Mohamed Bourouissa. Pour Noubia
13.06. - 06.09.2026 | Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich
Eingabedatum: 12.06.2026

Mohamed Bourouissa ist ein Porträtist unserer Zeit. Er erzählt in seiner Arbeit die Geschichten von Menschen. Nicht von jenen, die sowieso schon im Scheinwerferlicht von Medien, Politik, Kunst und Geschichte stehen, sondern die Menschen von «nebenan»; Menschen deren Biografien von Ausgrenzung, Unsichtbarkeit, aber auch von Mut und neuen Perspektiven erzählen.
In seiner ersten Einzelausstellung in der Schweiz lädt Bourouissa das Publikum auf eine Reise ein: von Blida in Algerien, wo er geboren wurde, über die Pariser Banlieue, wo er heute lebt, nach Osnabrück in Deutschland, wo das bewegte Leben seiner Tante Noubia endete. Filme, Objekte, KI-Animationen und Fotografien: Jeder Ausstellungsraum versammelt Werkgruppen zu einer Station auf dieser Reise, und bettet sie in eine immersive Raumerfahrung.
Die Arbeiten sind mal dokumentarisch, mal fiktiv, bauen aber immer auf erlebten Erfahrungen auf. Sie berichten aus dem Leben von Bourouissa und von den Menschen, die ihm nahestehen: Freund*innen und Bekannten, einem Langzeitpatient der psychiatrischen Klinik in Blida, Mitgliedern seiner Familie und seines Umfelds. Allen voran steht Noubia Meyer, seine Tante, die als Sexarbeiterin von Blida nach Deutschland migrierte und Bourouissa ihr Fotoarchiv vermachte. Pour Noubia ist eine Widmung an sie – und an all jene, deren Leben selten Eingang in die grossen Erzählungen unserer Zeit findet.
Eine Kooperation zwischen dem Museum Marta Herford und dem Migros Museum für Gegenwartskunst. Die Ausstellung „Mohamed Bourouissa. Pour Noubia" fand vom 13. September 2025 bis 18. Januar 2026 im Museum Marta Herford statt und wurde von Oriane Durand kuratiert.
In seiner ersten Einzelausstellung in der Schweiz lädt Bourouissa das Publikum auf eine Reise ein: von Blida in Algerien, wo er geboren wurde, über die Pariser Banlieue, wo er heute lebt, nach Osnabrück in Deutschland, wo das bewegte Leben seiner Tante Noubia endete. Filme, Objekte, KI-Animationen und Fotografien: Jeder Ausstellungsraum versammelt Werkgruppen zu einer Station auf dieser Reise, und bettet sie in eine immersive Raumerfahrung.
Die Arbeiten sind mal dokumentarisch, mal fiktiv, bauen aber immer auf erlebten Erfahrungen auf. Sie berichten aus dem Leben von Bourouissa und von den Menschen, die ihm nahestehen: Freund*innen und Bekannten, einem Langzeitpatient der psychiatrischen Klinik in Blida, Mitgliedern seiner Familie und seines Umfelds. Allen voran steht Noubia Meyer, seine Tante, die als Sexarbeiterin von Blida nach Deutschland migrierte und Bourouissa ihr Fotoarchiv vermachte. Pour Noubia ist eine Widmung an sie – und an all jene, deren Leben selten Eingang in die grossen Erzählungen unserer Zeit findet.
Eine Kooperation zwischen dem Museum Marta Herford und dem Migros Museum für Gegenwartskunst. Die Ausstellung „Mohamed Bourouissa. Pour Noubia" fand vom 13. September 2025 bis 18. Januar 2026 im Museum Marta Herford statt und wurde von Oriane Durand kuratiert.
13.06. - 06.09.2026
Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich
Limmatstraße 270, 8005 Zürich
Presse
Kontext
Einordnung:Mohamed Bourouissa reiht sich in die Tradition der zeitgenössischen Sozialdokumentation ein, erweitert das klassische Porträt jedoch durch autofiktionale und multimediale Ansätze. Thematisch verortet er sich im postkolonialen Diskurs und der Repräsentationskritik, indem er marginalisierten Subjekten – exemplarisch verkörpert durch die Migrations- und Marginalisierungserfahrung seiner Tante – museale Sichtbarkeit verleiht und so hegemoniale Erzählstrukturen aufbricht. Technisch zeugt die Verknüpfung von privatem Archivmaterial, analoger Fotografie, Film und KI-Animationen von einer postfotografischen Praxis, welche die Grenzen zwischen objektiver Dokumentation und subjektiver Fiktion fließend gestaltet. Kunsthistorisch lässt sich sein Werk dem *Archival Turn* sowie einer dekolonial geprägten Mikrohistorie zuordnen. Durch immersive Rauminstallationen übersetzt Bourouissa individuelle, diasporische Erfahrungen in ein physisch erfahrbares Format und konterkariert so die dominierende Makrogeschichte mit intimen, emanzipatorischen Gegennarrativen.










