbunden sind.
Diese Entscheidung Franz Erhard Walthers in den 1960er Jahren erschien seinem künstlerischen Umfeld damals als Provokation.
Doch er hat sich damit als Pionier einer Kunst erwiesen, die Präsenz, Beziehung und Vergänglichkeit der Formen in den Vordergrund stellt. Diese Begriffe lassen sich ebenso auf das Werk Jimmy Roberts anwenden, dessen Arbeiten seit Beginn der 2000er Jahre die Gegenwärtigkeit des Körpers des Künstlers in Performances, Fotografien und Videos zeigen, die durch Zitate und Anspielungen, welche ebenso sehr Gesten der Beziehung zu geliebten Figuren sind, ein Netz poetischer — literarischer, choreografischer und künstlerischer — Referenzen weben.
Die Intensität der Sanftheit verweist somit auf eine beiden Künstlern gemeinsame Strategie, die Entschlossenheit erfordert: den Mut, sich auf das Risiko der Ungewissheit einzulassen und Offenheit gegenüber Veränderung und dem Unbekannten zu zeigen.
Das ist die Absicht des Austauschs, der im Rahmen der Ausstellung stattfindet: Franz Erhard Walther entwarf ein Mantel-Element für Jimmy Robert, das diesen zu einer neuen Performance inspiriert hat, die am Eröffnungstag öffentlich aufgeführt werden und auch Gegenstand eines in der Ausstellung gezeigten Films sein wird.
29.03. - 06.09.2026
VILLA
Paulustor 4, 36037 Fulda
Presse
Kontext
Einordnung:Die Gegenüberstellung von Franz Erhard Walther und Jimmy Robert illustriert einen zentralen Paradigmenwechsel der jüngeren Kunstgeschichte: die Abkehr vom starren, autonomen Kunstwerk hin zu einer prozesshaften, körperbezogenen Ästhetik. Walther, der in den 1960er Jahren durch die radikale Wahl weicher, textiler Werkstoffe den klassischen Skulpturenbegriff dekonstruierte, fungiert als Pionier einer handlungsbasierten und partizipativen Kunst, bei der das Objekt erst durch den Betrachter vollendet wird. Jimmy Robert erweitert diesen Ansatz im Diskurs des 21. Jahrhunderts, indem er die taktile Materialität (Papier, Stoff) in ephemere, interdisziplinäre Performances und multimediale Referenznetzwerke überführt. Die bewusste Entscheidung beider Künstler für instabile, poröse Materialien verortet sie in der Tradition der *Soft Sculpture* und der relationalen Kunst. Im größeren Kontext markiert dieser Dialog den kunsthistorischen Übergang von der dauerhaften Monumentalplastik zu einer Kunst der Präsenz und Vergänglichkeit, in welcher der Körper, die Interaktion und die Verletzlichkeit zur eigentlichen plastischen Form werden.







