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Nam June Paik Award 2026 und Förderpreis

Kunstpreis der Kunststiftung NRW

26.04.2026 - 16.08.2026 | Kunstmuseum Gelsenkirchen, Gelsenkirchen

Eingabedatum: 30.04.2026

Werkabbildung
Bild: Lisa Klosterkötter, Foto: Jakob Engel; Michael Beutler, Foto: Renaat Nijs
In Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Gelsenkirchen wird der Kunstpreis der Kunststiftung NRW – Nam June Paik Award im Jahr 2026 an Michael Beutler (*1976, lebt und arbeitet in Berlin und Aachen) verliehen. Ausgezeichnet wird Michael Beutler für eine raumgreifende Installation, die die bürgerliche Villa aus dem späten 19. Jahrhundert in eine künstlerisch-handwerkliche Produktionsstätte verwandelt – eine mehrstöckige Werkstatt, in der Altpapier zu skulpturalen Objekten verarbeitet wird.

Michael Beutler studierte an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Thomas Bayrle sowie an der Glasgow School of Art. Er ist bekannt für seine monumentalen Installationen aus einfachen, recycelbaren Materialien, die er mit selbstgebauten Werkzeugen bearbeitet. In seiner Arbeit spielt das Konzept der Werkstatt eine zentrale Rolle: Jede dieser Arbeiten entsteht in einer neu eingerichteten Produktionsumgebung, die selbst Teil der künstlerischen Praxis wird.

Der Preis wird auf Empfehlung einer Auswahljury vergeben, der Enis Maci, Heike Munder und Marcel Odenbach angehörten. Erstmals wird der Kunstpreis NRW – Nam June Paik Award in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Gelsenkirchen verliehen, das sowohl die Ausstellung als auch die Preisverleihung ausrichtet.

Im Rahmen der Veranstaltung wird außerdem ein Förderpreis vergeben. Er geht an die Künstlerin und Kuratorin Lisa Klosterkötter (*1990, lebt und arbeitet in Köln). Mit der Auszeichnung erhält sie die Möglichkeit, eine neue Arbeit für das Kunstmuseum Gelsenkirchen zu entwickeln und zu realisieren.

In ihren Projekten arbeitet Klosterkötter häufig kollaborativ und im öffentlichen Raum. Für Gelsenkirchen plant sie ein mehrteiliges Ausstellungs- und Veranstaltungsformat, das sich mit Formen von Gemeinschaft, Nachbarschaft

und öffentlichem Zusammenleben auseinandersetzt. Lesungen, künstlerische Interventionen und performative Formate an unterschiedlichen Orten im Außen- und Innenraum greifen das Selbstverständnis des Hauses als Reflexions- und Erlebnisort für die breite Öffentlichkeit auf. Das Museum wird zum Treffpunkt, an dem gesellschaftliche Erfahrungen, Perspektiven und Bedürfnisse sichtbar und erlebbar werden. Mit Künstler:innen aus den Bereichen Performance, Malerei, Installation, Literatur und Kunstvermittlung entsteht so während der Laufzeit der Ausstellung ein vielschichtiges Programm.

26.04.2026 - 16.08.2026
Kunstmuseum Gelsenkirchen, Gelsenkirchen

Horster Str. 5-7, 45897 Gelsenkirchen

https://www.kunstmuseum-gelsenkirchen.de/

Presse

Kontext

Einordnung:
Die prämierten Positionen von Michael Beutler und Lisa Klosterkötter verorten sich an der Schnittstelle von Prozesskunst, Institutionskritik und dem *Social Turn* der zeitgenössischen Kunst. Beutlers raumgreifende Transformation einer bürgerlichen Villa in eine Recycling-Werkstatt für Altpapier greift die Materialästhetik der *Arte Povera* auf und bricht mit dem traditionellen Konzept des Museums als elitärem Repräsentationsort. Indem er den physischen Entstehungsprozess durch selbstgebaute Werkzeuge in den Mittelpunkt stellt, demystifiziert er das autonome Kunstwerk zugunsten der performativen Handwerkspraxis. Klosterkötter erweitert diese Öffnung der Institution durch ihren kollaborativen Ansatz ins Gesellschaftliche. In der Tradition der *Relational Aesthetics* (Relationale Kunst) macht sie das öffentliche Zusammenleben und die Nachbarschaft zum eigentlichen Material ihrer multidisziplinären Formate. Beide Positionen eint somit die radikale Abkehr vom statischen Objekt: Sie definieren das Museum neu als prozesshaften Produktionsort und demokratischen Treffpunkt sozialer Interaktion.
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