der Legende nach
03.07.2026 - 27.09.2026 | Museum für Gegenwartskunst Siegen, Siegen
Eingabedatum: 03.07.2026

Die Ausstellung der Legende nach zeigt Werke aus den beiden Sammlungen des Museum für Gegenwartskunst Siegen zusammen mit ausgewählten zeitgenössischen Positionen. Ansatzpunkt ist die Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen der Notation. Im Allgemeinen ist eine Notation ein aus Zeichen und Symbolen zusammengesetztes System. Es kann benennen, beschreiben und darstellen, als Werkzeug für Übertragungen oder Träger von Information dienen.
Eindeutigkeit, Lesbarkeit und damit Funktionalität einer Notation setzen die Strukturierung der Inhalte und den Gebrauch vereinbarter Zeichen voraus, die allerdings nie ganz neutral oder repräsentativ sind. Im Hinblick auf diese Begrenzungen stellt sich die Frage, inwiefern Abläufe, Gesten und Ideen überhaupt dokumentiert und reproduziert werden können. Was bedeutet es, etwas als wiederholbar zu betrachten, und welche Chancen oder Hindernisse beinhaltet eine solche Annahme? In der Legende nach wird dieser Unbestimmtheit Raum gegeben: Beabsichtigte oder ungeplante Fehler und vermeintliche Verluste in einer Übersetzung werden als Möglichkeit verstanden. Sie markieren die Grenzen der Systeme und erproben das Potenzial von konstruktiver Veränderung.
In der Ausstellung werden Arbeiten zusammengebracht, die sich mit formalen und strukturellen Systemen auseinandersetzen, sich diese aneignen oder sie aktiv unterlaufen und eigene Handschriften oder Vokabulare entwickeln. Die Künstler*innen leiten Aufführungen an, manipulieren Reproduktionen oder berühren Fragen von Dokumentation auf technischer Ebene. Andere versuchen, Bewegungen und Eindrücke greifbar zu machen, und eröffnen neue Perspektiven durch Überführungen bekannter Objekte in zunächst wenig verwandt erscheinende Materialien oder Formate. Insofern wird die Notation in der Legende nach als konzeptueller Filter eingesetzt: um über nichtlineare Prozesse der Produktion und Interpretation nachzudenken und weniger offensichtliche Bezüge zwischen Arbeiten verschiedener Medien, Kontexte und Zeiten sichtbar zu machen.
Mit Werken von / With works by
Dora Budor, Tony Cokes, Terry Fox, Jason Hirata, Nancy Holt, Margaret Honda, Katalin Ladik, Maria Lassnig, Lorenza Longhi, Sigmar Polke, Charlotte Posenenske, Yvonne Rainer, Bridget Riley, Stephen Willats
Eindeutigkeit, Lesbarkeit und damit Funktionalität einer Notation setzen die Strukturierung der Inhalte und den Gebrauch vereinbarter Zeichen voraus, die allerdings nie ganz neutral oder repräsentativ sind. Im Hinblick auf diese Begrenzungen stellt sich die Frage, inwiefern Abläufe, Gesten und Ideen überhaupt dokumentiert und reproduziert werden können. Was bedeutet es, etwas als wiederholbar zu betrachten, und welche Chancen oder Hindernisse beinhaltet eine solche Annahme? In der Legende nach wird dieser Unbestimmtheit Raum gegeben: Beabsichtigte oder ungeplante Fehler und vermeintliche Verluste in einer Übersetzung werden als Möglichkeit verstanden. Sie markieren die Grenzen der Systeme und erproben das Potenzial von konstruktiver Veränderung.
In der Ausstellung werden Arbeiten zusammengebracht, die sich mit formalen und strukturellen Systemen auseinandersetzen, sich diese aneignen oder sie aktiv unterlaufen und eigene Handschriften oder Vokabulare entwickeln. Die Künstler*innen leiten Aufführungen an, manipulieren Reproduktionen oder berühren Fragen von Dokumentation auf technischer Ebene. Andere versuchen, Bewegungen und Eindrücke greifbar zu machen, und eröffnen neue Perspektiven durch Überführungen bekannter Objekte in zunächst wenig verwandt erscheinende Materialien oder Formate. Insofern wird die Notation in der Legende nach als konzeptueller Filter eingesetzt: um über nichtlineare Prozesse der Produktion und Interpretation nachzudenken und weniger offensichtliche Bezüge zwischen Arbeiten verschiedener Medien, Kontexte und Zeiten sichtbar zu machen.
Mit Werken von / With works by
Dora Budor, Tony Cokes, Terry Fox, Jason Hirata, Nancy Holt, Margaret Honda, Katalin Ladik, Maria Lassnig, Lorenza Longhi, Sigmar Polke, Charlotte Posenenske, Yvonne Rainer, Bridget Riley, Stephen Willats
03.07.2026 - 27.09.2026
Museum für Gegenwartskunst Siegen, Siegen
Unteres Schloss 1, 57072 Siegen
Presse
Kontext
Einordnung:Die Ausstellung verortet sich im kunsthistorischen Diskurs der Konzept-, Minimal- und Performancekunst seit den 1960er Jahren, als die zunehmende Dematerialisierung des Kunstwerks partiturhafte Notationen, Handlungsanweisungen und serielle Systeme in den Fokus rückte. Historische Positionen wie die Post-Modern-Dance-Choreografien von Yvonne Rainer, die industriell reproduzierbaren Modulsysteme von Charlotte Posenenske oder die visuellen und drucktechnischen Raster von Bridget Riley und Sigmar Polke markieren den Bruch mit dem klassischen, genialischen Autorschaftsbegriff zugunsten strukturierter Wiederholbarkeit. Indem diese Werke mit zeitgenössischen, medienkritischen Ansätzen (etwa von Tony Cokes oder Dora Budor) verschränkt werden, entsteht ein Epochen und Disziplinen übergreifender Dialog über die Grenzen der Dokumentation. Der gezielte Fokus auf das Unbestimmte, den medialen Übersetzungsfehler und die Unterwanderung normativer Zeichensysteme spiegelt dabei eine zutiefst postmoderne Haltung wider: Die Notation fungiert nicht als starres, objektives Regelwerk, sondern als fluider, fehleranfälliger Möglichkeitsraum, der die De- und Rekonstruktion von Information als eigenständigen, transformativen Akt feiert.









